Drei Dinge, die bei Australien – England auffielen: Chelsea-Star Sam Kerr wird zur tragischen Heldin

Aus und vorbei: Australiens Traum vom ersten WM-Titel endete am Mittwoch im Halbfinale gegen England. 1:3 hieß es nach 90 Minuten aus Sicht der Matildas. Besonderen Trost dürfte im Nachgang Sam Kerr benötigen, der Superstar des FC Chelsea traf zwar sensationell, ließ aber auch etliche Großchancen liegen. Aufseiten der Engländerinnen ragte besonders eine Spielerin heraus. Drei Dinge, die auffielen.

Sam Kerr konnte das Aus ihrer Mannschaft nicht abwenden

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"Ich bin stolz und traurig zugleich", sagte Australiens Trainer Tony Gustavsson im Anschluss an die bittere Halbfinal-Niederlage seiner Mannschaft gegen Europameister England (1:3). "Wir hätten so gerne gewonnen und den Zuschauern noch mehr Freude bereitet."
Freude hatte Gastgeber Australien den Fans in den vergangenen Wochen tatsächlich zuhauf bereitet, die Co-Gastgeberinnen ließen ihre Anhänger lange vom ersten WM-Titel träumen. Letztlich reichte es nicht, die Lionesses machten sämtliche Hoffnungen zunichte. "Es war eines dieser Spiele, in denen die kleinen Details entscheidend sind", analysierte Gustavsson.
Kleine Details wie Chancenauswertung beispielsweise. England zeigte sich deutlich kaltschnäuziger, während die Matildas besonders in Person von Superstar Sam Kerr etliche Großchancen liegenließen. Kleine Details wie schwerwiegende Abwehrpatzer. England vermied sie weitestgehend, Australien baute sie immer wieder unfreiwillig ein.
Drei Dinge, die bei Australien – England auffielen.

1.) Kerrliches Tor, tragische Heldin

Es sollte Sam Kerrs ganz großer Auftritt werden. Die Star-Spielerin, die ihr Geld beim FC Chelsea verdient, stand nach überstandener Wadenverletzung erstmals im laufenden Turnier in der Startelf und schulterte prompt die Hoffnungen eines ganzen Landes.
In der ersten Halbzeit schien Gustavssons Plan mit Kerr nicht aufzugehen. Die 29-Jährige wirkte eher hemmend denn befreiend für die Mannschaft, die bislang auch ohne Kerr gut gefahren war. Doch das Bild änderte sich nach dem Seitenwechsel.
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Traumtor! Sam Kerr traf gegen England zum 1:1

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Kerr war plötzlich an jeder Offensivaktion beteiligt, in der 63. Minute nahm die Angreiferin auf Höhe der Mittellinie einen Pass von Teamkollegin Katrina Gorry auf und machte sich auf in Richtung gegnerisches Tor. Die Engländerinnen gaben ehrfürchtig Begleitschutz und staunten, als Kerr aus 25 Metern ansatzlos abzog und die Kugel im Winkel hinter Torhüterin Mary Earps einschlug.
Frenetischer Jubel im Rund, Kerrs großer Moment. Es hätten durchaus noch weitere folgen können. Nach einer Hereingabe von Mary Fowler kam Kerr unbedrängt zum Kopfball, setzte die Kugel aber über die Latte (82.), wenige Minuten später ließ England-Keeperin Earps den Ball vor Kerrs Füße prallen, doch Australiens Rekord-Torschützin brachte das Kunststück fertig, das Kunstleder aus fünf Metern vorbeizuschießen (85.).
Kerr wurde somit zur tragischen Heldin, die nach der Begegnung dennoch mit Lob überhäuft wurde. "Sie war so lange raus, konnte kaum trainieren. Und dann macht sie dieses Tor. Sie ist unglaublich", schwärmte ihr Coach. Englands Trainerin Sarina Wiegman erklärte: "Man hat ganz klar gesehen, warum sie der Star des Teams ist."

2.) Hemp the Champ

Apropos Star - England hat im Vergleich zu Australien gleich mehrere Ausnahmekönnerinnen im Team. Zum Beispiel Lauren Hemp von Manchester City.
Die 23-Jährige Offensivspielerin stellte die australische Hintermannschaft vor reichlich Probleme. Beim 2:1 nutzte Hemp ein Missverständnis zwischen Abwehrspielerin Ellie Carpenter und Torhüterin Mackenzie Arnold eiskalt aus und bugsierte den Ball über die Linie.
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Spielerin des Spiels: Lauren Hemp

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Alessia Russos entscheidenden Treffer (86.) bereitete Hemp mit einem No-Look-Pass in die Schnittstelle sehenswert vor.
Grundsätzlich ragte Hemp in einer ohnehin schon starken Offensive heraus. Am Ende standen – neben Tor und Vorlage – drei Torschussvorlagen und eine Passquote von 93 Prozent zu Buche. Kein Wunder, dass Englands Nummer 11 am Ende zur Spielerin der Partie gekürt wurde.

3.) Kennedy nicht zu ersetzen

Alanna Kennedy avancierte während des Turniers zu einer der wichtigsten Figuren in Gustavssons Schachspiel.
Die Innenverteidigerin von ManCity hielt die Defensive zusammen und hatte enormen Anteil daran, dass die Matildas in fünf Spielen lediglich zwei Gegentore hinnehmen mussten (beim 2:3 gegen Nigeria). Ein Beispiel gefällig?
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Der Fels in Australiens Brandung: Alanna Kennedy (r.)

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Im Viertelfinal-Duell mit Frankreich (7:6 n. Elfmeterschießen) standen sage und schreibe 17 (!) klärende Aktionen in den Statistikbüchern. WM-Spitzenwert.
Im wichtigen Halbfinale gegen England musste die Abwehrspielerin aufgrund eines Infekts kurzfristig passen - und wurde schmerzlich vermisst.
Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Kennedy-Ersatz Clare Polkinghorne, Carpenter und Clare Hunt waren von Beginn an offensichtlich. Besonders bei langen Bällen war vom einstigen australischen Abwehrriegel nicht mehr viel zu sehen.
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Quelle: Perform

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