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WM 2018: Spanien feuert Julen Lopetegui wegen Vertrag bei Real Madrid

Spanien feuert Trainer Lopetegui
Von SID

13/06/2018 um 12:12Aktualisiert 13/06/2018 um 18:14

Paukenschlag vor der WM! Der spanische Verband hat Trainer Julen Lopetegui zwei Tage vor dem Auftaktspiel gegen Portugal entlassen. Der 51-Jährige war am Dienstag überraschend von Real Madrid als Nachfolger von Zinedine Zidane zur kommenden Saison präsentiert worden. Lopetegui hatte den Verbandspräsidenten erst fünf Minuten vor der Verkündung durch Real über den Vorgang informiert.

Es war ungefähr so, als habe der FC Bayern gerade mal drei Tage vor dem ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Russland beschlossen, Joachim Löw als seinen neuen Trainer vorzustellen. Und Reinhard Grindel habe daraufhin entschieden, den Bundestrainer sofort zu feuern.

Undenkbar? Nicht in Spanien. Einer der großen Favoriten auf den Titel steht ohne seinen Trainer da: Julen Lopetegui wurde am Mittwoch von Verbandspräsident Luis Rubiales gefeuert.

Real Madrid löst Erdbeben aus

Es ist "ein Erdbeben", kommentierten die Sportzeitungen in Spanien praktisch gleichlautend den in der WM-Geschichte wohl einmaligen Vorgang. Und nur zur Erinnerung: Am Freitag spielt Spanien in Sotschi (20.00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) gegen Europameister Portugal.

Auslöser des Erdbebens: Real Madrid. Die Königlichen hatten am Dienstag bar jeglichen Feingefühls und ohne Rücksicht auf Verluste die Verpflichtung von Lopetegui als Nachfolger von Zinedine Zidane hinausposaunt.

Celades und Hierro als Nachfolger?

"Nach allem, was passiert ist, konnten wir nicht anders handeln", sagte Rubiales am Mittwoch bei der Verkündung seiner Entscheidung. Der Verband RFEF sei nicht in die Verhandlungen involviert gewesen sei, diese Art des Vorgehens könne er nicht dulden.

Anstelle von Lopetegui soll nun wohl U21-Trainer Albert Celades die Mannschaft betreuen, womöglich zusammen mit Fernando Hierro, derzeit Sportdirektor des Verbandes. Rubiales will sich in Kürze dazu äußern.

Ramos wollte Lopetegui behalten

Im Gegensatz zu Rubiales wusste Sergio Ramos wohl Bescheid: Der Kapitän von Real und der Nationalmannschaft soll seinen Segen zu der Verpflichtung von Lopetegui gegeben haben, allerdings konnte er seinen neuen Klubtrainer nicht vor dem Rauswurf bei der "Furja Roja" retten.

Schon bei seiner Ankunft im spanischen WM-Quartier am Montag in Krasnodar im Südwesten Russlands hatte der wütende Verbandschef Lopetegui feuern wollen, auch eine Mini-Meuterei der Spieler um Ramos am Dienstag stimmte ihn nicht um.

"Wir danken Julen für alles, was er getan hat", sagte Rubiales, der 51 Jahre alte Baske sei einer jener "großartigen Menschen, die uns nach Russland gebracht haben" - unter Lopetegui blieben die Spanier in den vergangenen 20 Spielen unbesiegt.

Und nein, fügte der Verbandschef hinzu, er fühle sich "nicht betrogen". Nur könne er "nicht ignorieren", dass die Gespräche über den Wechsel und am Ende auch dessen Bekanntgabe am Verband vorbei geführt wurden. Nein, so gehe es einfach nicht.

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