Kylian Mbappé 100 Tage Spieler bei Real Madrid: Superstar fremdelt noch immer gewaltig im Trikot der Königlichen

Der beste Stürmer der Welt beim besten Klub der Welt - an und für sich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Doch die Verbindung zwischen Kylian Mbappé und Real Madrid passt noch nicht. Mbappé behagt seine Position nicht, die Mitspieler beschweren sich über seine defensive Unlust. Auch außerhalb des Platzes steckt der Superstar in Schwierigkeiten. Helfen die Appelle seiner Vorbilder?

Ex Real-Trainer kritisiert Mbappe scharf: "Er muss härter arbeiten"

Quelle: Perform

Vergangenes Wochenende konnte Kylian Mbappé ein Erfolgserlebnis verbuchen. Beim Kartfahren auf dem Carlos Sainz Circuit in Madrid landete er auf dem dritten Platz, lediglich besiegt von Ex-Profi Eden Hazard (u.a. Chelsea, Real Madrid) und einem unbekannten Racer namens "Sebastien Devil".
Ein Tiktok-Video des spanischen Musikers Simon Leon zeigt einen fröhlichen Mbappé im Kreise bestens aufgelegter Kartfahrer.
Der Franzose musste sich gezwungenermaßen die Zeit vertreiben, während die französische Nationalmannschaft zwei Nations-League-Spiele gegen Israel (0:0) und Italien (3:1) absolvierte. Trainer Didier Deschamps hatte auf Mbappé ohne Angaben von Gründen verzichtet und lediglich betont, dass es sich dabei nicht um eine Bestrafung des 25-Jährigen handelte.
"Er macht eine Phase in seiner Karriere durch, die nicht die glücklichste ist. Deswegen denke ich, dass es im Moment besser für ihn ist, wenn er nicht beim Nationalteam dabei ist", sagte Deschamps, der Mbappé bereits im Oktober nicht für die Spiele der Équipe Tricolore eingeladen hatte.

Nächste Degradierung durch Deschamps?

Nach dem torlosen Remis gegen Israel bekräftigte Deschamps im Gespräch mit einem Reporter der Zeitung "Le Parisien", Mbappé durch die Nicht-Nominierung zu schützen.
"Jeder hat das Recht, eine schwere Zeit durchzumachen, es gibt den physischen und den psychologischen Aspekt. Was auch passiert: Ich stehe hinter ihm", so Deschamps.
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Didier Deschamps im Gespräch mit Kylian Mabappé

Fotocredit: Getty Images

Seinen Beschützer-Instinkt will der Coach offenbar sogar noch verstärken. Laut "L'Équipe" spielt Deschamps mit dem Gedanken, Mbappé die Kapitänsbinde wegzunehmen - für den Fall, dass der diese als Last empfindet.
Mbappé hat derzeit aber ganz andere Sorgen. Sportlich steckt er seit seinem jahrelang vorbereiteten Wechsel von Paris Saint-Germain zu Real Madrid in der Sackgasse. Acht Tore in 16 Pflichtspieleinsätzen sind keine schlechte Quote, doch nur zwei fielen aus dem Spiel heraus.

Mbappé muss sich in Madrid zurückhalten

Mit seiner Rolle als Mittelstürmer fremdelt Mbappé nach wie vor. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er viel lieber auf der linken Außenbahn spielt und dies zu PSG-Zeiten auch öffentlich kundgetan. In Paris konnte er schalten und walten, wie er wollte und Dinge, die ihm nicht in den Kram passten, klar benennen.
In Madrid beißt er sich auf die Zunge. Er ist Neuling beim erfolgreichsten Klub der Welt und im königlichen Kreis eben "nur" ein Star von vielen. Bei Real haben andere Spieler das Sagen. Mbappé muss sich erst einmal unterordnen und scheint damit so seine Schwierigkeiten zu haben.
Hinter vorgehaltener Hand beschweren sich Mitspieler über Mbappés mangelnde Bereitschaft, auf dem Platz auch defensiv zu arbeiten. Vor allem mit Vinícius Júnior, der anstelle von Mbappé auf dem linken Flügel spielt, soll er sich nicht besonders gut verstehen.
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Offenbar nicht immer auf einer Wellenlänge: Kylian Mbappé und Vini jr.

