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Nationalmannschaft: Bundstrainer Hansi Flick mit "neuer Spielphilosophie" in Schicksalsspiele gegen Japan und Frankreich
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Publiziert 09/09/2023 um 12:19 GMT+2 Uhr
Mit einer "neuen Spielphilosophie" schickt Bundestrainer Hansi Flick die Nationalmannschaft in die für ihn richtungsweisenden Spiele gegen Japan (20:45 Uhr im Luiverticker) und Frankreich. Gelingt der sehnlich erwartete Neustart nicht, könnte angeblich sogar sein Posten auf dem Spiel stehen. "Wir werden wir eine Mannschaft haben in der Idee, wie wir Fußball spielen wollen", kündigte er an.
Mit Führungsduo zur Heim-EM: Flick macht Gündogan zum Kapitän
Quelle: SID
Hansi Flick nahm einen tiefen Zug stilles Wasser und legte mit einem Knalleffekt los. Konzentriert und lächelnd skizzierte der Bundestrainer vor seinen Schicksalstagen in 23 Minuten den Masterplan zur Rettung seines Jobs - und er überraschte mehr als 70 Journalisten und 15 Kamerateams mit einem neuen Kapitän.
"Ich habe mich entschieden, Ilkay Gündogan die Kapitänsbinde zu geben, gemeinsam mit Joshua Kimmich ist das unser Führungsduo", sagte Flick vor dem brisanten Wiedersehen mit Japan am Samstag (20.45 Uhr/RTL), "das gibt uns eine neue Energie." Der Champions-League-Sieger und Weltklasse-Strippenzieher Gündogan löst damit den verletzten Manuel Neuer ab, er ist der Fixstern in Flicks Stammelf für die Heim-EM. Doch damit nicht genug: Der Bundestrainer will auch seine Spielidee grundlegend reformieren.
Flick beteuerte, er habe aus dem WM-Schock seine Lehren gezogen. "Es geht im Leben immer darum, dass man aus der Vergangenheit lernt", sagte er: "Wir haben aus der WM viel mitgenommen. Jetzt haben wir uns auf eine Spielphilosophie geeinigt." Diese beschrieb Flick so: "Wir wollen die Mannschaft aktiv sehen, die Intensität hochhalten - und letztlich Vertrauen zurückgewinnen."
Kimmich in neuer Rolle: Zurück in die Abwehr
Kimmich, zuletzt in Abwesenheit Neuers Kapitän und von Flick noch im Juni mit Michael Jordan verglichen, wird auch seinen Platz im Machtzentrum des deutschen Aufbaus räumen müssen. Flick deutete an, er habe Kimmich im Geheimtest gegen die eigene U20 nicht ohne Hintergedanken als Rechtsverteidiger getestet. Rückt der Münchner dann in Ballbesitz in die Mitte, würde Gündogan auf die Acht vorgehen - und die Angriffe inszenieren.
Kimmich hingegen wird laut Flick dort eingesetzt, "wo er der Mannschaft am meisten bringt": rechts hinten, was für den Bundestrainer eine sehr lästige Baustelle der vergangenen Jahre schließt.
Am Tag, an dem die Amazon-Dokumentation des Scheiterns in Katar online ging, vergab der Bundestrainer den Platz in der Innenverteidigung neben Abwehrchef Antonio Rüdiger an Niklas Süle. Ja, Malick Thiaw sei ein guter Mann, der sich toll entwickle: Aber spielen werde Süle, der nach dem Denkzettel der Ausbootung für das Juni-Fenster bei seinem Auftritt trotzig gewirkt hatte.
Von der WM-Doku, die er selbst aus Zeitmangel noch nicht gesehen hat, und anderen Nebenthemen will sich Flick nicht ablenken lassen. Ob Kritik von Kai Havertz an den Fans, Diskussionen um die US-Reise, Spekulationen über seinen Rauswurf: "Ich lese kaum noch etwas, das tut mir gut."
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Havertz macht Fans Vorwürfe: "War kein Support vorhanden"
Quelle: SID
Flick genießt Coup mit Gündogan
Der 58-Jährige wirkte kraftvoller, energiegeladener als zuletzt, den Gündogan-Coup schien er zu genießen. Er wurde nicht "gegrillt", weil es dafür keinen Anlass gab. "Ich habe Lust, diese Mannschaft zu betreuen, bin stolz und dankbar", versicherte Flick, "das macht wahnsinnig viel Spaß."
Dabei bricht er mit vermeintlichen Gewissheiten über Personal und Taktik. "Jetzt", sagte Flick, das Wort betonend, "werden wir eine Mannschaft haben in der Idee, wie wir Fußball spielen wollen." Das war vorher also nicht der Fall?
Als Degradierung würde er Kimmichs Abzug von der Sechs selbstverständlich niemals bezeichnen. "Jo", wie er Kimmich nennt, ein "absoluter Profi und Teamplayer", könne die Mannschaft "auf verschiedenen Positionen den Tick besser machen". Seine Aufgabe sei, diese Position zu identifizieren.
Gündogan hingegen werde "ein bisschen eine andere Rolle haben als zuletzt". Und zwar die wichtigste auf und neben dem Platz. Dass Neuer noch um sein Bundesliga-Comeback kämpft, gibt allen Seiten Zeit. "Manu muss erst mal gesund werden", sagte Flick.
Völler stärkt Flick den Rücken
Am Samstag muss er in der ausverkauften Volkswagen-Arena unter Maximaldruck seine Karten aufdecken. Ab sofort spiele der Kern des künftigen EM-Teams, hat der Bundestrainer erklärt - mindestens auf acht Positionen wird sich dann wohl nichts mehr tun.
Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) kann sich der Bundestrainer Unterstützung gewiss sein - zumindest für die Spiele gegen Japan und Frankreich (Dienstag). "Ich und wir alle haben vollstes Vertrauen in Hansi", versicherte Sportdirektor Rudi Völler im Podcast "Spielmacher". Flick habe die Kritik nach den ernüchternden Auftritten im Juni "verstanden. Ich habe gemerkt, dass er immer noch brennt".
Diesen Eindruck bestätigte Flick. Aber: Ohne Siege ist alles nichts.
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(SID)
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