Italien trauert um Gigi Riva: Fußball-Idol stirbt im Alter von 79 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes

Italien weint um Gigi Riva. Der beste Stürmer in der Geschichte der Nationalmannschaft verstarb im Alter von 79 Jahren. Der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft starb am Montag an den Folgen eines Herzinfarktes. Der gebürtige Lombarde, der nahezu seine gesamte Karriere für US Cagliari spielte, zählte in den 60er und 70er Jahren zu den weltbesten Stürmern.

Gigi Riva, Getty Images

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Die Eleganz ist betörend. Bestialisch heiß brennt die mexikanische Sonne vom Himmel, als Gigi Riva an diesem 17. Juni 1970 geradezu über den Rasen des Aztekenstadions fliegt.
Wunderbar weich nimmt er den Ball an, mit rechts, dann eine Täuschung aus der Hüfte, mit links, die Karl-Heinz Schnellinger, ausgerechnet Schnellinger, fast zu Boden wirft. Sepp Maier hechtet vergeblich - 3:2 für Italien im WM-Jahrhundertspiel.
Am Montag ist Gigi Riva, der beste Stürmer in der Geschichte jener ruhmreichen Fußball-Nationalmannschaft, im Alter von 79 Jahren gestorben. In seinem geliebten Cagliari auf Sardinien, das zu verlassen er sich stets geweigert hatte. Und Italien weint.
"Für mich war er wie ein Bruder", sagte sein damaliger Mitspieler Roberto Boninsegna in seiner Würdigung. "1970 haben wir ein Märchen erlebt: Italien gegen Deutschland - das war das Spiel von Gigi Riva und Franz Beckenbauer, zwei Fußball-Legenden, die uns in diesen Tagen verlassen haben."

Riva führte US Cagliari zur ersten Meisterschaft

Beckenbauer, das war der "Kaiser", majestätisch in seiner Ruhe und Ausstrahlung. Riva riefen sie hingegen "il rombo di tuono" - das Grollen des Donners.
"Einst war er Luigi ein zerbrechlicher kleiner Junge, ein Sohn der lombardischen Provinz", schrieb der "Corriere dello Sport" am Dienstag: "Später hatte er diese Kraft in seinen Beinen, die Fußballfelder zu durchpflügen schienen."
Der schussgewaltige Lombarde war längst ein Sarde ehrenhalber geworden. Fast seine gesamte Karriere hat Riva bei US Cagliari verbracht, er wurde dreimal Torschützenkönig, führte den Klub zur bis heute einzigen Meisterschaft. Ähnlich wie Uwe Seeler die Lockrufe der Großen zu überhören, von Inter Mailand und Juventus Turin, hat ihm Legendenstatus eingebracht. "Die Sarden entsprechen meinem Charakter, sie sind schweigsam und zurückgezogen", pflegte Riva zu sagen.
Ein Mann der Stille. Und Treue. Einer, der dennoch so wunderbar kindhaft jubeln konnte - wie damals, im Halbfinale von Mexiko-Stadt. Da riss er nach seinem Tor im Überschwang den großen Gianni Rivera um, zwang ihn in einen kuriosen Doppel-Purzelbaum.

Riva erlitt schweren Herzinfarkt

Hunderte Fans haben sich umgehend aufgemacht, um vor dem Krankenhaus von Cagliari Blumen niederzulegen, ihrem Helden Lebewohl zu sagen. Am Sonntag hatte Gigi Riva einen schweren Herzinfarkt erlitten, angeblich wollte er mit seiner Familie besprechen, ob er einer Operation zustimmen soll. Dann verschlechterte sich sein Zustand rapide.
Boninsegna, ebenfalls Torschütze im Jahrhundertspiel, erinnerte sich an eine "Naturgewalt auf dem Platz". Italiens Torhüter-Ikone Dino Zoff betonte, er verliere "einen guten Freund, es ist unendlich traurig".
Früh hatte Riva seine Eltern verloren, weshalb die "Gazzetta dello Sport" auf einer ihrer 17 Sonderseiten den wahrscheinlich schönsten Satz über ihn schrieb: "Er hat sein Leben lang versucht, das Leben einzuholen."
(SID)
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