Giulia Gwinn fällt mit Innenbandverletzung für die restliche EM aus - Kreuzbandrissbefürchtung bestätigt sich nicht

Schwerer Schlag für Giulia Gwinn und die DFB-Frauen: Die Kapitänin der deutschen Fußballerinnen hat beim EM-Auftakt gegen Polen eine Innenbandverletzung im linken Knie erlitten und fällt für den Rest der Europameisterschaft aus. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach einer MRT-Untersuchung bekannt. Die Befürchtung eines dritten Kreuzbandrisses bestätigte sich somit immerhin am Samstag nicht.

Wamser als Gwinn-Ersatz? Wück zuversichtlich

Quelle: Perform

Giulia Gwinn schleppte sich geknickt auf Krücken ins Hotel, an ihrem lädierten linken Knie trug sie eine Schiene. Die Bilder der Kapitänin, die vor dem Teamquartier in Zürich am Mittag nach dem tränenreichen Auftakt von ihren Eltern und ihrem Freund Constantin getröstet wurde, ließen bereits erahnen, was der DFB wenig später bekannt gab. Die EM ist für die Anführerin gelaufen, dennoch hatte die verletzungsgeplagte Münchnerin wohl Glück im Unglück.
Denn "Innenbandverletzung im linken Knie" lautete die Diagnose nach einer MRT-Untersuchung am Samstag. Ein dritter Kreuzbandriss nach 2020 und 2022, der nach den beunruhigenden Szenen am Vorabend zu befürchten war, bestätigte sich am Samstag somit nicht.
"Die Ausfallzeit beträgt voraussichtlich mehrere Wochen", teilte der Deutsche Fußball-Bund mit. Am Sonntag werde Gwinn in Absprache mit dem FC Bayern das DFB-Lager verlassen, um sich in München in Behandlung zu begeben.
Gwinn sei "niedergeschlagen", berichtete Sportdirektorin Nia Künzer nach der Diagnose: "Sie hat sich sehr auf das Turnier gefreut, dementsprechend ist sie jetzt enttäuscht." Zum letzten Gruppenspiel der deutschen Fußballerinnen am 12. Juli gegen Schweden soll Gwinn das Team laut DFB aber wieder als Edelfan unterstützen.

Freigang stützt Gwinn: "So ein wichtiger Mensch für uns"

Das nächste Kapitel in Gwinns leidvoller Verletzungshistorie trübte die Freude über den erfolgreichen Turnierstart der deutschen Fußballerinnen gegen Polen (2:0) immens. Von einem "brutalen Schock" hatte Vize-Kapitänin Janina Minge bereits am Freitagabend gesprochen. Unmittelbar nach dem "bitter erkauften" (Wück) Auftaktsieg nahmen die Mitspielerinnen ihre Anführerin in der Kabine in den Arm und spendeten reichlich Trost.
"Wir sind in Gedanken bei ihr", versicherte Offensivspielerin Laura Freigang. Es sei wichtig gewesen, Gwinn zu zeigen, "dass wir an sie denken und für sie da sind. Sie ist so ein wichtiger Mensch für uns." Auch Linda Dallmann versprach, dass das Team für Gwinn da sein werde, "weil sie auch für jede von uns da ist, wann immer sie kann". Selina Cerci hatte Gwinns Trikot mit der Nummer sieben bereits auf der Ehrenrunde getragen.

"Großes Entsetzen" bei Hoeneß

Die Verteidigerin vom FC Bayern hatte die Verletzung kurz vor der Pause bei einer Rettungstat gegen Polen-Star Ewa Pajor erlitten. Erst schleppte sie sich nach einer Behandlung zwar noch einmal aufs Feld, wenig später humpelte Gwinn aber unter Tränen vom Platz. Gwinn, die das DFB-Team in St. Gallen erstmals als Kapitänin und Nachfolgerin von Alexandra Popp in ein EM-Spiel geführt hatte, muss wieder eine Zwangspause einlegen.
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Giulia Gwinn wird die restliche EM fehlen

Fotocredit: Getty Images

Die Verantwortlichen des Double-Gewinners aus München sprachen ihr deshalb umgehend Mut zu. "Giulia bekommt alle Unterstützung vom FC Bayern, wir werden alles Mögliche tun, damit sie so schnell wie möglich wieder auf dem Platz steht", versprach Vereinspräsident Herbert Hainer in der Bild. Uli Hoeneß brachte sein "großes Entsetzen" im "BR"-Gespräch zum Ausdruck.

DFB-Team überzeugt trotz Gwinn-Ausfall

Der Ausfall der charismatischen Leitfigur ist ein herber Dämpfer für die Titelambitionen des Rekordeuropameisters. Gegen Polen habe sich die DFB-Auswahl laut Torhüterin Ann-Katrin Berger aber zumindest nicht anmerken lassen, "dass wir unsere Kapitänin vermissen". Es spreche für das Team, meinte Freigang, "wie wir das weggesteckt haben". Und Jule Brand betonte: "Wir haben die drei Punkte für sie geholt."
Immerhin: Die 21 Jahre junge Vertreterin Carlotta Wamser überzeugte mit ihrem "faszinierenden" (Berger) Auftritt bei ihrem EM-Debüt und war am Traumtor der starken Brand (52.) und dem 2:0 durch Lea Schüller (66.) beteiligt. Das Team müsse nun "zusammenstehen" und Gwinn "beistehen", sagte Minge, auf deren Schultern schon im zweiten Spiel gegen Dänemark am Dienstag (18:00 Uhr im Liveticker) in Basel deutlich mehr Verantwortung lasten wird.
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(SID)
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Wegen Gwinn: Freigang erklärt schnellen Abgang der DFB-Frauen

Quelle: Perform


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