Barça: Ronald Koeman wird offiziell neuer Trainer von Barcelona

Ronald Koeman wird der neue Trainer des FC Barcelona. Das gaben die Katalanen am Mittwochnachmittag offiziell bekannt. Der 57-Jährige tritt damit die Nachfolge des Spaniers Quique Setién an, der nach dem desaströsen Champions-League-Aus gegen Bayern München vergangene Woche den Posten räumen musste. Koeman coachte bis zuletzt die niederländische Nationalmannschaft.

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Nein, eine klassische Präsentation auf dem Rasen des altehrwürdigen Camp Nou war für Ronald Koeman nicht drin. Das Grün wird wie so vieles dieser Tage beim FC Barcelona grundsaniert, und so setzte sich der neue Cheftrainer des kriselnden katalanischen Giganten direkt auf die Trainerbank. Koeman weiß: Auf ihn wartet eine Menge Arbeit.
Koeman, von 1989 bis 1995 als Profi absoluter Barça-Leistungsträger, tritt die Nachfolge des am Montag entlassenen Quique Setién an. Am Abend unterschrieb der 57-Jährige einen Zweijahresvertrag bis 2022 beim Klub um Superstar Lionel Messi.

Neu-Trainer Koeman über Messi: "Weiß nicht, ob ich ihn überzeugen muss"

Eben jener Messi wird Koemans erste große Aufgabe: Nicht erst seit dem 2:8-Debakel in der Finalrunde der Champions League gegen Bayern München am vergangenen Freitag ranken sich Abwanderungsgerüchte um den 33-Jährigen. Unter anderem steht eine Rückkehr zu seinem Mentor Pep Guardiola (Manchester City) im Raum.
"Ich weiß nicht, ob ich ihn überzeugen muss", sagte Koeman am Mittwoch bei seiner Vorstellung. Er will den sechsmaligen Weltfußballer selbstredend vom Verbleib bei Barça überzeugen: "Man muss natürlich mit ihm reden, er ist der Kapitän des Teams. Ich hoffe, dass er noch weitere Jahre hier spielt."
Die Katalanen setzen mit Koeman auf "Stallgeruch", denn der Europameister von 1988 hatte nie ein Geheimnis aus seiner Verbundenheit zum Klub und dem Wunsch gemacht, einmal Cheftrainer von Azulgrana zu werden. "Jeder weiß", sagte Koeman einmal, "dass ich davon träume, irgendwann diesen Klub auch zu trainieren." Auch die Barca-Führung ist mit ihrer Neuverpflichtung zufrieden, denn es gilt, eine Zäsur einzuleiten. Das desaströse Ausscheiden aus der Königsklasse hatte alle vorhandenen Defizite offenbart.

Barça: Planes ersetzt Sportdirektor Abidal

"Er hat das Charisma, die Persönlichkeit und den Charakter", frohlockte der umstrittene Klubchef Josep Maria Bartomeu bei der Pressekonferenz. Bei Barça erlebte Koeman zu Beginn der 1990er-Jahre die schönste und erfolgreichste Zeit als Profifußballer, sein Finaltreffer ebnete 1992 den Weg zum ersten Titel in Europas Königsklasse.
Koeman war zuvor aus seiner Heimat kommend in Barcelona gelandet, nachdem er sich zuvor mit dem niederländischen Verband KNVB auf eine vorzeitige Freigabe aus dem bis 2022 laufenden Kontrakt geeinigt hatte. Eine kurzfristige Lösung fand Barca auf dem Posten des Sportdirektors. Nach der Trennung von Eric Abidal wurde Ramon Planes, bisher Kaderplaner bei Barça, als Nachfolger bestimmt.
In seiner Heimat sorgte allerdings seine Vorgehensweise bei den Verhandlungen mit Barça in Corona-Zeiten für Kritik. Er soll die niederländischen Corona-Richtlinien übertreten haben. Er soll laut eines Berichts der Tageszeitung "AD.nl" von Barcelona aus zurück in die Niederlande geflogen sein und sich anschließend nicht in häusliche Quarantäne begeben haben.

Auch für Koeman gilt "Code Orange"

Nach den Richtlinien der niederländischen Gesundheitsbehörden gilt für die katalanische Metropole "Code Orange". Das bedeutet, dass Personen, die aus einem Code-Orange-Gebiet einreisen, sich zehn Tage (noch) freiwillig in häusliche Quarantäne begeben sollen.
Koeman verhandelte jedoch in Zeist mit dem niederländischen Fußballverband KNVB. Am Dienstagabend flog der Noch-Bondscoach mit einem Privatjet wieder nach Barcelona. Auf AD-Anfrage erklärte das niederländische Gesundheitsministerium, dass für Hochleistungssportler und Trainer wie Koeman keine Ausnahmeregelungen gelten.
Doch auf dem Weg zu seinem Wunschtraum FC Barcelona ließ er sich auch von Corona nicht stoppen.
(SID)
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