Fotocredit: Getty Images

Seine Leistungen bei Real sind bislang wenig überzeugend. "Das ist nicht einmal annähernd das, was wir alle erwartet haben", kritisierte Troy Deeney, 166-maliger Premier-League-Spieler und heutiger Experte bei "Talksport".
Deeney weiter: "Ich dachte, dass er das fehlende Puzzleteil für Real ist - so wie Haaland bei Manchester City. Aber meiner Meinung nach kommt sein Ego jetzt vor der Bereitschaft, hart zu arbeiten. Bei PSG konnte er machen, was er wollte, und die Erwartungen waren nicht allzu hoch. Aber bei Real hat man noch Barcelona und Atlético und man muss trotzdem die Liga und die Champions League gewinnen. Im Moment ist das für ihn eine Last."

Kritik von Thierry Henry und Karim Benzema

Die Zeitung "Marca" wollte von ihren Lesern wissen, welche Schulnote sie Mbappé für dessen erste 100 Tage bei Real geben würden. Am Donnerstagnachmittag votierte jeder Dritte mit "suspenso" - "durchgefallen".
Der Anhang verliert allmählich die Geduld mit dem Megastar. Kritik kommt aber auch von zwei Landsleuten, die Mbappé den größten Respekt abnötigen. "Er muss lernen, wie eine Nummer neun zu spielen und auch den Willen haben, es zu tun", sagte Thierry Henry, ein Vorbild von Mbappé.
Karim Benzema, der mit Real fünfmal die Champions League gewann, schlägt in die gleiche Kerbe. "Mbappé muss die linke Seite vergessen. Er muss in seinen Kopf kriegen, dass er jetzt ein Neuner ist", forderte Benzema in der spanischen Fußball-Unterhaltungssendung "El Chiringuito".

Mbappé auch außerhalb des Platzes in Schwierigkeiten

Mbappé hat aber nicht nur auf dem Platz Probleme. Die Staatsanwaltschaft in Stockholm ermittelt gegen ihn wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung während eines Trips nach Schweden. Mbappé wittert einen Komplott und geht seinerseits juristisch gegen die Frau vor, die ihn der sexuellen Nötigung beschuldigt.
Zudem befindet sich Mbappé in einem Rechtsstreit mit seinem Ex-Klub. Der französische Ligaverband LFF hat auch in der Berufungsverhandlung gegen PSG entschieden und die Zahlung von 55 Millionen Euro ausstehender Gehalts- und Bonuszahlungen an Mbappé bestätigt. Der Verein will jetzt vor ein ordentliches Gericht ziehen.
Ibrahima Konaté hat mit seinem Nationalmannschaftskollegen nur noch Mitleid. "Mbappés Position in der heutigen Welt ist außergewöhnlich. Ich sage ihm oft: 'Ich will dein fußballerisches Niveau, aber dein Leben will ich nicht.' Denn ehrlich gesagt ist es schwer zu ertragen, wenn dein Name überall steht, bei allem, was du tust", erklärte Konaté bei "Canal+".
Die Kritik am Real-Angreifer kann er nicht nachvollziehen. "Wir sollten nicht undankbar sein für das, was er zu dieser französischen Mannschaft beitragen konnte. Es gibt derzeit keinen besseren Angreifer im Fußball. Die ganze Welt weiß das", ergänzte Konaté.
Es liegt allein an Mbappé, der Welt zu zeigen, dass er auch in Madrid Maßstäbe setzt. Nicht nur im Kartfahren.
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Quelle: Perform


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