Deutschland feiert klaren Erfolg im Testspiel gegen Russland

Deutschland hat im vorletzten Länderspiel des Jahres einen insgesamt überzeugenden Auftritt hingelegt und Russland in Leipzig mit 3:0 (3:0) geschlagen. Leroy Sané brachte die Gastgeber in der Red Bull Arena nach sieben Minuten in Führung, Niklas Süle (25.) und Serge Gnabry (40.) legten nach. Damit gelang die Generalprobe für das letzte Nations-League-Spiel am Montag gegen die Niederlande.

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So lief das Spiel:

Deutschland agierte von Anfang an tonangebend. Geduldig begann die DFB-Elf, sich den Gegner mit vielen Bewegungen zurechtzulegen. Die frühe Führung besorgte in der 8. Minute Leroy Sané, der einen schnellen Angriff über Thilo Kehrer und Serge Gnabry mustergültig aus kurzer Distanz vollendete.
Russland bekam kein Zugriff auf die Partie, zog sich früh weit zurück und stellte auf Fünferkette um. Gegen die individuellen Qualitäten der deutschen Mannschaft ein riskanter Ansatz - insbesondere mit dem Tempo und dem Direktspiel der deutschen Elf hatte Russland Probleme.
In der 15. Minute verpasste Sané per Kopf seinen zweiten Treffer. Zehn Minuten später fiel das 2:0 durch Niklas Süle nach einem Eckball: Die Zuordnung der Russen im Sechzehner stimmte nicht und der Verteidiger stocherte frei aus sechs Metern die Kugel über die Linie (25.).
Die gute Chancenverwertung setzte sich mit dem Treffer zum 3:0 in der 40. Minute durch Serge Gnabry fort. Kai Havertz steckte den Ball im richtigen Moment in den Sechzehner durch, Gnabry versenkte frei vor Schlussmann Andrei Lunev. Eine verdiente Pausenführung in einer bis dahin einseitigen Partie.
Der zweite Durchgang begann mit einer Großchance für die Russen, Alexei Ionov setzte den Ball nach gutem Angriff der Gäste aus zehn Metern am Tor vorbei (48.). Russland fand insgesamt besser ins Spiel, Deutschland nahm hingegen etwas den Fuß vom Gas. Die beste Chance der Russen ging jedoch auf Kosten der DFB-Mannschaft: Joshua Kimmich verlängert eine Ecke unglücklich aufs eigene Tor, Jonas Hector köpfte die Kugel in höchster Not von der Linie (55.)
In der Folge wurde der Charakter eines Freundschaftsspiels deutlich, den letzten Ehrgeiz versprühten beide Mannschaften nicht mehr. Die Partie verlor deutlich an Schwung, Deutschland hatte zwar den Ball, aber nicht mehr die Räume. Russland stand defensiv nun besser, Deutschland agierte nicht mehr zwingend genug. Zudem hemmten zwölf Personalwechsel zwischen der 55. und der 79. Minute erheblich den Spielfluss.
Nennenswerte Szenen gab es kaum noch zu sehen, bei vielen Aktionen fehlte es an Genauigkeit – einzig ein Flachschuss nach Ecke durch den eingewechselten Julian Brandt erzeugte etwas Torgefahr (88.). Insgesamt schleppte sich die Partie jedoch mehr oder weniger bis zum Schlusspfiff. Verdient fiel der Erfolg der DFB-Elf am Ende dennoch aus.

Stimmen zum Spiel:

Manuel Neuer (Deutschland): "Das war ein guter Start und das wollen wir gegen die Niederlande fortsetzen. So wie wir die erste Halbzeit gespielt haben, das wollen wir über 90 Minuten zeigen."
Joachim Löw (Bundestrainer): "Die erste Hälfte war gut, wir hatten eine gute Spielkontrolle. Wir haben in einigen Situationen in die Tiefe gehen können, Dynamik hergestellt und zwei Tore schön herausgespielt. Nach der Pause ging aber etwas der Spielfluss verloren. Wir hatten auch nicht mehr so die Raumaufteilung und weniger Ordnung. Da hatten wir auch wieder etwas Durcheinander."
Stanislaw Tschertschessow (Nationaltrainer Russland): "In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass wir gut spielen können. In der ersten Halbzeit waren wir nicht auf das Tempo der Deutschen vorbereitet. Deutschland hat aggressiver gespielt."
Serge Gnabry (Deutschland): "Wir sind sehr zufrieden. Die erste Halbzeit war top von uns, wir haben uns viele Chancen herausgespielt. In der zweiten Halbzeit waren wir zu passiv in den Zweikämpfen."

Das fiel auf: Junge Alternativen überzeugen

Ein Schritt in Richtung Umbruch. Joachim Löw schickte gegen Russland die jüngste Startelf seit dem Confed-Cup-Halbfinale im Vorjahr auf den Platz - nur drei Spielen waren 25 Jahre oder älter. Insbesondere die Offensive sprühte vor neuen Impulsen. Der 19-jährige Kai Havertz gab sein Startelfdebüt, neben ihm kamen Leroy Sané (22), Timo Werner (22) sowie Serge Gnabry (23) zum Einsatz. Und das junge Offensiv-Quartett wusste zu überzeugen.
Das Zusammenspiel funktionierte, außerdem zeichneten Tempo und Spielwitz viele Aktionen der DFB-Auswahl im ersten Abschnitt aus - Attribute, die es zuletzt selten zu sehen gab. Sané krönte seinen Auftritt zudem mit seinen ersten Länderspieltreffer. Allerdings taugte Russland an diesem Abend nur bedingt als Maßstab - für künftige Aufgaben empfahlen sich Havertz, Gnabry und Co. dennoch.

Der Tweet zum Spiel:

Rund 10.000 Plätze blieben beim Länderspiel in Leipzig frei. Auch stimmungsmäßig blieb das Publikum auffallend verhalten.

Die Statistik: Neun

Leipzig ist ein gutes Pflaster für die deutsche Nationalmannschaft. Die vergangenen neun Länderspiele in Leipzig gewann die DFB-Auswahl. In keiner anderen deutschen Stadt kann die Nationalmannschaft eine vergleichbare Erfolgsserie ausweisen.
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