Bereits vor dem Anpfiff hatte die DFB-Elf das Ticket für das Viertelfinale gegen Österreich sicher. Dementsprechend unbekümmert spielte die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg auf, mit vier Veränderungen in der Startelf. Dallmann, Doorsoun, Kleinherne und Lattwein bekamen alle ihre Chance von Beginn an, ersetzten dabei die gesperrten Oberdorf und Rauch. Magull und Hendrich wurden geschont und saßen auf der Bank.
Nach nur 30 Sekunden setzte Alexandra Popp die erste Duftmarke. Der Kopfball nach Hereingabe von Svenja Huth strich nur knapp über die Querlatte. Mit viel Zug zum Tor und knapp 70 Prozent Ballbesitz erspielte sich Deutschland im weiteren Verlauf eine Chance nach der anderen, ließ dabei allerdings häufig die letzte Präzision vermissen.
Spätestens in der 27. Minute hätte es dann klingeln müssen im finnischen Kasten. Sara Däbritz bediente nach einem starken Dribbling die sehr aktive Popp im Fünfmeterraum. Die Wolfsburgerin zeigte jedoch Nerven und spitzelte den Ball aus kürzester Distanz knapp neben den rechten Pfosten.
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Sophia Kleinherne machte es dann fünf Minuten vor der Pause endlich besser. Huth schickte Giulia Gwinn per Steckpass über rechts clever auf die Reise. Die Verteidigerin des FC Bayern München flankte präzise von der Grundlinie nach innen, wo die eingelaufene Kleinherne am langen Pfosten nur noch den Kopf hinhalten musste (40.).
Nach Wiederanpfiff beseitigten die deutschen Spielerinnen schnell die letzten Zweifel am Sieg. Nur vier Minuten waren gespielt, als die eingewechselte Nicole Anyomi stark den Ball am Strafraumrand eroberte und diesen prompt zur ebenfalls eingewechselten Kathrin Hendrich weiterleitete. Diese bekam an der Grundlinie keinen Druck, konnte so mühelos auf den zweiten Pfosten flanken. Popp vollendete die Aktion per Kopfball-Aufsetzer zur 2:0-Führung (49.).
Eine halbe Stunde vor Ende der Partie krönte die frech aufspielende EM-Debütantin Anyomi dann ihren Auftritt mit dem Treffer zum 3:0. Nach einer missglückten Hereingabe von Linda Dallmann sicherte sich die Spielerin von Eintracht Frankfurt den Ball an der Strafraumkante und wuchtete diesen per Drehschuss humorlos ins finnische Tor (63.).
Nach dem souveränen Sieg steht Deutschland im Viertelfinale der Europameisterschaft und trifft am kommenden Donnerstag auf Österreich.

Die Stimmen:

Martina Voss-Tecklenburg (Bundestrainiern): "Wir waren von Anfang an im Spiel und haben es seriös gelöst. Es war nicht brillant, aber wir haben viel Power in die Angriffe gelegt. Nur der letzte Pass hat gefehlt und die Präzision - da haben wir uns nicht belohnt. Wir haben ein schweres Viertelfinale vor uns, aber wir freuen uns, dass wir die Gruppe so souverän gelöst haben."
Alexandra Popp (Deutschland): "Es war ein hartes Stück Arbeit. Wir waren die klar bessere Mannschaft, aber man hat ein bisschen gemerkt, dass die Kräfte fürs Erste nachgelassen haben. Aber es sei der Mannschaft verziehen."
Nicole Anyomi (Deutschland): "Ich habe lange auf die Spielzeit gewartet und wollte meine Chance nutzen und mein Bestes geben. Mit der Vorlage und dem Tor bin ich sehr glücklich."
Sophia Kleinherne (Deutschland): "In erster Linie zählt der Sieg. Das ist eine Ausgangslage, die wir uns verdient haben. Es gibt wieder Kleinigkeiten zu kritisieren, die wir aber bis zum Viertelfinale abstellen werden."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Der zweite Anzug der DFB-Elf sitzt

33:1 Torschüsse, 63 Prozent Ballbesitz, 557 zu 327 gespielte Pässe - die nackten Zahlen beeindrucken nach dem 3:0-Sieg gegen Finnland. Erfreulich ist außerdem, dass Martina Voss-Tecklenburg über einen tiefen Kader verfügt, in dem alle Spielerinnen Verantwortung übernehmen können. So bekam Sophia Kleinherne die Chance von Beginn an zu spielen und überzeugte dabei auf ganzer Linie. Ihren sehr sicheren Auftritt krönte die Verteidigerin mit einem herrlichen Kopfballtor. Auch die später eingewechselten Nicole Anyomi und Kathrin Hendrich fügten sich nahtlos in das Offensivspiel der DFB-Elf ein und belohnten sich ebenfalls mit Scorerpunkten.

Die Statistik: 3

Alexandra Popp hat als erste deutsche Spielerin bei einer Europameisterschaft in allen drei Gruppenspielen jeweils mindestens einmal getroffen.
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