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WM 2018 in Russland - Weltmeister-Guide: Am besten hält man jetzt zu ...?!
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Publiziert 05/07/2018 um 23:19 GMT+2 Uhr
Acht Nationen kämpfen in Russland noch um den WM-Titel. Brasilien ist der Top-Favorit, Frankreich und Belgien folgen, aber auch Uruguay, Kroatien und England machen sich Hoffnungen, während Schweden und Russland nur die Außenseiter-Rolle bleibt. Aus deutscher Sicht ist die Situation knifflig: wen anfeuern, wer holt den Goldpokal am Ende? Sechs Eurosport.de-Redakteure geben ihre Tipps ab.
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Weltmeister? Uruguay! Die Celeste kann alles
von Tobias Laure
Die Spieler folgen Trainer Óscar Tabárez blind, und siehe da: Die Superstars Luis Suárez und Edinson Cavani präsentieren sich im Nationaltrikot als echte Teamplayer, holen sich als Angreifer die Bälle mitunter auch tief in der eigenen Hälfte. Nach der Vorrunde mit drei Siegen und ohne Gegentor lieferte die Celeste im Achtelfinale gegen Portugal (2:1) den Beweis, dass man auch große europäische Mannschaften in der K.o.-Phase aus dem Weg räumen kann. Diese Klasse werden auch die Franzosen zu spüren bekommen - wenn Cavanis Wade mitspielt. Mit Diego Godín hat Uruguay zudem einen Kapitän, der sein Team in brenzligen Situationen auf Kurs hält. Die Celeste kann alles: offensiv, defensiv, filigran und dreckig. Was noch wichtig wird, denn im Halbfinale lauern Brasilien oder Belgien ...
Weltmeister? Frankreich! Von Mbappé befeuert
von Andreas Schulz
Herausragende Spieler - aber keine Egomanen, eine fast perfekte Mischung aus Erfahrung und Jugend – und ganz viel Hunger auf den Titel: Die Equipe tricolore ist zwei Jahre nach dem bitteren Finale bei der Heim-EM noch stärker und schlagkräftiger. Didier Deschamps hat die Franzosen - gegen etliche Widerstände - zu einem Titelkandidaten geformt. Mit einer klaren Linie auf und neben dem Platz (und ohne Martial, Coman, Benzema), einer von allen akzeptierten Hierarchie um Anführer Griezmann und befeuert vom sagenhaften Talent des Wunderkindes Kylian Mbappé. Noch hat die Elf nicht für jede Situation eine Lösung, und ja, ihr Finale wartet wahrscheinlich schon im Halbfinale. Aber 20 Jahre nach dem beseelten Sommer 1998 summen die Fans wieder immer lauter ihren alten Sieges-Ohrwurm "I will survive" ...
Weltmeister? Kroatien! Beste Adressen in Europa
von Dirk Adam
Die WM-Vorrunde souverän gemeistert, mit etwas Glück gegen Dänemark im Elfmeterschießen weitergekommen. Kapitän Luka Modric, Abwehrchef Dejan Lovren und ihre Mitspieler, die allesamt bei Top-Adressen in Madrid, Barcelona, Liverpool oder Mailand spielen, träumen bereits vom WM-Halbfinale. Die Chancen stehen gut, dass sich die technisch versierten Kroaten gegen Gastgeber Russland durchsetzen können. Spielerisch ist Kroatien klar besser. Wenn die begabten Individualisten weiterhin als starkes Team auftreten, in dem jeder für jeden kämpft, wird Russland zu bezwingen sein - danach ginge es gegen Schweden oder England. Das wandelbare System von Trainer Zlatko Dalic funktioniert, weil die Mannschaft perfekt eingespielt ist. Nach Platz drei 1998 träumt Kroatien zu Recht vom nächsten Coup.
Weltmeister? Belgien! Beste Unterhaltung
von Johannes Mittermeier
Immer schon Geheimfavorit in den vergangenen Jahren, aber ständig mit Betonung auf: geheim. Im Vergleich zu anderen Viertelfinalisten nicht kugelsicher in der Defensive, wie je zwei Gegentore von Tunesien und Japan beweisen. Offensiv jedoch eine Wucht, im 3-4-2-1-System mit dem besten, erfrischendsten, mutigsten Fußball aller WM-Teilnehmer. Beste Unterhaltung, viele Tore, dazu Comeback-Mentalität, Wille, Zusammenhalt beim 3:2 nach 0:2 gegen Japan. Trainer Roberto Martínez hat ein herzhaftes Team beisammen, der Konter in der 94. Minute zum Japan-Siegtor war sagenhaft. Brasilien wird die schwierigste aller Aufgaben - wenn Belgien da besteht, kann und muss es sehr weit gehen.
Weltmeister? England! It's coming home ...
von Florian Bogner
Wie es Gareth Southgate geschafft hat, einem jungen Team sowohl das taktische Verständnis als auch die mentale Härte für ein WM-Turnier einzuimpfen, ist beeindruckend. Sein 3-5-2 ist schwer zu bespielen, vorne ist Harry Kane immer für ein Tor gut. Dazu ist England das gefährlichste noch im Turnier verbliebende Team nach Standards. Spieler wie Jordan Pickford, Harry Maguire oder Kieran Trippier schreiben an ihrer eigenen Aus-dem-Nichts-zum-Helden-Story. Und jetzt können die Three Lions sogar Elfmeterschießen! Ganz England ist offensichtlich elektrisiert; Schweden und der Sieger aus Kroatien/Russland sind zudem ein machbares Programm auf dem Weg ins erste WM-Finale seit 1966. Der Teamspirit ist da, das Selbstvertrauen hoch - it’s coming home ...
Weltmeister? Brasilien! Her mit der "Hexa"
von Thomas Janz
Die "Hexa" rückt näher, weil die Seleçao aus ihren groben Fehlern von 2014 gelernt hat. Trainer Tite ist der richtige Mann zur richtigen Zeit, er lässt Brasilien wie ein Deutschland aus besseren Zeiten wirken: mit kontrollierter Offensive. Erst ein Gegentor in vier WM-Spielen, alles basiert auf einer stabilen Defensive, die Mechanismen stimmen, der Kollektivgedanke auch - das erkennt sogar ein virtuoser Freigeist wie Neymar an. Über dessen Hang zur Theatralik lässt sich streiten, rein fußballerisch ist der PSG-Star eine Ausnahmeerscheinung. Brasilien mag nicht so spektakulär auftreten wie früher, dafür weitaus effizienter. Und am Ende auch erfolgreicher.
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