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Steffi Jones: Schicksalsspiel entscheidet über ihre Zukunft

Jones: Schicksalsspiel entscheidet über ihre Zukunft
Von SID

25/10/2017 um 15:46

Nach dem 11:0 gegen die Färöer hat DFB-Präsident Reinhard Grindel ein Ultimatum gesetzt - Bundestrainerin Steffi Jones arbeitet auf Bewährung. Das Torfestival konnte den DFB-Boss nicht von seinem Ultimatum für die Bundestrainerin abbringen. "Wenn wir die WM-Qualifikation schaffen wollen, kommt es weiter auf eine Leistungssteigerung an", forderte Reinhard Grindel.

Damit stellte er klar: Der nächste Härtetest entscheidet über die Zukunft von Steffi Jones.

Das Länderspiel am 24. November gegen den WM-Gastgeber Frankreich sei "ein wichtiger Gradmesser, ob wir uns leistungsmäßig auf einem Weg befinden, der uns hoffen lassen kann, dieses Ziel zu erreichen", sagte der 56-Jährige unmissverständlich in Richtung Jones, deren Vertrag der DFB kurz nach dem Viertelfinal-Aus bei der EM demonstrativ bis 2019 verlängert hatte.

Da durch die historische 2:3-Heimniederlage des Olympiasiegers gegen Island am vergangenen Freitag aber die WM-Teilnahme in Gefahr geraten war, entschied sich Grindel für einen Auftritt in Großaspach. "Die negative Entwicklung der EM hat sich fortgesetzt. Das besorgt mich", diktierte der 56-Jährige einer Handvoll Reporter in die Blöcke.

Die Qualifikation für die Endrunde sei aber "von zentraler Bedeutung für die Zukunft des deutschen Frauenfußballs". Nicht nur wegen der Wahrnehmung durch ein Millionenpublikum, sondern auch aufgrund des Umstands, sich nur über die Endrunde für Olympia 2020 qualifizieren zu können.

Jones zuversichtlich

Die Bundestrainerin gab sich gelassen. "Es ist für alle nachvollziehbar, dass es eine Situation ist, die man nicht schönreden kann, wenn wir uns nicht für die WM qualifizieren", sagte die 44-Jährige: "Deswegen war unsere Reaktion in diesem Spiel wichtig und gut." Mit neun Punkten aus vier Spielen übernahm die DFB-Auswahl wieder die Führung in der Gruppe 5 vor Tschechien und Island (beide 7).

Nun gelte es "den Druck von der Mannschaft wegzuhalten. Das ist etwas, womit ich sehr gut umgehen kann. Auch weil ich weiß, was in der Mannschaft steckt und dass wir den richtigen Weg gehen", so Jones, die auch einen "zum Team passenden" Sportpsychologen einsetzen möchte.

Sie glaubt fest daran, dass das anstehende Spiel in Bielefeld nicht ihr letztes als Bundestrainerin sein wird:

"Wir hegen keine Zweifel an uns. Wenn gegen Frankreich die Leistung stimmt, gibt es auch nichts einzuwenden."

Spielerinnen stehen zur Bundestrainerin

Geht es nach Grindel, soll der Trainer-Novizin schnellstens ein zweiter Co-Trainer zur Seite stehen. Mit Joachim Löws Assistenten Marcus Sorg soll Jones nun beraten, "ob er jemanden im U-Bereich hat, der schon internationale Erfahrung gesammelt hat und hier unterstützen kann. Das wünsche ich mir", sagte der DFB-Boss.

Die Spielerinnen wollen Argumente für den Trainerstab liefern. "Wir stehen hinter Steffi und ihren Team", sagte Alexandra Popp und stellte klar:

" Wenn wir das Gefühl hätten, es würde nicht funktionieren, sind wir alle in der Lage, den Mund aufzumachen. Das ist aber nicht der Fall."

Auch Torhüterin Almuth Schult möchte in einem Monat gegen Frankreich "ein klares Signal an das DFB-Präsidium" schicken, "dass es eine Entwicklung gibt".

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