Trotz EM-Aus: Bundestrainerin Steffi Jones will weitermachen

Frauenfußball-Bundestrainerin Steffi Jones will ihr Amt trotz des Scheiterns der deutschen Auswahl im EM-Viertelfinale gegen Dänemark (1:2) nicht zur Verfügung stellen. "Die Entscheidungsträger sitzen im DFB. Die werden in den nächsten Tagen mit mir zusammensitzen und entscheiden, wie es weitergeht", sagte Jones nach der Partie: "Meine Motivation ist da. Ich möchte gerne weitermachen."

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"Natürlich hinterfrage ich jetzt meine Entscheidungen. Wir werden die EM analysieren, dann werden wir sehen, ob es vom System her passte, ob wir anders entscheiden hätten müssen", gestand Jones bereits wenige Minuten nach dem Abpfiff ein: "Die Enttäuschung ist sehr groß. Man fragt sich, was schiefgelaufen ist und was wir nach den Gruppenspielen nicht verstanden haben."
Durch die Pleite in dem mit über 15-stündiger Verspätung angepfiffenem Spiel verpasste der Olympiasieger nach zuletzt sechs EM-Triumphen in Serie zum ersten Mal seit 1987 den Einzug in eine EM-Vorschlussrunde.

Deutschland trifft Aus unvorbereitet

Ob Jones weitermachen darf, scheint offen. DFB-Präsident Reinhard Grindel vermied in seinem Statement jedenfalls ein Bekenntnis zu Jones. "Natürlich sind wir beim DFB alle sehr enttäuscht über das frühzeitige Ausscheiden unserer Frauen-Nationalmannschaft und vor allem über die spielerische Leistung, die unsere Mannschaft heute gegen das dänische Team gezeigt hat", postete Grindel am Sonntagnachmittag bei Facebook:
Wie unvorbereitet der DFB und die Delegation des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters vom Aus in Rotterdam getroffen wurde, zeigte auch die fehlende Planung der Heimreise.
Bei Nieselregen und mit den Kapuzen tief ins Gesicht gezogen kehrte die Mannschaft zunächst am Nachmittag in ihr EM-Quarter im 100 km entfernten Sint-Michielsgestel zurück. Von dort sollen die Spielerinnen am Montagvormittag individuell nach Hause reisen.

Jones: "Natürlich hinterfrage ich meine Entscheidungen"

Vor einem abschließenden gemeinsamen Abendessen suchte Jones immer wieder nach den Gründen für das Scheitern des Olympiasiegers. "Natürlich hinterfrage ich jetzt meine Entscheidungen. Wir werden die EM analysieren, dann werden wir sehen, ob es vom System her passte, ob wir anders entscheiden hätten müssen", gestand Jones ein:
Zuvor hatten die Deutschen durch die Pleite in dem mit über 15-stündiger Verspätung angepfiffenem Spiel nach zuletzt sechs EM-Triumphen in Folge zum ersten Mal seit 1987 den Einzug in eine EM-Vorschlussrunde verpasst. Dennoch stellten sich die Spielerinnen hinter Jones.

Tränen für Jones: "Es tut uns leid"

Als Spielführerin Dzsenifer Marozsan auf die Zukunft der Trainerin angesprochen wurde, begann sie sogar zu weinen. "Es tut uns leid für Steffi. Sie hat so viel in das Team investiert", äußerte die deutsche und französische Spielerin des Jahres: "Ich will unbedingt mit ihr weitermachen." Ähnlich äußerten sich auch Sara Däbritz und Babett Peter - beide sind Mitglieder des Mannschaftsrates.
In der Partie hatte die DFB-Auswahl einen Blitz-Start erwischt. Doch nach dem frühen Treffer von Isabel Kerschowski (3.), bei dem die dänische Keeperin Stina Petersen kräftig mithalf, glich erst Nadia Nadim (49.) per Kopf aus. Theresa Nielsen (83.) machte ebenfalls per Kopf das deutsche Debakel perfekt.
Jones blieb am Sonntag dann ihrer Aufstellung vom Vorabend treu. Offensiv war die DFB-Auswahl vor 5251 Zuschauern anfangs spielbestimmend, lud den Gegner mit Fehlpässen aber immer wieder zu gefährlichen Gegenstößen ein. Mitte der ersten Hälfte ging dann fast nichts mehr. Nach dem Seitenwechsel drehte Dänemark auf und ließ den großen Favoriten immer wieder alt aussehen.
Die DFB-Frauen verloren komplett den Faden und kamen nur noch selten zu konstruktiven Angriffen. Im Halbfinale treffen die Däninnen nun auf EM-Neuling Österreich.
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