So lief das Spiel:

Die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zeigte in den ersten 45 Minuten den konzentriertesten Auftritt bei dieser Weltmeisterschaft. Defensiv gut eingestellt und hochkonzentriert gingen die DFB-Frauen gegen den Afrikameister zu Werke, der es zumeist mit Härte versuchte.
Ein weiterer Protagonist der ersten Halbzeit war der Videobeweis, der gleich viermal Anwendung fand. Zunächst wurde das Führungstor per Kopf von Popp nach einer Ecke von Lina Magull untersucht. Svenja Huth hatte beim Kopfball der deutschen Kapitänin im Abseits gestanden, behinderte nach Meinung der japanischen Schiedsrichterin Yoshimi Yamashita aber Torhüter Chiamaka Nnadozie nicht, so dass der Treffer Anerkennung fand (20.).
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Wenig später schaltete sich der spanische Video-Assistent erneut ein und wies auf ein Foul an Magull hin. Den fälligen Strafstoß verwandelte Sara Däbritz souverän rechts unten zum 2:0 (27.). Dieses Ergebnis brachte Deutschland auch souverän in die Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel kam Nigeria deutlich verbessert aus der Kabine und gewann Oberwasser, während Deutschland sich immer weiter zurückzog. Wirklich in Gefahr geriet der deutsche Sieg gegen letztlich harmlose Afrikanerinnen aber nicht mehr. Schüller machte mit einem trockenen Rechtsschuss nach einem kapitalen Missverständnis in der Abwehr Nigerias schließlich alles klar (82.).
Weiterhin ohne Gegentor zieht Deutschland so ins Viertelfinale ein. Dort trifft das DFB-Team auf den Sieger der Partie Schweden gegen Kanada.

Die Stimmen:

Almuth Schult (Torhüterin Deutschland): "Das Wichtigste ist, dass wir heute gewonnen haben. Ein Rekord interessiert mich da weniger. Es ist schon eine Umstellung für den Körper. Gestern hat es hier noch gehagelt. Heute sind es wieder 30 Grad. Wir haben schon Spielerinnen dabei, die kicken können und das werden sie in den nächsten Spielen hoffentlich noch mehr zeigen."
Alexandra Popp (Kapitänin Deutschland): "Wir waren souverän. So will ich meine Mannschaft sehen. Es lief heute wirklich gut. Die Führung hat uns Sicherheit gegeben. Wir haben überragend gespielt und ich bin wirklich glücklich. Letztlich haben die vielen Unterbrechungen uns etwas den Rhythmus genommen."
Martina Voss-Tecklenburg (Bundestrainerin Deutschland): "Es ist schön, das wir das Ziel erreicht haben. Das war nicht leicht. Wir sind total happy. Ich freue mich sehr für Poppi, für die es ein besonderes Spiel war. Sie hat perfekt für die Mannschaft gearbeitet."

Tweet zum Spiel:

Alexandra Popp krönte ihr Jubiläum mit dem Kopfballtor zur 1:0-Führung.

Das fiel auf: Videobeweis sorgt für Unmut

Sowohl dem 1:0 als auch dem 2:0 gingen Überprüfungen des Videobeweises voraus. Die Zuschauer in Grenoble waren damit überhaupt nicht einverstanden und so gab es ein gellendes Pfeifkonzert. Die Entscheidungen an sich waren vertretbar. Als in der ersten Halbzeit ein drittes und viertes Mal der Videobeweis zur Anwendung kam, wirkten auch die Spielerinnen zunehmend genervt von den Unterbrechungen.

Die Statistik: 3

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