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WM 2018: Nigeria wahrt die Chance aufs Achtelfinale nach Sieg über Island
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Publiziert 22/06/2018 um 22:05 GMT+2 Uhr
Gernot Rohr und seine Super-Adler fliegen dem Achtelfinale der WM 2018 mit dem 2:0 über Island in Gruppe C entgegen, das isländische Fußball-Märchen dürfte dagegen ohne Happy End bleiben. Eine Standpauke in der Halbzeit lässt Nigeria im zweiten Durchgang aufwachen. Jetzt wartet Argentinien - dass die Runde der letzten 16 aber auch noch aus eigener Kraft erreichen kann.
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Gernot Rohr wirkte nach dem 2:0 (0:0) über Island wie befreit, als wäre eine zentnerschwere Last von seinen Schultern gefallen.
Überglücklich wuschelte der deutsche Trainer der Super-Adler seinem Doppeltorschützen durch das Haar, und Ahmed Musa gab die Streicheleinheiten zurück. Die beiden nigerianischen Helden ausgelassen feierten, starrten die Männer aus dem hohen Norden geschlagen ins Nichts.
Nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten in Wolgograd fliegen die "Super Eagles" dem WM-Achtelfinale entgegen - dank Musas Toren (49./75.) und Rohrs Erfahrung.
Rohr mit den richtigen Worten in der Pause
Der 64-Jährige hatte nach einer katastrophalen ersten Hälfte die richtigen Worte gefunden:
"Der Trainer war in der Pause sehr kritisch", sagte Abwehrchef Leon Balogun aus Mainz: "Wir wären dumm, wenn wir jetzt nicht alles für den Einzug ins Achtelfinale geben würden."
Nigeria fordert Argentinien
Auch der überragende Musa richtete den Blick bereits nach vorne:
Am kommenden Dienstag (20:00 Uhr Liveticker Eurosport) warten die bislang enttäuschenden Argentinier mit Lionel Messi, die plötzlich wieder Hoffnung schöpfen. "Der Sieger wird für das Achtelfinale qualifiziert sein", sagte Rohr, dessen Mannschaft aber auch ein Unentschieden reichen könnte.
Isländisches "Huh" verstummt
Die Wikinger sind dagegen nach der harten Landung weit von der K.o.-Runde entfernt. "Respekt an Trainer Rohr, er hat einen wunderbaren Job gemacht", sagte Islands Trainer Heimir Hallgrimsson anerkennend. Die einzige Chance in der zweiten Halbzeit vergab der ehemalige Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson kläglich, als er einen Foulelfmeter über das Tor schoss (83.). Halgrimsson:
Die Isländer hatten ihren neuen "Superstar" Rurik Gislason in die Startelf befördert, doch der Zweitligaspieler des SV Sandhausen, der durch seinen Kurzeinsatz gegen Argentinien (1:1) zum weltweiten Sexsymbol aufgestiegen war, blieb sportlich unauffällig.
Sigurdsson verschießt Elfmeter
Im Mittelpunkt des Geschehens stand zunächst Gylfi Sigurdsson. Der Regisseur scheiterte mit einem Freistoß nur knapp an Nigerias Torwart Francis Uzoho (3.) und bediente wenig später den Augsburger Alfred Finnbogason (6.) bei der zweiten Chance der Isländer. Ein erstes "Huh!" ertönte im Stadion.
Die Nigerianer überboten sich in der ersten Halbzeit an Harmlosigkeit. Trainer Rohr atmete erleichtert auf, als Finnbogason den Ball mit der Hüfte am Tor vorbei beförderte (45.) und Jon Bodvarsson (45.+1) per Kopf zu ungenau zielte. Das 0:0 zur Pause war für Nigeria glücklich, für Island viel zu wenig.
Nach dem Seitenwechsel stellten die Nigerianer den Spielverlauf auf den Kopf: Musas erstes Tor weckte die 40.904 Zuschauer aus dem Halbschlaf. Eingeleitet hatte den Treffer der beste Spieler auf dem Platz: Victor Moses vom FC Chelsea. Musa avancierte damit zum ersten Nigerianer, der bei zwei Weltmeisterschaften getroffen hat, legte nach und feierte Arm in Arm mit Gernot Rohr.
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