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Messi-Meilenstein und Elfmeterfestival: Barça verpasst Sieg gegen Atlético

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Lionel Messi (2. von links) trifft für den FC Barcelona

Fotocredit: Getty Images

VonTino Harth-Brinkmann
01/07/2020 Am 07:58 | Update 01/07/2020 Am 08:58

Der FC Barcelona hat im Titelrennen in La Liga erneut wichtige Punkte liegen gelassen. Im Top-Spiel gegen Atlético Madrid kam das Team von Quique Setién nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Barça ging durch ein Eigentor von Diego Costa (12.) und Lionel Messi (50./FE), dem der 700. Treffer seiner Profikarriere gelang, zweimal in Führung. Saúl glich für die Gäste jedoch zweimal vom Punkt aus (19./62.).

So lief das Spiel:

Viel gescholten wurde das einstige Aushängeschild des FC Barcelona – die Offensive – in dieser Saison. "Nur" 72 Tore erzielten die Katalanen bisher in dieser Spielzeit, so wenige wie seit 2007/2008 nicht mehr. Das hatten sich die Gastgeber offensichtlich zu Herzen genommen und fingen mutig an. Dennoch musste ein Standard für die Führung herhalten. Einen Eckball von Lionel Messi auf den kurzen Pfosten bekam Diego Costa an die Innenseite des Oberschenkels und lenkte ihn von dort unglücklich ins eigene Tor zum 1:0 aus Sicht der Gastgeber (12.).

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Doch nur drei Minuten später bot sich Atlético die Chance zum Ausgleich. Arturo Vidal agierte im Zweikampf mit Yannick Carrasco äußerst ungeschickt und räumte den Belgier aus vollem Lauf im eigenen Strafraum ab. Der Eigentorschütze Costa trat zum fälligen Elfmeter an, doch Marc-Andre ter Stegen ahnte die Ecke und hielt den halbhoch nach rechts geschossenen Strafstoß (16.). Dann allerdings meldete sich der Videoschiedsrichter und ließ den Elfmeter wiederholen, da sich ter Stegen minimal zu früh von der Linie gelöst hatte. Versuch Nummer zwei verwandelte Sául Níguez zum 1:1 (19.).

Kurz danach ergab sich für Barça wieder eine gute Gelegenheit, als ein feiner Schlenzer von Messi den langen Außenpfosten streifte. Danach allerdings erschlaffte das Offensivspiel wieder und die Katalanen verfielen in alte Muster, wie sie in den vergangenen Wochen öfter zu sehen waren. Viel Ballbesitz brachte wenige gute Gelegenheiten. Stattdessen war kaum Bewegung im Spiel und auch Messi fand keine Lücke in der gut geordneten Atlético-Abwehr. So war die beste Chance fast logischerweise ein Freistoß. Messis Schuss wurde von der Mauer noch abgefälscht, doch Jan Oblak reagierte gedankenschnell und lenkte den Ball noch über die Latte (41.).

Atlético beschränkte sich zu großen Teilen auf Konterfußball, war dabei aber gewohnt gefährlich. Angel Correa versprang allerdings der Ball im Strafraum (33.) und Carrascos Schuss wurde durch Gerard Piqué noch geblockt (45.+3). So ging es mit einem Unentschieden in die Pause.

Die zweite Hälfte startete mit dem erneuten Führungstor für die Katalanen (50.). Nelson Semedo wurde von Felipe im Strafraum zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter lupfte Messi lässig in die Tormitte und erzielte damit sein 700. Karrieretor. Doch wieder meldete sich Atlético nur wenig später zurück. Wieder war es ein Elfmeter und wieder war Carrasco der Gefoulte. Semedo, der auf der anderen Seite noch den Strafstoß herausgeholt hatte, lief Carrasco in die Hacken und brachte ihn zu Fall. Wie schon beim 1:1 schnappte sich Sául die Kugel und überwand ter Stegen zum zweiten Mal (62.), wobei der Deutsche noch die Hand am Ball hatte.

Piqué hätte in der 69. Minute auch gerne einen Elfmeter gehabt. Der Schubser gegen ihn nach einer Ecke war allerdings zu wenig. Im Anschluss daran versuchte es Barcelona zwar weiterhin, blieb dabei aber weitestgehend ungefährlich. Die besten Gelegenheiten hatte noch Arturo Vidal, der überraschenderweise die offensive Dreierreihe um Messi und Luis Suárez ergänzte. Zunächst versuchte es der Chilene aus der Distanz (71.), dann streifte er eine Flanke von Alba in guter Position stehend nur leicht mit dem Kopf (75.). Auch danach blieben Flanken weiterhin das häufigste Mittel bei Barcelona. Doch Atlético verteidigte gut und beschränkte sich auf Konter.

So blieb es letztlich beim 2:2-Unentschieden, was am meisten Real Madrid, das am Donnerstag nun seinen Vorsprung auf Barcelona auf vier Punkte ausbauen kann (22:00 Uhr gegen Getafe im Liveticker bei Eurosport.de), weiterhelfen dürfte.

Die Stimmen zum Spiel:

Sergio Busquets: "Mathematisch bleibt die Möglichkeit bestehen. Mal schauen, was Real Madrid gegen Getafe macht. Wir haben gegen ein gutes Atlético kein schlechtes Spiel gemacht. Die zwei Elfmeter haben uns natürlich richtig geschadet. Wir haben sicherlich nicht alles richtig gemacht. Jetzt hat sich die Situation wieder verschlechtert, weil uns wieder zwei Punkte fehlen. Uns bleibt nur zu hoffen, dass Real Madrid auch mal Punkte liegen lässt und wir unsere restlichen Spiele gewinnen."

Das fiel auf: Elfmeterschießen

Wenn aus dem Spiel heraus nicht alles klappt, müssen eben Elfmeter herhalten. Dass es gleich vier an der Zahl waren, lag zum einen daran, dass sich die Defensiv-Akteure auf beiden Seiten im Zweikampfverhalten im Strafraum nicht immer clever anstellten. Zum anderen kam noch hinzu, dass der erste Elfmeter von Diego Costa wiederholt wurde, weil sich Marc-Andre ter Stegen einen Hauch zu früh von der Linie löste.

Noch bitterer wurde der Abend für den deutschen Nationaltorhüter, als er beim Elfmeter zum 2:2-Ausgleich die Hand am Ball hatte, ihn aber trotzdem nicht halten konnte.

Der Tweet zum Spiel:

Da musste der Videoschiedsrichter ganz genau hinschauen, um zu sehen, dass sich ter Stegen beim Elfmeter zu früh bewegt hatte.

Die Statistik: 700

Lionel Messi gelang bei Weitem nicht alles in diesem Spiel. Einige seiner Pässe verfehlten den Mitspieler, im Dribbling blieb er oft hängen. Auch die Körpersprache des Argentiniers war nicht immer die beste. Und trotzdem wird das Spiel für ihn in Erinnerung bleiben. Denn "La Pulga" erzielte sein 700. Karrieretor (630 für Barcelona, 70 für Argentinien). Und zwar in beeindruckender Manier. Nach einem Foul an Semedo trat Messi zum Elfmeter an, verlud Jan Oblak und lupfte den Ball cool in die Mitte.

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