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WM 2018 | Shaqiri lässt die Schweiz spät gegen Serbien jubeln

Last-Minute-Tor: Shaqiri lässt die Schweiz jubeln
Von Eurosport

23/06/2018 um 07:10Aktualisiert 23/06/2018 um 12:10

Später 2:1 (0:1)-Erfolg für die Schweiz im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Serbien. Die Nati musste bis zur 90. Minute warten, ehe der Ex-Bayern-Star Xherdan Shaquiri die Elf von Vladimir Petković erlöste. In der ersten Halbzeit hatte Aleksandar Mitrović Serbien per Kopf in Führung gebracht (5.). Granit Xhaka besorgte in der 52. Minute den sehenswerten Ausgleich.

So lief das Spiel:

Bereits in der 4. Minute hatte Serbiens Stürmer Aleksandar Mitrović die Führung auf dem Kopf, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz am Schweizer Schlussmann Yann Sommer. Keine Minute später machte er es besser: Wieder kam die Flanke punktgenau über die rechte Seite, wieder setzte sich der bullige Stürmer zentral gegen Fabian Schär durch und dieses Mal war Sommer gegen den wuchtigen Kopfball ohne Chance – die frühe Führung der Serben. Das Team von Mladen Krstajić verbuchte auch in der Folge mehr Aktionen, stand defensiv gut, war effektiv im Gegenpressing und gerade mit Flügelfokus für die Schweizer anfangs nicht zu greifen.

Die Eidgenossen überstanden jedoch die Druckphase ohne weiteren Schaden und entwickelten nach einer halben Stunde mehr Zugriff auf die Partie. Im Mittelpunkt stand dabei Blerim Dzemaili, der zunächst nach vielversprechendem Angriff an Vladimir Stojkovic im Tor der Serben scheiterte (30.) und kurz darauf aus guter Position mit einer Ablage anstatt eines Torabschlusses die falsche Entscheidung traf (33.). Die Schweiz agierte kurz vor der Halbzeit optisch überlegen, Serbien blieb jedoch brandgefährlich im Umschaltspiel. Dušan Tadic verpasste mit einem Abschluss aus 18 Metern nur knapp das 2:0 (44).

Wie Serbien im 1. Durchgang erwischte die Schweiz den perfekten Start in die 2. Spielhälfte: Einen abgeblockten Ball von Xherdan Shaqiri jagte Granit Xhaka aus 20 Metern zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Kurz darauf traf Shaqiri mit einem Drehschuss die Querlatte (58.). Die Schweiz agierte feldüberlegen, entwickelte in der Folge jedoch zu wenig Torgefahr.

Die Partie nahm sich eine kurze Auszeit, ehe Serbien in der 65. Minute vergeblich einen Foulelfmeter forderte: Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär rissen im Sechzehner Mitrovic bei einem Kopfballversuch zu Boden. Die einzige diskutable Entscheidung in einer ansonsten souverän geführten Partie durch den deutschen Schiedsrichter Dr. Felix Brych. Zwei Minuten später verpasste Mitrović bei einer flachen Hereingabe von Aleksandar Kolarov die erneute serbische Führung um eine Fußspitze.

In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, mit leichten Vorteilen für die Schweiz. Der Lohn kam per späten Siegtreffer durch Shaqiri. Nach Angriff der Serben schaltete die Schweiz schnell um, Mario Gavranović schickte seinen Landsmann aus der eigenen Hälfte und der Ex-Bayern-Profi vollendete den mustergültigen Konter in der 90. Minute.

Die Stimmen zum Spiel:

Mladen Krstajić (Trainer Serbien): "Mit der 1. Halbzeit bin ich zufrieden, wir gingen zur richtigen Zeit in Führung. Wir sind taktisch und technisch gut aufgetreten. Dann haben wir ein naives Gegentor kassiert, zu der Phase waren wir im Vorteil. Das war eine Partie auf Augenhöhe. Beim Stand von 1:1 haben wir weiter nach vorne gespielt und einen weiteren Stürmer gebracht, leider haben wir spät den entscheidenden Treffer kassiert. Das ist Fußball. Zu der Leistung des Schiedsrichters möchte ich keinen Kommentar abgeben."

Xherdan Shaqiri (Schweiz): "Es war ein großartiger Pass von Gavranović, ich lief tief und auf das Tor zu und erzielte den Treffer. Es war ein wundervoller Treffer. Man sieht seit Jahren, dass wir eine große Entwicklung gemacht haben. Wir haben das Spiel gedreht, das wäre uns vor einigen Jahren sicherlich nicht gelungen."

Vladimir Petkovic (Trainer Schweiz): "Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung. Es war ein interessantes Spiel, eine Achterbahn. In der 2. Halbzeit haben wir unsere Balance wiedergefunden, nach der 1. Halbzeit hat kaum einer geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen. Die Tore waren großartig, es war sehr emotional am Ende."

Das fiel auf: Nach Schweizer Art

Wie bereits zum Auftakt gegen Brasilien drehte das Team von Trainer Vladimir Petković erst nach der Pause auf. Auch gegen Serbien blieb die Schweiz im ersten Durchgang einiges schuldig, ließ den Gegner gerade in der Anfangsphase stark aufkommen, um dann doch wieder den längeren Atem zu beweisen. Gegen Brasilien hatte es so zumindest nach Leistungssteigerung zu einem Punkt und einem Achtungserfolg gereicht. Gegen Serbien nun sogar zum ganz wichtigen Dreier. Die Schweiz beweist Comeback-Qualitäten – und ist auf dem besten Wege ins Achtelfinale.

Der Tweet zum Spiel:

Irgendwie kam einem der Jubel von Shaqiri bekannt vor …

Die Statistik: Eins

Durch den späten 2:1-Erfolg ist die Schweiz das erste Team bei der WM 2018, das einen Rückstand noch in einen Sieg verwandeln konnte.

Match-Highlights bei Youtube:

Video - 600.000 neue Follower! Islands Gislason entzückt weibliche Fans

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