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Brasilien schlägt schwaches DFB-Team: "Jeder hatte mit sich selbst zu kämpfen"

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Gabriel Jesus trifft gegen Deutschland

Fotocredit: Getty Images

VonTim Neuenfeldt
27/03/2018 Am 21:47 | Update 27/03/2018 Am 22:37

Brasilien schlägt Deutschland mit 1:0 (1:0) beim WM-Test im Berliner Olympiastadion. Damit revanchierte sich die Seleção für die 1:7-Niederlage bei der WM 2014 im eigenen Land. Damals schoss der spätere Weltmeister den Gastgeber im Halbfinale raus. Für das Tor der Brasilianer sorgte Gabriel Jesus (38.), dessen Treffer den Rekord von 23 ungeschlagenen Spielen des DFB-Teams verhinderte.

So lief das Spiel:

Joachim Löw rotierte gleich sieben Mal und würfelte seine Startformation im Vergleich zum 1:1 gegen Spanien mächtig durcheinander. Zunächst schien dieses keine großen Spuren zu hinterlassen, denn gegen etwas verunsicherte Brasilianer gehörte dem DFB-Team die Anfangsviertelstunde, ohne sich allerdings Großchancen zu erspielen.

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Der Seleção war danach deutlich anzumerken, dass sie gewillt war, das 1:7 aus dem WM-Halbfinale endlich aus den Köpfen zu bekommen. Mit sehr stabiler Defensive und vereinzelten blitzschnellen Gegenangriffen über den pfeilschnellen Gabriel Jesus erkämpften sich die Gäste ein Gleichgewicht.

Die deutsche Mannschaft agierte im letzten Spieldrittel nicht zwingend genug, so dass letztlich nicht mehr als ein verunglückter 13-Meter-Schuss von Ilkay Gündogan zu Buche stand.

Besser machten es die Brasilianer, die allerdings aus einer Abseitsposition von Jesus heraus den ersten Hochkaräter auf dem Fuß hatten, doch der Youngster verzog nach einem herrlichen Haken aus 13 Metern freistehend, in dem er das Spielgerät in den Berliner Nachthimmel feuerte (36.).

Nur zwei Minuten später war es dann soweit. Nach einem Fehler im Aufbauspiel von Gündogan ließ sich Antonio Rüdiger sus dem Zentrum ziehen und so konnte Willian punktgenau auf Jesus flanken, der aus sechs Metern zwar wuchtig, aber unplatziert mit dem Kopf auf Kevin Trapp abschloss. Dieser schaffte es nicht, die Kugel noch vor der Linie zu sichern und so ging's aus deutscher Sicht mit einem 0:1 in die Katakomben.

Nach der Pause waren es die Gäste, die besser ins Spiel fanden. Philippe Coutinho (55.) und eine Doppelchance durch Willian und Paulinho (57.) hätten zur Vorentscheidung führen können, doch Trapp reagierte speziell gegen Paulinho stark.

Löw reagierte und wechselte munter durch, doch auch die neuen Spieler konnten sich kaum in Szene setzen. Sandro Wagner schmiss sich in die Flanken, agierte aber ebenso glücklos wie Mario Gomez zuvor.

Die größte Ausgleichschance vergab dann Julian Draxler in der Nachspielzeit, als er mit einem satten Rechtsschuss aus 20 Metern am stark reagierenden Alisson scheiterte.

So stand nach 22 ungeschlagenen Spielen in Folge für Löw mal wieder eine Niederlage zu Buche, die ihm allerdings rechtszeitig vor der WM die Möglichkeit gibt, den mahnenden Zeigefinger in die ein oder andere Wunde zu legen, während Brasilien das Trauma vom 1:7 zumindest ein Stück weit verarbeitet haben dürfte.

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Die Stimmen:

Joachim Löw (Bundestrainer): "Dass die Brasilianer mit ihrer verletzten Seele mit ihrer besten Mannschaft spielen und hochmotiviert auftreten, das war so zu erwarten. Es war irgendwie nicht unser Tag. Wir hatten viele Ballverluste, die so nicht normal sind. Das hat Brasilien stark gemacht."

Kevin Trapp (Deutschland): "Es war ein komisches Spiel. Brasilien hat uns gut zugestellt. Das Tor hat dann auch dazu gepasst. Es war ein Spiel, das wir nicht hätten verlieren müssen. Über einen Wechsel zur Pause haben wir gar nicht geredet, also habe ich auch die zweite Halbzeit gespielt."

Toni Kroos (Deutschland): "Positiv war, dass wir in der zweiten Hälfte hintenraus besseren Fußball gespielt haben als vor der Pause. Mannschaftlich überwiegt klar das Negative. Wir haben gesehen, dass wir nicht so gut sind, wie wir gemacht werden und wie es einige Spieler glauben. Wir haben uns viel zu leicht abkochen lassen. Dabei standen heute einige Spieler auf dem Platz die sich zeigen konnten, das haben sie aber nicht getan. Das ist ärgerlich. Wir haben noch viel Luft nach oben."

Ilkay Gündogan (Deutschland): "Es war bei uns ein bisschen Licht, aber auch sehr viel Schatten. Heute wurde uns aufgezeigt, dass es noch eine Menge zu verbessern gibt. Ich selbst kann es auch deutlich besser machen. Zum Glück haben wir noch etwas Zeit."

Thiago Silva (Kapitän Brasilien): "Was wir heute hier gezeigt haben, war ein Stück mehr als sonst. Es war eine Frage des Stolzes, nach all dem, was geschrieben und gesagt worden ist. Dieses Trikot hat ein bisschen mehr Respekt verdient. Deshalb bin ich überglücklich über den Sieg gegen einen großen Gegner."

Tweet zum Spiel:

Kevin Trapp sah beim 0:1 etwas unglücklich aus.

Das fiel auf: Stoßstürmer, keine Durchschlagskraft

Obwohl Joachim Löw im Gegensatz zum 1:1 gegen Spanien mit Gomez und später Wagner in vorderster Spitze auf zwei echte Kanten setzte, entwickelte das DFB-Team über die gesamten 90 Minuten hinweg im Angriff viel zu wenig Durchschlagskraft, so dass Brasiliens Torhüter Alisson vom AS Rom erst in der Nachspielzeit den ersten und einzigen Torschuss parieren musste.

Die Statistik: 1

Erstmals führte Jérôme Boateng in seiner Berliner Heimat die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän auf das Feld.

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