Eurosport
Frauen-WM 2023 - Alexandra Popp gibt tiefe private Einblicke in Autobiographie: "Die schlimmste Zeit"
Von
Publiziert 01/08/2023 um 15:38 GMT+2 Uhr
Kapitänin Alexandra Popp berichtet in ihrer am Dienstag veröffentlichten Autobiografie von einem Zoff mit dem DFB in Rahmen der Prämienverhandlung vor der WM 2019 in Frankreich. Damals hätten die Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes eine Summe angeboten, "die unter der beim letzten Turnier liegt", heißt es in Popps Buch "Dann zeige ich es euch eben auf dem Platz".
Erfahrung trifft auf junge Wilde: Oberdorfs Rezept gegen Südkorea
Quelle: Perform
Auf dem märchenhaften Höhepunkt ihrer Karriere durchschritt Alexandra Popp zugleich ein tiefes Tal der Trauer.
"Es ist die beste Zeit, und es ist die schlimmste Zeit. Im glitzernden Nachgang der Europameisterschaft erlebe ich Momente, von denen ich niemals geträumt habe. Und immer wieder", offenbart die Kapitänin des Fußball-Nationalteams in ihrer am Dienstag erschienenen Autobiografie, "springt mein Herz in 1000 Stücke beim Gedanken an Papa."
Während Popp aktuell bei der WM in Australien mit dem DFB-Team um den Einzug ins Achtelfinale kämpft, ist ihr Buch "Dann zeige ich es euch eben auf dem Platz" (Droemer Verlag) erschienen. Hält die beliebteste Fußballerin Deutschlands gewöhnlich ihr Privatleben unter Verschluss, gewährt die 32-Jährige darin nicht nur Einblicke in den mitunter steinigen Weg bis zur gefeierten Kapitänin des Nationalteams, sondern auch in ihr Seelenleben.
Wie im emotionalen Rückblick auf das Vorjahr. Wenige Monate nach dem Sommermärchen in England mit der Stürmerin als EM-Heldin mit sechs Turniertoren in der Hauptrolle ist Popps Vater Andreas an Kehlkopfkrebs verstorben. Die "E.T."-Jubelgeste bei ihrem Doppelpack im WM-Auftakt gegen Marokko (6:0) Anfang der vergangenen Woche hatte sie ihm gewidmet.
Popp: Vom einzigen Mädchen in einem Jungs-Team zum Superstar
Popp als Familienmensch - das ist ohnehin ein besonderes Thema. So schildert die Torjägerin, wie die Eltern einst hochverschuldet ihre Metzgerei aufgaben und Privatinsolvenz anmeldeten - und die beiden Kinder Alexandra und Dennis finanziell mithelfen mussten. "Damit habe ich in all der Zeit nie aufgehört", betont Popp rückblickend, "alles, was ich verschmerzen kann, gebe ich ab."
Popp als Vorbild, das gerne Verantwortung übernimmt - der Weg vom einzigen Mädchen in einem Jungs-Team in Silschede bis zum gefeierten Superstar war lang. Mit der langjährigen Bundestrainerin Silvia Neid kommt sie anfangs nicht gut zurecht, 130 Länderspiele später ist sie längst die unumstrittene Anführerin und das Gesicht dieses Nationalteams.
Noch frisch in dieser Rolle musste sie sogleich Konflikte mit dem eigenen Verband ausfechten. Popp schildert einen Zoff mit dem DFB vor der vergangenen WM 2019 in Frankreich, als es um die Verhandlung der Prämien geht. Equal Pay ist damals nicht mal im Absatz ein Thema, das erste Angebot des Verbandes lag laut Popp sogar unter dem beim vorherigen Turnier.
Popp erzählt von Prämien-Zoff 2019: "Wie ein Schlag in die Fresse"
In diesem Moment sei ihr als Reaktion rausgerutscht: "Ganz ehrlich, das ist wie ein Schlag in die Fresse." Die "DFB-Herren" regten sich darüber laut Popp "tierisch auf", die Verhandlung sei dann vertagt worden.
Das Ende vom Lied: Eine für damalige Verhältnisse Rekord-Titelprämie von 75.000 Euro - der Titeltraum von Popp und Kolleginnen aber platzte vorzeitig im Viertelfinale. Jetzt, vier Jahre später, soll es unbedingt weitergehen auf der Jagd nach dem dritten Stern. Für das nächste märchenhafte Kapitel.
Das könnte Dich auch interessieren: Leichte Entwarnung bei Doorsoun - Rauch zurück im Lauftraining
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/08/01/3755121-76392348-2560-1440.png)
Unbeirrt in die Weltspitze: Der furiose Aufstieg von Jule Brand
Quelle: Eurosport
Werbung
Werbung