Drei Tore von Barcelona-Star Luis Suárez im "Clásico" gegen Real Madrid

Der FC Barcelona hat den "Clásico" gegen Real Madrid am 10. Spieltag der spanischen LaLiga eindeutig für sich entschieden. Am Ende hieß es 5:1 (2:0) für Barça, das ohne den verletzten Lionel Messi auskommen musste. Die Tore für die Katalanen erzielten Luis Suárez (30. Elfmeter, 75., 83.), Philippe Coutinho (11.) und Arturo Vidal (87.). Marcelo hatte Real nur kurz Hoffnung beschert (50.).

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So lief das Spiel:

Beide Spitzenklubs haben einige Gemeinsamkeiten. Sie spielen in einer 4-3-3-Grundformation mit weit nach außen gerückten Flügelspielern, die auf der gegenüberliegenden Seite ihres schwächeren Fußes agieren, um so mit guter Ballkontrolle nach innen ziehen zu können. Zudem schalten sich bei beiden Teams die Außenverteidiger intensiv ins Offensivspiel ein. Diese hinterlaufen geschickt und brechen häufig bis zur Grundlinie durch - Akteure aus der Dreier-Mittelfeldreihe sichern dafür hinten ab.
Dieses Muster wurde auch beim "El Clásico" an den Tag gelegt, jedoch mit unterschiedlich starken Ausprägungen in den verschiedenen Phasen des Spiels.
Die Hausherren waren von Beginn an das aktivere Team. In Ballbesitz wurde ihr 4-3-3 zu einem kompakten 4-5-1 mit Luis Suárez an vorderster Front. Die "Blancos" starteten sehr abwartend.
In der elften Minute chippte Ivan Rakitić aus dem Mittelfeld gefühlvoll in die linke Strafraumhälfte, wo der sprintende Jordi Alba den Ball klasse annahm und flach nach innen spielte. Philippe Coutinho war unbedrängt und schob per Direktabnahme rechts unten zum 1:0 ein.
Wenige Minuten nach dem frühen Rückstand änderte sich das passive Auftreten Reals etwas. Die Madrilenen verteidigten nun etwas höher, an der hohen Ballzirkulation Barcelonas änderte das aber nicht viel. Die Mannschaft von Trainer Ernesto Valverde verfügte über die bessere Chancenqualität und führte hauptsächlich aufgrund der Kaltschnäuzigkeit in der Gefahrenzone.
In der 29. Minute wurde Suárez links in der Box bedient und kam in einem Zweikampf mit Raphaël Varane, der ihn - ohne den Ball zu berühren - am Fuß traf, zu Fall. Der Schiedsrichter hatte Kontakt mit dem Video-Assistenten, sah sich die Szene selbst am Bildschirm an und entschied auf Elfmeter: Der Gefoulte trat selbst zum Strafstoß an und schoss wuchtig links unten zum 2:0-Pausenstand ein (30.).
Real Madrid investierte im zweiten Durchgang viel mehr. Die Flügelverteidiger Marcelo und der in der 46. Minute eingewechselte Lucas Vázquez agierten sehr weit vorne. Toni Kroos rückte hingegen etwas nach hinten. Die äußeren Abwehrspieler des amtierenden Champions-League-Siegers waren im ersten Abschnitt nicht so offensiv ausgerichtet wie nach dem Seitenwechsel.
Das Risiko wurde belohnt - die Gäste erzielten in der 50. Minute den Anschlusstreffer: Vázquez bediente Isco in der rechten Sechzehnerhälfte, wo dieser kurz vor der Grundlinie ins Zentrum ablegte. Sergi Roberto wehrte nach vorne ab, dort legte sich Marcelo den Ball mit links auf den rechten Fuß und schoss aus sechs Metern zum 1:2 ein.
Nachfolgend drückten die Hauptstädter auf den Ausgleich, der ihnen allerdings verwehrt blieb. Für den FC Barcelona boten sich große Freiräume, die er eiskalt ausnutzte.
Der erst kurz zuvor eingewechselte Ousmane Dembélé trieb den Ball in der 75. Minute im Mittelfeld voran und legte nach rechts zu Sergi Roberto, der etwa 20 Meter vor dem Kasten nach innen flankte, wo Suárez über Thibaut Courtois zum 3:1 ins Tor köpfte.
Acht Minuten danach leistete sich Kapitän Sergio Ramos einen haarsträubenden Ballverlust gegen Sergi Roberto, der Suárez rechts im Strafraum schickte. Courtois macht einige Schritte aus dem Kasten, doch der Uruguayer lupfte am Keeper vorbei zum 4:1 ins Netz.
Der ehemalige Bayernspieler Arturo Vidal wurde in der 84. Minute eingewechselt, wenig später stach der Joker: Dembélé ließ Nacho Fernández auf dem linken Flügel aussteigen und gab hoch ins Zentrum, wo Vidal aus geringer Distanz zum 5:1-Endstand (87.) einnickte.

Die Stimmen:

Ernesto Valverde (Trainer FC Barcelona): "Um ehrlich zu sein: Ich habe einen Sieg erwartet, aber nicht ein Resultat wie dieses."
Luis Suárez (FC Barcelona) über das Spiel: "Ab und zu ist es schwer, Profi-Fußballer zu sein. Man muss in solchen Situationen Verständnis haben, es sind ja Kollegen, die einem gegenüberstehen." Und über Lionel Messi, der wegen eines Unterarmbruches ausfiel: "Wir können stolz auf uns sein. Auch wenn viel über das Fehlen von Leo gesprochen wurde, haben wir bewiesen, dass wir ein starkes Team sind und einen guten Trainer haben. Trotzdem ist es natürlich ein Plus, Leo in unserer Mannschaft zu haben."
Ivan Rakitić (FC Barcelona): "Wir haben viel Spaß gehabt, es sehr genossen. Es ist nicht einfach, so zu spielen, insbesondere wenn Messi nicht dabei ist. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute ein großartiges Spiel gemacht."
Casemiro (Real Madrid): "Es liegt weder an der Einstellung noch an der Taktik. Wir Spieler müssen mehr laufen und mehr kämpfen. Dieses 1:5 ist ein Spiegelbild unserer Saison. Wir wissen, dass wir in keiner guten Form sind, aber man muss Ruhe bewahren. Wir können nicht über den Trainer reden, denn die Schuldigen sind wir. Wir spielen alle sehr schlecht - alle. Es ist ein Desaster."

Der Tweet zum Spiel:

Suárez ist - mit Ausnahme von Messi - der erste Barça-Kicker seit Romário (1994), der in der Liga gegen Real Madrid einen Dreierpack schnürte.

Das fiel auf: Historische Begegnung

Erstmals seit Dezember 2007 wirkte wettbewerbsübergreifend in einem "El Clásico" keiner der beiden mittlerweile jeweils fünfmaligen Weltfußballer, Messi und Cristiano Ronaldo, mit. Außerdem kam es erstmals seit 2003 vor, dass in dem Duell der beiden Erzrivalen Andrés Iniesta, der nach 22 Jahren bei den "Blaugrana" im Sommer dieses Jahres zum Podolski-Klub Vissel Kobe nach Japan wechselte, und Messi nicht dabei waren.

Die Statistik: 22

Barça gelang es, in den jüngsten 22 Ligaspielen gegen Real Madrid zu treffen und stellte damit den Rekord der "Königlichen", den sie zwischen 1959 und 1969 bei Aufeinandertreffen dieser beiden Vereine aufstellten, ein. Die Katalanen schossen in den entsprechenden Begegnungen von Mai 2008 bis dato 53 Tore.
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