Kevin Kuranyi: Mit Vollgas durchs Karrieretal

451 Minuten, aufgeteilt auf zwölf Spiele - kein Tor, keine Vorlage. Selbst eine solch ernüchternde Liga-Bilanz lässt Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi nicht aufstecken. Seine sportliche Zukunft hängt, so scheint es, auch stark vom Abschneiden seiner TSG Hoffenheim in der laufenden Saison ab. Mit einem Abstieg will sich Kuranyi nicht verabschieden - er versichert: "Es kribbelt immer."

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Seinen 34. Geburtstag hätte Kevin Kuranyi gerne anders gefeiert - am liebsten auf dem Fußballplatz. Doch als seine Teamkollegen von der TSG 1899 Hoffenheim am vergangenen Mittwoch den FC Augsburg mit 2:1 bezwangen, gehörte der Stürmer nicht einmal zum Kader der stark abstiegsgefährdeten Kraichgauer.
Bis zu seinem Geburtstag, so hatte es Kuranyi im Winter einmal angekündigt, werde er sich Gedanken über seine sportliche Zukunft machen. Zu diesem Zeitpunkt war Huub Stevens noch Trainer der TSG, Kuranyi hatte Angebote aus Australien und Spanien abgelehnt und die Hoffnung auf Einsatzzeiten noch nicht aufgegeben.

Kuranyi: "Man darf nie aufgeben"

Seine Entscheidung, Hoffenheim im Winter die Treue gehalten zu haben, bereut der Angreifer bis heute nicht. "Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, aber ich war erst sechs Monate in Hoffenheim", sagt Kuranyi im "kicker"-Interview.
451 Minuten, aufgeteilt auf zwölf Spiele - kein Tor, keine Vorlage. Das ist ernüchternde Bundesliga-Bilanz des ehemaligen Nationalspielers. Dennoch sagt Kuranyi: "Man darf nie aufgeben. Es kann von heute auf morgen der Moment kommen, in dem man den Unterschied machen und der Mannschaft wieder helfen kann. Deshalb werde ich bis zum letzten Spieltag alles geben und auf eine Chance hinarbeiten."
Ist Kuranyi am Spieltag mal wieder nicht dabei, müssen das schon mal die Kollegen im Training ausbaden. "Denn ich versuche, auch aus dieser Situation neue Energie zu ziehen, werde aggressiver und lauter, gebe Vollgas und will mich zeigen", erklärt der Angreifer, der für den VfB Stuttgart und Schalke 04 in 261 Liga-Partien 111 Tore erzielt hat, seine Strategie für den Weg aus dem Karrieretal.

Kuranyi: "Es kribbelt immer"

Und so hat Kuranyi auch eine Woche nach seinem Geburtstag noch keine endgültige Entscheidung über seine weitere Karriere getroffen. "Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Über die Situation, über diese Saison, und dass im Fußball eben nicht alles planbar ist. Aber auch daraus kann man lernen und sich als Spieler weiterentwickeln", sagt Kuranyi, der noch nicht abschließend entschieden habe, "ob und wie es nach der Saison weitergeht".
Viel wird davon abhängen, wie 1899 Hoffenheim die Saison beendet. Mit einem Abstieg, so scheint es, will der Stürmer seine Karriere nicht beenden. Horcht er tief in sich hinein, dann spürt er immer noch ein Kribbeln. "Es kribbelt immer. Noch mehr, wenn man neu ist und die Mannschaft ganz unten steht. Dann kribbelt’s noch mehr", beschwört Kuranyi seinen Willen, die schwierige persönliche Situation anzunehmen und sich weiterhin in den Dienst der Mannschaft zu stellen.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung