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Hildebrand ersetzt Lehmann
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Publiziert 11/09/2007 um 16:31 GMT+2 Uhr
90 Minuten Wettkampf sind für Stuttgarts früheren Meisterkeeper Timo Hildebrand seit seinem Wechsel zum FC Valencia noch ein Traum. Bundestrainer Joachim Löw verabreicht eine Seelenmassage und lässt Hildebrand gegen Rumänien für den angeschlagenen Jens Le
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Fotocredit: Eurosport
Am 28. April 2004 gehörte Timo Hildebrand zu den 15 Versagern von Bukarest. Mit einer schmerzhaften 1:5-Packung im Gepäck traten die Mannen Rudi Völlers seinerzeit die Heimreise an. Der viertletzte Test vor der EM-Endrunde in Portugal nahm den schmählichen Verlauf der dortigen Vorrunde quasi vorweg.
Dafür konnte Hildebrand nichts, auch nicht für die Klatsche bei den hochmotivierten und spielstarken Rumänen. Der damals 25-jährige VfB-Torwart war erst am Spieltag in die rumänische Hauptstadt bestellt worden.
"Ausgerechnet an diesem Vormittag war mein Handy aus", erinnerte sich der damalige Debütant fast dreieinhalb Jahre später im Rahmen der Pressekonferenz im Hörsaal eins der Sporthochschule Köln. "Als ich es wieder eingeschaltet hatte, waren mehrere Anrufe auf der Mailbox, dass ich für den verletzten Jens Lehmann sofort nach Rumänien kommen soll. Ich habe das Nötigste gepackt, wurde dann mit einem Learjet nach Bukarest geflogen und war eine Stunde vor dem Anpfiff im Stadion. Als es bereits zur Pause 0:4 stand, habe ich mich natürlich sehr gefreut, reinzukommen", bemerkte Hildebrand ironisch.
Oliver Kahn wurde seinerzeit erlöst, jener Oliver Kahn, der noch bis zur WM 2006 Hildebrands Beförderung zur deutschen Nummer zwei im Weg stand. "Man muss warten, bis die älteren Herrschaften abtreten", nahm Hildebrand das ernste Thema aufs Korn. "Es ist immer schön für mich, wenn ich spielen darf. Das ist bei der Nationalmannschaft nicht allzu oft der fall."
Und bald noch seltener in Valencia. Dort besetzt Santiago Canizares - wie Kahn und der mit einer Entzündung am Arm beschäftigte Jens Lehmann ein verdienter End-Dreißiger - den Posten zwischen den Pfosten. Noch. "Im Moment ist der Timo noch hinter ihm positioniert", schätzte Löw die Lage ein. "Aber er lauert auf seine Chance, wirkt auf uns ruhig und gelassen."
Hildebrand weiß, dass die Zeit für ihn arbeitet. Der Bundestrainer fasste die Aussichten in Worte: "Er ist überzeugt, sich die Nummer eins im Laufe der Zeit erarbeiten zu können. Es bleibt ihm keine andere Chance, als Canizares durch Trainingsleistungen irgendwann zu übertrumpfen." Im Moment müsse er warten, stünde "der Sache aber positiv gegenüber. "Er lässt den Kopf nicht hängen, kämpft weiter und versucht mit aller Macht, ins Tor zu kommen."
Bald schon wird sich Hildebrand selbst jüngerer Konkurrenz erwehren müssen - wenn Lehmann seinen Hut genommen hat. "Meine Vorgänger haben auch eine Zeit warten müssen", gab Hildebrand zu. Hinter der designierten Nummer eins des DFB steht potenter Nachwuchs in den Startlöchern.
"Auf der Torhüterposition", erläuterte Löw, "sehen wir im Moment und auch in Zukunft keinerlei Problem. Wir haben eine Reihe überragender Torhüter." Der erfahrene Coach nannte "bewusst René Adler und Manuel Neuer". Die jungen Keeper aus Leverkusen und Gelsenkirchen hätten sich "konstant gezeigt in den letzten Monaten. Sie spielen sehr modern, sie können, was ein Torhüter heute können muss: mitspielen, das Spiel in der Spielauslösung schnell machen." Dazu bewiesen sie Mut bei Flanken und in der Strafraumbeherrschung und seien "sehr gut in Eins-gegen-eins-Situationen". Diese "talentierten Nachrücker" würden irgendwann ihre Chance erhalten - so wie Hildebrand erstmals an jenem unglückseligen 28. April 2004 in Bukarest.
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