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DFB-Team gibt Sieg gegen Argentinien aus der Hand

DFB-Team gibt Sieg gegen Argentinien aus der Hand

09/10/2019 um 23:37Aktualisiert 10/10/2019 um 10:29

Deutschland musste sich in einem Testländerspiel in Dortmund trotz klarer Führung mit einem 2:2 (2:0) gegen Argentinien begnügen. Serge Gnabry brachte die DFB-Auswahl vor 42.000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park in Führung, Kai Havertz erhöhte kurz darauf (22.). Argentinien schlug in der zweiten Halbzeit durch Treffer von Lucas Alario (66.) und Lucas Ocampos (85.) zurück.

So lief das Spiel:

Während die ersten zehn Minuten von leichten Anlaufproblemen der deutschen Elf gezeichnet waren, präsentierte sich die Mannschaft in der Folge sehr aufmerksam und engagiert. Der Ball wurde zunächst mehrheitlich den Gästen überlassen, aber durch ein konzentriertes Mittelfeldpressing ließ man nicht nur keiner Torchancen der Gegner zu, sondern kam selber immer wieder nach schnellen Umschaltsituationen zu gefährlichen Torchancen.

Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld setzte sich Serge Gnabry nach einer Flanke von Lukas Klostermann im Strafraum gegen zwei Verteidiger durch und spitzelte den Tor zur frühen Führung in die Maschen (15. Minute). Nur kurz darauf kam Kai Havertz zu seinem ersten Tor im Dress der Nationalelf, als er eine Hereingabe von Gnabry zum 2:0 verwertete (22.).

Marcel Halstenberg nahm bei einem Freistoß aus knapp 25 Metern maß und setzte den Ball an die Unterkante der Latte (32.). Im Gegenzug kamen auch die Argentinier zu einem Aluminiumtreffer, als Rodrigo de Paul aus der Distanz abzog, doch der Ball vom Pfosten zurück ins Feld sprang (33.).

Die deutsche Elf spielte ihre Tempovorteile in der Offensive gut aus und kam vor allem über die aktive rechte Seite mit Klostermann gut und schnell nach vorne. Die Offensive aus Julian Brandt - Gnabry - Waldschmidt zeigte sich sehr variabel und für die Abwehr schwer auszurechnen. In der Defensive wurde bis auf den Schuss von de Paul nichts zugelassen.

Der Gast aus Argentinien stellt zur Halbzeitpause um und brachte mit Lucas Ocampos und und Marcos Acuña zwei neue Kräfte. Der zweite Durchgang konnte allerdings nicht an das Tempo oder die Qualität der ersten 45 Minuten anknüpfen.

Durch die Einwechslung von Lucas Alario wechselte Lionel Scaloni einen wichtigen Baustein für die Aufholjagd ein. Nach Flanke von Acuña köpfte Alario aus elf Metern zum Anschlusstreffer ein (66.). In der Folge erhöhte Argentinien den Druck und gönnte der Mannschaft von Löw keine Verschnaufspausen. Schlussendlich konnte die Abwehr nicht mehr standhalten und kam nach einen Dribbling von Alario durch Ocampos zum verdienten Ausgleich (85.). Im zweiten Spielabschnitt erspielten sich die Deutschen lediglich zwei weitere Chancen. Emre Can scheiterte nach einem Konter frei vor Keeper Agustín Marchesin (55.) und Brandt prüfte den Schlussmann mit einem Distanzschuss (57.).

Das Testspiel endete daher mit einem verdienten 2:2-Unentschieden. Während Deutschland in der ersten Halbzeit trotz vieler Umstellungen sehr positiv auftrat, folgte im zweiten Durchgang ein kleiner Einbruch und der Druck der Argentinier wurde zu groß.

Die Stimmen zum Spiel:

Joachim Löw (Deutschland): "Die erste Halbzeit war schon richtig gut. Wir wollten von Anfang an im Spiel und unsere Chancen vorne suchen. Wie sich die unerfahrenen Spieler heute gezeigt haben war positiv. In der zweiten Halbzeit hätte ich mir mehr Ruhe innerhalb der Mannschaft gewünscht, aber das haben wir dann nicht mehr auf den Rasen gebracht. Trotzdem müssen wir mit dem Jungs Nachsicht haben und für ein Testspiel war es ein gutes Spiel."

Joshua Kimmich (Deutschland): "Das Spiel war ein bisschen zweigeteilt. In der ersten Halbzeit standen wir gut und hatten gute Gegenstöße nach vorne. In der zweiten Halbzeit hatten wir zu selten den Ball und häufige Ballverluste. Argentinien hat dann immer wieder die Schnittstellen gefunden und hat uns hinten rein gedrückt. Dann haben wir leider den Vorsprung verspielt."

Das fiel auf: Schwung über rechte Seite

Die deutsche Nationalmannschaft kam heute in Halbzeit eins vor allem über die rechte Seite in der Offensive zum Zug. Der offensiv ausgerichtete Klostermann, seines Zeichens rechter Außenspieler in der Fünfer-Kette, stellte seinen Gegenspieler Nicolás Tagliafico vor große Probleme. In der zweiten Halbzeit war Klostermann nach der Umstellung der Argentinier dann in der Defensive gefordert und Deutschland kam kaum noch zu offensiven Entlastungen.

Der Tweet zum Spiel:

Die Sport-Satire-Seite Wumms zog einen Vergleich zu den vergangenen Leistungen des BVB, in dessen Stadion das heutige Spiel stattgefunden hatte.

Die Statistik: 4

Bundestrainer Joachim Löw setzte heute vier Neulinge in der Nationalelf ein. Robin Koch und Luca Waldschmidt fanden sich dabei sogar in der Startelf wieder, Nadiem Amiri und Suat Serdar waren als Einwechselspieler für die deutsche Mannschaft aktiv. Vor allem Koch und Waldschmidt konnten sich für größere Aufgaben empfehlen.

Video - "Wahnsinniges Tempo gegangen": Extralob für Gnabry von Löw

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