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Frauen-WM 2023 - Drei Dinge, die bei Deutschland gegen Marokko auffielen: Popp ist ein Cheatcode
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Publiziert 24/07/2023 um 15:11 GMT+2 Uhr
Deutschland ist mit einem echten Statement in die WM 2023 gestartet. Das 6:0 gegen Marokko war der höchste Sieg im bisherigen Turnierverlauf. Damit setzte das DFB-Team nach den durchwachsenen Testspielen ein Ausrufezeichen in Richtung der Mitfavoriten, die sich beim Auftakt mitunter schwertaten. Verlassen durfte sich die Nationalmannschaft dabei auf Kapitänin Alex Popp. Drei Dinge, die auffielen.
Popp nach Gala zufrieden: "Haben das Spiel an uns gerissen"
Quelle: Perform
Nach 70 Minuten schwappte die Laola-Welle durch den AAMI Park. Unter den 27.256 Zuschauern in Melbourne feierten zahlreiche mitgereiste deutsche Fans die 6:0-Gala des DFB-Teams gegen Marokko überschwänglich.
Mit Kritiken im Koffer nach Australien geflogen, setzte Deutschland in Melbourne ein echtes Ausrufezeichen. "Wir können mit diesem Auftakt zufrieden sein", freute sich Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem Start im "ZDF".
Überragende Spielerin auf dem Feld war dabei einmal mehr Alexandra Popp, die den Kantersieg des DFB-Teams mit zwei Kopfballtreffern in der ersten Halbzeit einleitete (11./39.). Taktisch überzeugte Deutschland dabei auch dank einer Notlösung.
Drei Dinge, die beim deutschen WM-Auftakt auffielen:
1. Popp ist Deutschlands Cheatcode
Es war ein Tor der Marke Weltklasse: Nach einem Eckball von Klara Bühl tauchte Alexandra Popp artistisch ab und köpfte im Fallen mit dem Hinterkopf zum 2:0 ein (39.). Als "physikalisch kaum möglich" beschrieb die ehemalige Bayern-Spielerin und TV-Expertin Kathrin Lehmann das Kunstwerk.
"Wenn sie alleine dort steht, wird es brandgefährlich", erklärte die verletzte Nationalspielerin Giulia Gwinn im "ZDF" Popps seltene Qualität in der Box.
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Alexandra Popp (r.) mit Doppelpack gegen Marokko
Fotocredit: SID
Die Wolfsburgerin selbst scherzte nach dem Spiel: "Am stärksten bin ich mit dem Kopf, egal in welcher Höhe."
Schon nach elf Minuten hatte sie die deutsche Nationalmannschaft mit ihrem ersten Kopfballtreffer des Abends auf Kurs gebracht und das Team von Voss-Tecklenburg mit Nachdruck bei der WM in Australien und Neuseeland angemeldet.
"Dass ich meiner Mannschaft mit den beiden ersten Toren Sicherheit geben konnte, freut mich", sagte die 32-Jährige nach dem Spiel im "ZDF".
Doch nicht nur mit ihrem Doppelpack setzte die DFB-Kapitänin ein Ausrufezeichen. Popp lief viel, rieb sich auf, störte die Marokkanerinnen im Aufbauspiel und half hinten aus.
Nach 17 Minuten köpfte sie einen Freistoß aus der Gefahrenzone vor dem Tor von Merle Frohms, nach 40 Minuten verfolgte sie Ghizlane Chebbak bis ins Mittelfeld und luchste der Kapitänin Marokkos dank ihrer körperlichen Robustheit den Ball ab.
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Alexandra Popp trifft gegen Marokko zum 2:0
Fotocredit: Getty Images
"Das ist Poppi, das ist ihre Qualität", lobte Voss-Tecklenburg und blickte nach vorn: "Dass sie diese Wucht hat, löst auch etwas bei den nächsten Gegnern aus."
Mit ihren Länderspieltreffern 63 und 64 stieg Popp am Montag zur dritterfolgreichsten DFB-Torschützin der Geschichte auf und zog mit Inka Grings gleich. Nach 82 Minuten verließ die Starstürmerin den Rasen im Melbourne Rectangular Stadium und erhielt die verdienten Standing Ovations von den 27.256 Zuschauern.
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Nach Schwangerschaft bei der WM: Leupolz überglücklich
Quelle: Perform
Ein Jahr nachdem Popp die deutsche Mannschaft mit sechs Treffern ins Finale der Europameisterschaft 2022 geführt hatte, lässt die Kapitänin das Team im australischen Winter erneut vom Sommermärchen träumen.
Ihre Gegnerinnen dürften dagegen unruhige Nächte erleben.
2. DFB-Team hört die Warnsignale
Europameister England wackelte beim 1:0 gegen Haiti, Mitfavorit Frankreich stolperte beim 0:0 gegen Jamaika. Auch weitere Top-Mannschaften hatten zum Auftakt in die Weltmeisterschaft überraschende Probleme. "Die anderen haben sich schwergetan", merkte Voss-Tecklenburg an.
