WM 2018: Nach Schwedens Sieg: Das erwartet Deutschland im nächsten Duell
Einen Tag nach der überraschenden Auftaktpleite gegen Mexiko (0:1) richteten sich die Blicke der deutschen Nationalmannschaft auf das Duell Schweden gegen Südkorea. Die Skandinavier siegten in einer kämpferisch geführten Partie scheinbar problemlos (1:0), offenbarten aber auch eine Schwäche. Südkorea hingegen gab ein erschreckendes Bild ab. Das erwartet das DFB-Team in den kommenden Spielen.
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Angesichts folgender Statistik ist es kein Wunder, dass das Duell zwischen Schweden und Südkorea durch einen Foulelfmeter entschieden wurde: Mit 43 Foulspielen war das zweite Spiel in der deutschen Gruppe das bisher unfairste des Turniers.
Ein Fakt, der zeigt: Die spielerischen Mittel der kommenden beiden Gruppengegner des Weltmeisters sind begrenzt - aber das DFB-Team muss sich auf körperliche Schwerstarbeit einstellen. Das vorgezogene Endspiel gibt es bereits am Samstag gegen Schweden.
Defensive top, Offensive ausbaufähig
Die Mannschaft von Trainer Jan-Olof Andersson zeigte gegen Südkorea in Ansätzen, warum sie Italien in den Playoffs ausgeschalten hatten und sich nach 2006 erstmals wieder für die WM-Endrunde qualifizierten.
Die Defensivleistung dürfte dem 64 Jahre alten Coach dabei gefallen haben. Zwei eng gestaffelte Viererketten, die penibel darauf achten, die Abstände zwischen den Reihen klein zu halten, stellten Südkorea das komplette Spiel vor unlösbare Probleme.
Das DFB-Team muss sich auf eine ähnliche defensive Stabilität und Grundordnung einstellen. Um Schweden in einem unsortierten Moment zu erwischen, wird es darauf ankommen, Geschwindigkeit in die eigenen Angriffe zu bringen. Ohne Tempo ist es kaum möglich, das schwedische Bollwerk zu knacken.
So stark die Skandinavier gegen Südkorea verteidigten, so mittelmäßig agierten sie vor dem gegnerischen Tor. 15:5 Torabschlüsse, 4:0 davon auf den gegnerischen Kasten, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe und knapp 60 Prozent Ballbesitz sind deutliche Werte.
Aber: den einzigen Treffer des Spiels legte der Videoassistent (VAR) auf. In der 65. Minute grätschte Min-Woo Kim Gegenspieler Mikael Lustig im eigenen Strafraum um und wird anschließend von den TV-Kameras überführt.
Andreas Granqvist verwandelte vom Punkt und schenkte den haushoch überlegenen Schweden die ersten drei Punkte.
Ein Sieg, der im schwedischen Lager Erleichterung, jedoch keine Freudensprünge auslösen wird. Gegen erschreckend schwache Südkoreaner hätten die Skandinavier deutlich mehr für das eigene Torverhältnis tun müssen.
Im direkten Vergleich mit Deutschland und Mexiko werden die geschossenen Tore gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner am Ende entscheidend sein. Marcus Berg, der in der ersten Halbzeit aus vier Metern den Ball nicht über die Linie brachte und am glänzend reagierenden Hyun-Woo Cho scheiterte (20.), dürfte sich besonders ärgern.
Erschreckend harmlose Südkoreaner
Der Schlussmann des WM-Halbfinalisten von 2002 war der einzige Lichtblick einer extrem harmlosen Mannschaft. Nicht nur gegen Berg, auch gegen Ola Toivonen (56.) zeigte er nach einem Kopfball aus kurzer Distanz eine Glanzparade. Offensiv war von Südkorea nichts zu sehen. Tottenham-Star Heung-Min Son war komplett auf sich allein gestellt und konnte so keine Akzente setzen. Lediglich ein Kopfball des Augsburgers Ja-Cheol Koo, der in der 52. Minute ans Außennetz flog, vermittelte den Anschein von Torgefahr.
Die Leistung gegen Schweden machte den Asiaten unmissverständlich klar: Ohne eine deutliche Leistungssteigerung geht es punkt- und torlos nach der Vorrunde nach Hause. Gegen Mexiko und Deutschland drohen bei gleichem Spielniveau deutlich höhere Niederlagen. Für das DFB-Team sind die Erkenntnisse nach den ersten Eindrücken der kommenden Gegner erfreulicher: Den schwersten Gegner hat man mit Mexiko bereits hinter sich.
Aber Vorsicht: Auch gegen Schweden wird die Leistung, die man gegen Mexiko gezeigt hat, nicht reichen.
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