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EM 2022 - Deutschland schlägt Topfavorit Spanien und steht im Viertelfinale der Europameisterschaft
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Publiziert 12/07/2022 um 22:56 GMT+2 Uhr
Die deutsche Nationalmannschaft hat auch das zweite Gruppenspiel bei der Europameisterschaft gewonnen. Gegen die Topfavoriten aus Spanien gewann die DFB-Elf 2:0 (2:0). Klara Bühl (3.) und Alexandra Popp (37.) trafen für die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg. Durch den Sieg gegen die Ibererinnen steht die deutsche Mannschaft bereits als Gruppensieger fest und geht damit England aus dem Weg.
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Quelle: Eurosport
Die deutsche Auswahl von Trainerin Voss-Tecklenburg wollte nach dem furiosen 4:0-Auftaktsieg gegen Dänemark gegen die favorisierten Spanierinnen nachlegen – und das ging schneller als erwartet. Die DFB-Frauen versuchten, die spielstarken Iberer früh zu stören und dies führte nach bereits drei Minuten zum Erfolg. Die spanische Keeperin Sandra Panos spielte unter Druck einen folgenschweren Fehlpass direkt in die Füße von Klara Bühl. Die 21-Jährige ließ daraufhin eine Gegenspielerin aussteigen und schloss trocken ins rechte untere Eck zur Führung ab (3.) – ein perfekter Start.
Das Team von Trainer von Jorge Vilda zeigte sich aber nur kurz verunsichert und fokussierte sich anschließend wieder auf das variantenreiche Offensivspiel. Mal kamen die Spanierinnen mit schnellen Kombinationen durchs Zentrum, mal ging ein langer Ball in die Gefahrenzone. Auch über die Flügel mit Mariona und Sheila Garcia kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die DFB-Elf verteidigte mit viel Herz und Kampf und lauerte auf weitere Fehler des Gegners, der streckenweise 70 Prozent Ballbesitz für sich verbuchen konnte.
Trotz guter Defensivleistung hatte die deutsche Hintermannschaft aber auch Glück, dass Sheila Garcia nach dem Umkurven von Merle Frohms nur das Außennetz traf (10.) oder Aitana mit ihrem Schlenzer aus 18 Metern nur knapp den oberen rechten Torwinkel verfehlte (18.).
Obwohl der Ausgleich permanent in der Luft lag, ließ sich Deutschland nicht beirren und setzte immer wieder kleinere Nadelstiche nach vorne. Ein solcher führte in der 37. Minute zu einem Eckstoß, den Rauch erfolgreich auf Alexandra Popps Kopf platzierte, von wo aus das Leder aus fünf Metern kurz vor der Pause zum 2:0 in den Maschen landete (37.).
Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild – Spanien überlegen, allerdings sprang zu wenig dabei heraus. Richtig gefährlich wurde es dann aber in der 71. Spielminute als Mariona eine hohe Hereingabe von Patri per Direktabnahme aufs Tor brachte und die starke Torfrau Frohms zu einer Glanzparade zwang (71.).
Ziemlich genau zehn Minuten zuvor hätte Irene Paredes für eine Notbremse – sie zog eindeutig am Trikot - gegen Popp eigentlich Rot sehen müssen. Schiedsrichterin Stephanie Frappart ließ aber weiterlaufen, auch der VAR meldete sich nicht. Eine klare Fehlentscheidung (61.).
Im Anschluss führten die vielen personellen Wechsel dazu, dass das Spiel etwas an Zug verlor, wenngleich die Spanierinnen bis zum Schluss sehr engagiert in der Offensive waren. Den Deutschen gelang in der Vorwärtsbewegung nach dem Seitenwechsel nicht mehr viel. Knappe zehn Minuten vor Schluss zappelte der Ball zwar nochmal im Netz, doch der Treffer der eingewechselten Tabea Waßmuth zählte aufgrund einer Abseitsstellung nicht (81.).
Letztendlich blieb es beim 2:0 für Deutschland, dass damit vorzeitig als Gruppensieger in das Viertelfinale der EM einzieht.
Die Stimmen:
Alexandra Popp (Deutschland): "Wir waren darauf vorbereitet, dass wir nicht viel den Ball haben werden aber extrem kompakt in der Defensive und aggressiv in den Zweikämpfen sein wollen. Nach vorne waren wir heute sehr effizient. Der frühe Treffer von Klara (Bühl) und mein Standard-Treffer waren der perfekte Start. Danach konnten wir uns voll auf die Defensive konzentrieren. Wir sind her gekommen um jedes Spiel zu gewinnen und mit der Einstellung werden wir auch in das letzte Spiel gegen Finnland gehen."
Klara Bühl (Deutschland): "Ich habe auf den individuellen Fehler der Keeperin spekuliert und so ist es dann auch gekommen. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft eine frühe Basis legen konnte. Danach war es ein klassischer Arbeitssieg, aber das braucht man auch Mal in so einem Turnier. Wir sind total froh über diesen Sieg und die starke Mannschaftsleistung."
Der Tweet zum Spiel:
Klarer geht es kaum: Die Notbremse von Irene Paredes wurde nicht gepfiffen. Letztendlich reichte es für die DFB-Auswahl aber trotzdem zum vorzeitigen Gruppensieg.
Das fiel auf: Frühes Pressing und kompaktes Zentrum
Deutschland präsentierte sich mutig und versuchte durch frühes und sehr hohes Anlaufen den spielstarken Iberern bereits früh den Zahn zu ziehen – dies gelang hervorragend und wurde früh mit dem 1:0 belohnt. Auch im weiteren Spielverlauf wirkten die Spanierinnen immer wieder durch das Pressing der Deutschen verunsichert. Zudem verteidigte die DFB-Auswahl im letzten Spielfelddrittel stark und verhinderte immer wieder, dass der Gegner den entscheidenden letzten Ball an die Frau bringen konnte – ein Problem, das die spanische Auswahl schon aus den letzten Jahren kennt. Einen großen Anteil an der starken Defensivleistung hatte Marina Hegering vom VfL Wolfsburg. Die 32-Jährige Innenverteidigerin stand immer wieder richtig, präsentierte sich zweikampfstark und hatte zudem mit Kathrin Hendrich eine starke Nebenfrau. Durch das kompakte Zentrum mussten die Spanierinnen immer wieder auf Flanken zurückgreifen, die nur selten für Gefahr sorgten.
Die Statistik: 671
So viele Pässe spielten die Spanierinnen in den insgesamt 93 Spielminuten. Zum Vergleich: Der Wert der deutschen Elf lag bei 282. Eine symptomatische Gegenüberstellung, die die teilweise "bodenlose Kunst" der Spanierinnen deutlich macht.
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