Entsprechend gewarnt startete die DFB-Elf in die Begegnung gegen Marokko. "Die Anspannung ist bei einem ersten WM-Spiel sicherlich da", räumte die Bundestrainerin vor dem Anpfiff ein.
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Martina Voss-Tecklenburg war mit dem Auftakt gegen Marokko sehr zufrieden
Fotocredit: Getty Images
Gerade, weil die Mannschaft um Bayern-Star Lina Magull nach den schwachen Vorbereitungsspielen gegen Vietnam (2:1) und Sambia (2:3) in die Kritik geraten war. Doch Deutschland trat zum Start in Down Under von Beginn an hellwach auf und schnürte überforderte Afrikanerinnen sofort in der eigenen Hälfte ein.
75 Prozent Ballbesitz verbuchte Deutschland gegen Marokko und gewann 55 Prozent der Zweikämpfe. Das 6:0 war der bislang höchste Sieg im Turnier. "Wir wollten den Vorwurf nicht auf uns sitzen lassen, dass wir in den vergangenen Spielen unsere Chancen nicht genutzt haben. Effizienter geht es kaum", freute sich Torhüterin Merle Frohms.
Mit einem starken Gegenpressing ließen die Vize-Europameisterinnen den Außenseiter fast nie in die Begegnung kommen. "Sie haben alle Kritik an die Wand gespielt", lobte Gwinn: "Es war eindrucksvoll, sie haben ein Ausrufezeichen für alle Mannschaften gesetzt."
Entsprechend erleichtert zeigte sich die Bundestrainerin nach dem gelungenen Auftakt: "Wir fliegen glücklich zurück nach Sydney."
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Die deutsche Mannschaft wurde beim WM-Auftakt in Melbourne von vielen Fans bejubelt
Fotocredit: Getty Images
Eine perfekte Reaktion auf die Zweifel vor dem Turnier. "Wir wollten ein Gefühl nach Deutschland vermitteln, dass wir bereit für dieses Turnier sind", sagte Mittelfeldspielerin Magull. Das Team hat die deutlichen Warnsignale gehört.
3. Deutsche Not wird zur Geheimwaffe
Das WM-Aus von Bayern-Star Gwinn sorgte für eine Baustelle auf der Rechtsverteidigerposition. Sarai Linder und Paulina Krumbiegel, die diese Position in der Vergangenheit mitunter bekleidet hatten, flogen nach der Vorbereitung schlussendlich nicht mit nach Australien.
Stattdessen bahnte sich schon im letzten Testpiel gegen Sambia eine alternative Lösung an: Die Wolfsburger Angreiferin Svenja Huth, die im Verein auf dem rechten Flügel aufläuft. Doch mit der offensivstarken 32-Jährigen als rechter Verteidigerin ergaben sich für Voss-Tecklenburg neue taktische Optionen.
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Svenja Huth muss defensiv aushelfen
Fotocredit: SID
Deutschland operierte in der Spieleröffnung über weite Strecken mit einer Dreierkette. Während Felicitas Rauch hinten einrückte, schob Huth die Linie nach vorne und sorgte im Angriffsspiel für Wirbel. Mit 81 Ballkontakten hatte sie die meisten Aktionen aller Offensivspielerinnen und bereitete den vierten Treffer der deutschen Mannschaft mit einer herrlichen Hereingabe vor.
Zudem erlaubte die mutige Ausrichtung von Huth den wendigen Jule Brand und Klara Bühl viel Flexibilität in den Halbräumen vor der marokkanischen Kette. "Wir wollten über eine Seite hochschieben und die beiden in torgefährliche Situationen bringen", analysierte Voss-Tecklenburg nach dem Spiel.
Das Konzept machte sich bezahlt: Brand und Bühl lieferten die meisten Torschussvorlagen und gaben nach Mittelstürmerin Popp die meisten Torschüsse ab.
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Klara Bühl erzielte das 3:0
Fotocredit: Getty Images
Bühl erzielte unmittelbar nach dem Seitenwechsel zudem ihren ersten WM-Treffer zum 3:0 (46.). "Wir haben es sehr gut geschafft, zu zeigen, was wir zu leisten im Stande sind", lobte Gwinn im "ZDF". Einzig die Konterabsicherung wirkte in einzelnen Situationen anfällig. Angreiferin Rosella Ayane schaltete im ersten Durchgang gefährlich über die linke Seite hinter der hochgeschobenen Huth um und wurde erst von Innenverteidigerin Sara Doorsun abgelaufen.
Der Feinschliff steht also noch aus. Aber die Notlösung Huth kann sich für Deutschland zum X-Faktor entwickeln.
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Mentalitätsmonster Popp: Deutschlands Stabilisator im Fokus
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