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EM-Generalprobe gegen Brasilien: Testphase für DFB-Frauen vorbei

Mission Titelverteidigung startet mit Generalprobe gegen Brasilien
Von SID

03/07/2017 um 16:24Aktualisiert 03/07/2017 um 17:25

Die deutschen Fußballerinnen treffen am Dienstag in Sandhausen bei der EM-Generalprobe auf Brasilien. Großartig Expermimentieren will Bundestrainerin Steffi Jones nicht mehr. Gegen die Brasilianerinnen soll die Turnier-Elf auf dem Rasen stehen und Spielpraxis sammeln. Für die Endrunde in den Niederlanden ist die Zielsetzung klar: Titelverteidigung.

Der neue EM-Glücksbringer von Steffi Jones soll schon bei der Generalprobe helfen. "Das ist ein Familiengeschenk", sagte die Frauenfußball-Bundestrainerin, als sie am Montag stolz ihre bunte Handtasche mit dem Aufdruck "Be Happy" präsentierte: "Ich soll glücklich sein - das bin ich."

Und wenn es nach der 44-Jährigen geht, wird auch der achtmalige Europameister im Anschluss an den letzten Härtetest am Dienstag in Sandhausen gegen Brasilien (17:45 Uhr) glücklich zur Mission Titelverteidigung aufbrechen.

Testphase ist vorbei

"Wir wollen gerne Leichtigkeit und Spielfreude mitnehmen", äußerte Jones, die mit dem zweimaligen Weltmeister am 12. Juli zu ihrer ersten EM-Endrunde (16. Juli bis 6. August) als Trainerin in die Niederlande reist.

"Ob wir Samba tanzen, weiß ich allerdings nicht", sagte die 111-malige Nationalspielerin und schmunzelte mit Blick auf die Werbeplakate ("Tanze Samba mit uns") rund ums Stadion, wo am Dienstag 4000 Zuschauer erwartet werden.

"In dieser Phase beginnt das Kribbeln. Du hast langsam deine Formation im Kopf. Da ist dann schon Anspannung da, aber auch viel Zuversicht", sagte Jones:

"Wir hatten zwei unwahrscheinlich gute Wochen in der Vorbereitung und sind auf einem richtig guten Weg."

Dass den Südamerikanerinnen ihr Superstar Marta (nicht freigestellt) fehlt, spielt für Jones keine entscheidende Rolle. "Brasilien ist grundsätzlich spielerisch stark und wird hoffentlich nach vorne spielen", äußerte die Nachfolgerin von Silvia Neid, die in der Kurpfalz zum größten Teil ihre EM-Wunschformation auf den Platz schicken wird: "Wir wollen nicht mehr testen. Wir wollen toll mitspielen. Dafür hätten wir keinen besseren Gegner aussuchen können."

Das Ziel ist der Titel

Am Freitag hatte Jones einen Rückschlag in der Vorbereitung hinnehmen müssen. Für Angreiferin Alexandra Popp (26), die im Trainingslager in Kaiserau einen Außenmeniskusriss mit Dehnung des Außenbandes im linken Knie erlitten hatte, bedeutete die Verletzung das EM-Aus.

Die 80-malige Nationalspielerin und Vize-Kapitänin ist die dritte erfahrene Spielerin, die bei der Endrunde fehlen wird. Auch Simone Laudehr und Melanie Leupolz sind aufgrund von Verletzungen nicht mit dabei. Dennoch hat Jones ihr Ziel weiter im Visier:

"Wir wollen Europameister werden."

Nicht in den 23-köpfigen Kader schafften es Pauline Bremer, Lea Schüller, Johanna Elsig sowie die Torhüterinnen Lisa Schmitz und Carina Schlüter. 13 Olympiasiegerinnen sind bei der verjüngten deutschen Auswahl noch mit an Bord.

Erfahrenste Spielerinnen des Aufgebots sind Anja Mittag, Babett Peter und Lena Goeßling. Dagegen haben Mandy Islacker, Anna Blässe, Kristin Demann, Carolin Simon, Sara Doorsoun, Linda Dallmann, Lina Magull und Hasret Kayikci mit dem A-Team noch keine EM oder WM bestritten.

In den Niederlanden warten in der Vorrunde Schweden (17. Juli/Breda), Italien (21. Juli/Tilburg) und Russland (25. Juli/Utrecht) auf die Deutschen.

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