Deutschland schlägt Finnland im ersten WM-Test in Mainz deutlich - Deniz Undav glänzt mit Doppelpack für DFB-Team

Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft hat Finnland im ersten Testspiel vor der WM 2026 deutlich mit 4:0 geschlagen und sich positiv auf das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko eingestimmt. Mittelstürmer Deniz Undav schnürte dabei einen Doppelpack für das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann, auch die Offensiv-Stars Jamal Musiala und Florian Wirtz trugen sich in die Torschützenliste ein.

Kimmich voller Vorfreude: "Das Größte, was es gibt!"

Quelle: SNTV

Im grünen Trainingsanzug und Sportschuhen schlenderte Matchwinner Deniz Undav bei der Ehrenrunde etwas unrund über den Rasen, als die euphorisierten deutschen Fans ihre Hoffnungsträger in den "American Dream" entließen.
Der Doppelpacker war beim 4:0 (1:0) gegen zweitklassige Finnen zwei Wochen vor dem Start der Mission fünfter Stern angeschlagen ausgewechselt worden - und gab dann schnell Entwarnung.
Er habe "ein bisschen Schmerzen, aber nichts Wildes", sagte Undav im "ZDF": "Ein paar Tage Behandlung, dann ist es wieder gut." Der Abend habe die Note "zehn von zehn" verdient: "Wir haben das Spiel gewonnen, ich habe drei Scorer gemacht. Besser hätte es nicht laufen können." Mit Blick auf die WM schob er nach: "Wenn wir das Ding gewinnen, wäre es ein Erfolg."
Der letztlich lockere Sieg gegen die Finnen gab Bundestrainer Julian Nagelsmann die Gewissheit, dass es auch ohne Säulen wie Manuel Neuer und Kai Havertz geht. Undav bewies seine Qualitäten als Vertreter des Champions-League-Finalisten Havertz mit zwei Toren (34./57.) und der Vorlage zum 2:0 durch Florian Wirtz (48.). Auch der nach 434 Tagen zurückgekehrte Zauberfuß Jamal Musiala (63.) ließ die Fans in Mainz jubeln, allerdings blieb der Münchner auch manches schuldig.

Karl überzeugt auf der rechten Seite

14 Tage vor dem WM-Start in Houston gegen Curacao lief gerade in der ersten Halbzeit nicht alles rund. Die deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang machte aber bereits Lust auf mehr, vor allem Jungstar Lennart Karl nutzte seine Chance.
Die Zuschauer wurden schon lange vor dem Anpfiff mit WM-Hits vergangener Jahre in Stimmung gebracht. Als die DFB-Auswahl um 20.11 Uhr zum Warmmachen in die Arena einlief, brandete Jubel auf.
Später präsentierten die Zuschauer eine große Choreografie: Sie tauchten die Westtribüne in Deutschlandfarben und hielten ein Banner mit acht Nationalspielern in die Höhe. "LET'S GO", stand darunter in großen Lettern.
Und die Mannschaft mühte sich, die Vorgabe direkt umzusetzen. Undav vergab eine erste gute Chance (8.), als er im Strafraum den Ball nicht richtig traf. Wirtz und Nathaniel Brown, der etwas überraschend auf der linken Abwehrseite begann, hatten sich sehenswert nach vorne kombiniert.

Baumann statt Neuer im Tor - Mainzer Publikum spendet Applaus

Überhaupt hatte Nagelsmann für den letzten WM-Test auf deutschem Boden einigen Spielern eine Bewährungschance gegeben. Der Dortmunder Felix Nmecha begann im Mittelfeld an der Seite des gesetzten Aleksandar Pavlovic, der Münchner Karl durfte vorne rechts beginnen, zudem erhielt Brown den Vorzug gegenüber David Raum.
Der Frankfurter Verteidiger habe "die Gabe, offensiv die Räume zu finden" und einen "guten Speed", sagte Nagelsmann im ZDF. Raum wiederum sei eine "Art emotionaler Leader", auf der Position des Linksverteidigers habe er "zwei sehr gute Spieler" zur Verfügung.
Dem guten Beginn ließ Deutschland jedoch etliche Minuten Leerlauf folgen. Das Team fand kaum Lücken und spielte nach vorne behäbig. Die Fans beobachteten das Spiel dennoch äußerst wohlwollend.
Der degradierte Torhüter Oliver Baumann, der für den an der Wade verletzten Rückkehrer Neuer begann, erhielt bei seinem ersten Ballkontakt viel Applaus und wurde in der Schlussphase mit Sprechchören bedacht.

Nagelsmann trotz hohem Sieg teils unzufrieden

Doch vorerst sprang der Funke nicht über. Letztlich musste ein Standard helfen: Karl führte einen Eckstoß kurz aus, die Abwehr der Finnen war unsortiert - und so durfte Undav eine Flanke von Joshua Kimmich per Kopf versenken.
picture

Deniz Undav (r.) und Lennart Karl (l.) wirbelten gegen Finnland in der deutschen Offensive

Fotocredit: Getty Images

Überhaupt punktete Karl auf der rechten Seite: Der 18-Jährige spielte ähnlich locker und unbekümmert wie im Verein. In einem zähen ersten Durchgang war er ein Lichtblick. Mit seiner Mannschaft war Nagelsmann sichtlich unzufrieden, griff mehrfach korrigierend ein.
Doch nach der Pause nahm Deutschland Schwung auf. Undav erkämpfte den Ball im finnischen Strafraum und bediente Wirtz per Grätsche, wenig später erhöhte er nach einem Konter - herrlich eingesetzt von Karl. Doch bei der Aktion verletzte sich Undav.
Die DFB-Elf ließ sich davon nicht beirren: Musiala sorgte dafür, dass die Mannschaft am Dienstag mit einem guten Gefühl in Frankfurt abheben wird. Am 6. Juni findet in Chicago die WM-Generalprobe gegen Co-Gastgeber USA statt. Ob Neuer dann im Tor stehen wird, ist offen.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Bundesliga-Spieler glauben nicht an WM-Titel für Deutschland
(SID)
picture

Völler über Zielsetzung: "Andere sind Top-Favoriten"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung