Toni Kroos von Real Madrid hat sich exklusiv gegenüber Eurosport zu seinem Abschied vom FC Bayern München im Jahr 2014 geäußert.

Tennis
Kroos talkt mit Becker: "Nicht schwer, ein Roger-Fan zu sein"
15/05/2020 AM 14:13

"Im Nachhinein kann man sicher sagen, dass es der ein oder andere bereut hat, mich gehen gelassen zu haben", sagte der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler, der sich damals mit den Münchnern nicht auf Verlängerung seines 2015 auslaufenden Vertrages verständigen konnte.

"Auch wenn der FC Bayern das nicht gewohnt ist, dass ein Spieler ihn freiwillig verlässt, war's dann eben so", sagte Kroos im neuen Tennis-Podcast "Das Gelbe vom Ball" von Eurosport mit Tennis-Experte Boris Becker und Moderator Matthias Stach.

Der Wechsel zu Real Madrid sei für ihn "der beste Weg" gewesen. Bei Kroos sei deshalb aber "absolut nichts hängen geblieben. Es gibt nicht eine Person in dem Verein, mit der ich ein Problem hätte oder der ich etwas Schlechtes wünschen würde."

Kroos hatte 2013 mit den Bayern das Triple geholt, zudem den UEFA Supercup und die FIFA-Klub-WM gewonnen. Insgesamt wurde er mit den Münchnern dreimal Deutscher Meister, dreimal DFB-Pokalsieger, zweimal Supercup-Sieger und einmal Ligapokal-Sieger.

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Toni Kroos blickt gespannt auf den Bundesliga-Restart

Von Madrid aus blickt Kroos derzeit mit großem Interesse auf den Restart der Bundesliga am Wochenende. "Wir schauen aus Spanien gespannt auf die Situation und hoffen, dass es die Liga, die als erstes anfängt, nicht sofort wieder um die Ohren bekommt, und das dann auch Auswirkungen auf uns hat", sagte der deutsche Nationalspieler.

Real Madrid hat in dieser Woche erst das Training aufgenommen. Ein Restart der La-Liga-Saison ist frühestens für den 12. Juni angedacht.

"Es geht langsam wieder los, wir trainieren seit dieser Woche wieder, aber ohne Körperkontakt", sagte der Weltmeister von 2014: "Es ist eine komische Situation, ein komisches Training. Du siehst alle, darfst dich aber trotzdem nicht annähern. Es ist aktuell sogar noch verboten, sich den Ball hin und her zu passen."

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Kroos erklärt heiß diskutierte Aussage über Gehaltsverzicht

In Spanien war Kroos Anfang April für eine Aussage zum Thema Gehaltsverzicht kritisiert worden - eine Aussage, die er "heute genauso wiederholen" würde, wie er Eurosport sagte.

"Jeder, der sich mit dieser Aussage beschäftigt, und das auch hinbekommt mit drei Gehirnzellen, weiß auch, wie es gemeint war. Von daher habe ich mich auch nicht für irgendetwas entschuldigt oder entschuldigen müssen", meinte Deutschlands Fußballer des Jahres 2018.

Drei Jahre im Fußball sind lang - drei Jahre bei Real Madrid sind nochmal länger.

Kroos hatte im SWR-Podcast "Steil extra!" gesagt, ein Gehaltsverzicht sei für ihn "wie eine Spende ins Nichts - oder an den Verein". Er sei deshalb vielmehr "dafür, das volle Gehalt ausbezahlt zu bekommen, damit vernünftige Sachen zu machen und links und rechts zu helfen".

In Spanien war das teilweise nicht gut angekommen. "Aber es besteht ein Unterschied zwischen nicht verstehen und nicht verstehen wollen", kritisierte Kroos nun seine Kritiker.

Seine Aussage sei zu einem Zeitpunkt entstanden, zu dem Real Madrid noch gar nicht an die Spieler in Sachen Gehaltsverzicht herangetreten war. Als der Verein später das Gespräch mit seinen Spielern gesucht habe, "war für uns dann auch klar, dass wir auf einen Teil (zehn Prozent, Anm. d. Red.) verzichten, damit dem ein oder anderen Mitarbeiter geholfen wird".

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Zukunft nur noch bei Real? Kroos verrät Karriereplanung

Gegenüber Boris Becker und Matthias Stach verriet Kroos auch seine weitere Karriereplanung - und machte dabei deutlich, dass er sich sein Karriereende eigentlich nur noch bei Real Madrid vorstellen kann. Bei den Königlichen steht Kroos noch bis 2023 unter Vertrag. "Ich habe definitiv vor, diese drei Jahre bei Real zu sein", sagte er, "dann ist es ein guter Zeitpunkt mit 33, sich zu hinterfragen: Wie sieht es physisch aus, wie sieht es mit der Motivation aus - habe ich noch Lust weiterzumachen?"

Auf keinen Fall werde man über ihn lesen: "'Kroos geht nochmal zwei Jahre nach China' oder solche Geschichten. Das kann man vergessen." Er schloss auch aus, 2023 nochmal zu seinem ehemaligen Bayern-Trainer Pep Guardiola in die Premier League zu wechseln, sollte dieser dann überhaupt noch Manchester City coachen. Er könne sich generell "nicht vorstellen, dass es für mich eine Option ist, nochmal woanders hinzugehen".

Wechsel nach England oder China? Kroos mit klarer Tendenz

Eine letzte Verlängerung bei Real Madrid sei da schon wahrscheinlicher. "Wenn was zusammenkommt und man sagt: Okay, hier noch ein Jahr, weil man einfach noch gut genug ist und auch noch Lust hat, würde ich das nicht ausschließen. Aber dann noch ein Wechsel nach England, wo ja auch sehr physisch gespielt wird, das kann ich mir mit 33 nicht mehr vorstellen."

Klar sei allerdings auch: "Drei Jahre im Fußball sind lang - drei Jahre bei Real Madrid sind nochmal länger."

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Kroos: Wahrnehmung über ihn hat sich geändert

Mit gewissem Stolz blickte Kroos derweil auf den Wandel der Wahrnehmung über ihn in Deutschland. Seit er bei Real Madrid spiele, sei "schon ein anderer Blick auf mich entstanden. In München war das Gefühl schon so: Das ist einer von vielen Nationalspieler, den wir haben. Und er ist von seiner Spielweise her auch nicht der auffälligste. Er ist halt auch dabei."

Das habe sich seit seinem Wechsel 2014 geändert. "Viele haben gedacht: Das wird wahrscheinlich eh nix in Madrid. Und dann hoppala: doch! Und auch erfolgreich."

Toni Kroos mit Cristiano Ronaldo bei Real Madrid

Fotocredit: Imago

Mit Real Madrid gewann Kroos 2016, 2017 und 2018 die Champions League, dazu dreimal den UEFA Super Cup (2014, 2016, 2017). 2017 wurde er zudem spanischer Meister und Supercup-Sieger. 2019 kam ein weiterer nationaler Supercupsieg dazu.

Nicht zuletzt aufgrund der Erfolge in Madrid habe sich der "Blick der Mehrheit ins Positive gedreht. Da blieb irgendwann keine andere Chance mehr."

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Kroos exklusiv: "Blick der Mehrheit hat sich ins Positive gedreht"

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