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WM 2018: Philippe Coutinho und Neymar erlösen Brasilien spät gegen Costa Rica

"Geduld ist belohnt worden": Brasilien schlägt Costa Rica last minute

22/06/2018 um 15:57Aktualisiert 22/06/2018 um 17:30

Der fünfmalige Weltmeister Brasilien hat im zweiten Vorrundenspiel bei der WM in Russland einen Zittersieg gelandet. Gegen Costa Rica kam die "Seleção" um Superstar Neymar in St. Petersburg zu einem schwer erkämpften 2:0 (0:0)-Erfolg. Philippe Coutinho (90.+1) vom FC Barcelona und Superstar Neymar (90.+7) erzielten die Tore.

So lief das Spiel:

Nach dem ersten nicht gewonnenen Auftaktmatch seit 40 Jahren stand der Rekordweltmeister unter Zugzwang. Die "Canarinhos" hielten von Beginn an den Ball in ihren Reihen, kombinierten sich allerdings eher gemächlich in die gegnerische Hälfte. Außer einem Weitschuss von Philippe Coutinho (5.) ging nach vorne in der Anfangsphase nicht viel. Die Mittelamerikaner sahen sich das Ballbesitzspiel lakonisch an und stahlen sich immer wieder geschickt in die Spitze. Die beste Chance in der Anfangsphase hatte Celso Borges, der nach einer Viertelstunde von rechts nur knapp am langen Eck vorbeizog. Außer hohen Bällen in den Strafraum fiel der "Seleção" nicht allzu viel ein, das Spiel des selbsterklärten Favoriten wirkte über weite Strecken statisch. Nach 26 Minuten traf Jesus ins Tor, jedoch aus klarer Abseitsposition.

Trotz 70 Prozent Ballbesitz konnte der Favorit kaum Torchancen herauskombinieren. Costa Rica stand kompakt, spielte aber trotzdem mit. Mit einem dem Spielverlauf gerechten 0:0 ging es in die Kabine. Nach der Pause brachte Brasilien-Coach Tite mit Douglas Costa einen frischen Mann, der fünfmalige Weltmeister hoffte auf Inspiration. Und die fanden sie! Fünf Minuten nach Wiederanpfiff scheiterten Jesus mit dem Kopf und Coutinho per Rechtsschuss hauchzart am Aluminium und an Keylor Navas. Die Hintermannschaft Costa Ricas konnte mit zunehmender Dauer das Tempo der Brasilianer nicht mehr mitgehen, Coutinho und Neymar schossen aus kurzer Distanz daneben (60.).

Zehn Minuten später flaute die Zwischenoffensive der "Seleção" aber schon wieder ab. Tite brachte Roberto Firmino ins Spiel (68.). In der 78. Minute ertönte dann der sehnlich erwartete Pfiff – Elfmeter für Brasilien nach Foul am dauermotzenden Neymar. Doch der Videoschiedsrichter schaltete sich zu und Björn Kuipers nahm seine Entscheidung souverän zurück. Goldrichtig, da der Brasilianer sich fallen ließ.

Die Brasilianer meckerten, die Costa Ricaner spielten Schmierenkomödie: In der Schlussphase wälzten sich erst Óscar Duarte und dann Navas oscarreif am Boden, um das 0:0 über die zeit zu bekommen. Doch es half nichts: Philippe Coutinho hämmerte den Ball nach starker Vorarbeit von Marcelo und Jesus ins Tor (90.+1). Nach eienm Geschenk von Douglas Costa legte Neymar in der 7. Minute der Nachspielzeit sogar noch das 2:0 drauf.

Brasilien erlöst sich selbst durch ein ganz spätes 2:0, Costa Rica ist ausgeschieden.

Die Stimmen:

Philippe Coutinho (Brasilien): "Unglaublich große Gefühle nach diesem Spiel! Der Gegner ist sehr schwierig hinten drin gestanden, unsere Geduld ist belohnt worden. Wichtig ist, dass wir drei Punkte haben."

Tite (Trainer Brasilien): "Wir haben uns in der ersten Halbzeit schwer getan, in der zweiten konnten wir dann viel mehr Chancen kreieren. Wir hatten sehr viele Torabschlüsse, die erste Hälfte war nervös."

Oscar Ramirez (Trainer Costa Rica): "Wir hatten einen Plan für dieses Spiel. Wir hatten auch unsere Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen. Wir haben unser Bestes gegeben."

Der Tweet zum Spiel:

Zur Halbzeit stellte Selecao-Coach Tite um und verhalf Ex-Bayer Douglas Costa so zu seiner WM-Premiere.

Das fiel auf: Schiri-Beef

Statt sich auf das Spiel zu konzentrieren, verstrickte sich Neymar in eine völlig überflüssige Privatfehde mit dem hervorragenden Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden. Wegen eines angeblich nicht gepfiffenen Fouls in Hälfte eins, lief ihm der Brasilianer fluchend in den Kabinengang nach, meckerte nach Wiederanpfiff fleißig weiter. Bereits beim vorangegangenen 1:1 gegen die Schweiz hatte sich die "Seleção" vom Unparteiischen benachteiligt gefühlt.

Die Statistik: Später geht immer

Das 2:0 der Brasilianer fiel in der 96:49 Minute und ist dadurch das späteste WM-Tor in der regulären Spielzeit seit detaillierter Datenerfassung 1966.

Match-Highlights auf Youtube:

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