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Frauen-EM: DFB-Frauen scheitern im EM-Viertelfinale an Dänemark

DFB-Frauen scheitern an Dänemark

30/07/2017 um 13:55Aktualisiert 30/07/2017 um 23:58

Frauen-EM 2017: Die DFB-Frauen scheitern im EM-Viertelfinale an Dänemark, das 1:2 bedeutet das Ende aller Träume vom Halbfinale und dem nächsten EM-Titel für das Team von Bundestrainerin Steffi Jones. Die frühe Führung durch Isabel Kerschowski in der 3. Minute glich Nadia Nadim kurz nach der Pause aus (49.). Für den Siegtreffer der Däninnen sorgte Theresa Nielsen (83.).

So lief das Spiel:

Die deutsche Elf erwischte einen Start nach Maß und ging nach einem satten Distanzschuss von Isabel Kerschowski ganz früh in Führung.

Allerdings knüpfte Dänemarks Schlussfrau Stina Lykke Petersen dabei nahtlos an die teilweise unterirdischen Torwartleistungen bei diesem Turnier an, in dem sie sich die Kugel selbst über die Linie faustete.

Video - Böser Torwart-Patzer bringt DFB-Frauen in Führung

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Obwohl der große Regen bereits einen Tag her war, begann die deutsche Mannschaft direkt nach dem Wiederanpfiff zu schwimmen. Kerschwoski verschlief nach einem deutschen Foul, dass die Schiedsrichterin auf Vorteil entschied. So konnten die Däninnen unbedrängt flanken und im Zentrum war Nadia Nadim zur Stelle, die aus sechs Metern zum Ausgleich einköpfte (49.). Was folgte war ein dänischer Sturmlauf mit besten Chancen für Harder (54.) und Nadim (56.), um die Partie komplett zu drehen.

Video - Nadia Nadim köpft Dänemark Richtung Halbfinale

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Deutschland kämpfte sich zurück in die Partie und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Linda Dallmann (61.) und Anja Mittag (66.) hatten beste Chancen, doch letztlich fehlte es wie im gesamten Turnierverlauf an der letzten Konsequenz. Besser machten es erneut die Däninnen, die in der 83. Minute erneut über die überforderte Kerschowski angriffen. Im Zentrum kam diesmal Theresa Nielsen angerauscht und köpfte fast deckungsgleich wie beim Ausgleich zum dänischen Siegtreffer ein (83.).

Video - Dieses Tor beendet die deutschen EM-Träume

02:43

In der Schlussphase warf das deutsche Team natürlich noch einmal alles nach vorne, kam aber nicht mehr in die Position, um das Viertelfinal-Aus zu verhindern.

So endete der deutsche Traum der Traum vom siebten deutschen EM-Titel in Folge vorzeitig und Steffi Jones steht nach diesem enttäuschenden Turnier bereits mächtig in der Kritik.

Die Stimmen:

Bundestrainerin Steffi Jones:

"Natürlich hinterfrage ich jetzt meine Entscheidungen. Wir werden die EM analysieren, dann werden wir sehen, ob es vom System her passte, ob wir anders entscheiden hätten müssen. Die Enttäuschung ist sehr groß. Man fragt sich, was schiefgelaufen ist und was wir nach den Gruppenspielen nicht verstanden haben. Meine Motivation ist da. Ich möchte gerne weitermachen."

Almuth Schult: "Uns hat es insgesamt an der Aggressivität und Überzeugung gefehlt. Da waren die Däninnen heißer. Ich glaube, dass wir gestern nicht verloren hätten. Es soll keine Ausrede sein, doch wenn man lange um 20:45 Uhr spielt und dann plötzlich um 12 Uhr reißt es einen komplett aus dem Rhythmus. Das darf uns dennoch nicht passieren."

Lena Goeßling: "Wir sind gut in die Partie gestartet. Dann hat uns oft der letzte Pass in die Spitze gefehlt. Dänemark ist dann immer stärker geworden und darauf hatten wir heute keine Antwort parat."

Tweet zum Spiel:

Nachdem das Spiel von Samstag auf Sonntag verschobene werden musste und es auch in der Anfangsphase wieder heftig regnete, zeigte sich zwischendurch dann auch einmal die Sonne, was allen Beteiligten ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Das fiel auf: Stürmer-Roulette

Über die komplette Dauer der Europameisterschaft hat Steffi Jones keine offensive Stammbesetzung gefunden, bot dort auch immer wieder Mittelfeldspielerinnen auf, doch ein echtes Team konnte sich so nie einspielen. Auch gegen Dänemark gab es insgesamt vier verschiedene Sturmkombinationen, was letztlich wohl auch mit dazu beitrug, dass es während der gesamten EM nicht ein einziges Stürmertor gab.

Die Statistik: 273

Der Distanzschuss von Isabel Kerschowski zum 1:0 war das erste deutsche Tor aus dem Spiel heraus nach 273 Turnierminuten – letztlich deutlich zu wenig.

Dänemark trifft in seinem sechsten EM-Halbfinale am Donnerstag in Breda auf den Sieger des Duells zwischen Österreich und Spanien am Sonntagabend (18:00 Uhr - live im TV bei Eurosport 1 & im Livestream im Eurosport Player).

Video - Vom Flüchtling zum Fußball-Star: Die schönste Geschichte der EM

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