Ex-Frankfurt-Profi Lucas Torró von CA Osasuna im Interview: "Bryan Zaragoza muss viel spielen, um zu wachsen"

Neustart für Bryan Zaragoza: Der Flügelspieler gab am vergangenen Samstag sein Debüt für CA Osasuna. Beim 1:1 zum Auftakt der spanischen Liga gegen Aufsteiger Leganés kam die Leihgabe des FC Bayern 30 Minuten zum Einsatz. Sein Teamkollege und ehemaliger Spieler von Eintracht Frankfurt, Lucas Torró, im Exklusiv-Interview über den 22-Jährigen und die Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland.

Bryan Zaragoza spielt seit Sommer 2024 leihweise bei CA Osasuna

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Zaragoza wechselte im vergangenen Winter von Granada zum FC Bayern. Die Münchner überwiesen für ihn rund 17 Millionen Euro an den spanischen Aufsteiger. Beim deutschen Rekordmeister spielte er unter Thomas Tuchel allerdings keine Rolle.
Auch unter dessen Nachfolger Vincent Kompany hatte der 22-Jährige nur wenig Aussicht auf Einsatzzeit. Daher entschieden sich die Verantwortlichen für eine Leihe. Den Zuschlag bekam Osasuna. Dort soll Zaragoza mit viel Spielzeit und Vertrauen zurück zu alter Stärke finden.
Lucas Torró möchte ihm mit seiner Erfahrung in Pamplona dabei helfen. Der 30-jährige Mittelfeldspieler wechselte 2018 nach einer starken Saison bei Osasuna via Stammverein Real Madrid zu Eintracht Frankfurt - und nach zwei Jahren wieder zurück. Torró kennt die Herausforderung, als Spanier in Deutschland Fuß zu fassen, wie er im Gespräch mit Eurosport.de erklärt.
Im Interview spricht Torró unter anderem über seine ersten Eindrücke von Bayern-Leihgabe Zaragoza, seine "bittersüße" Zeit in Frankfurt, während der sein Bruder überraschend gestorben war, "Attraktion" Kylian Mbappé, seine eigenen Erfahrungen bei Real Madrid unter Star-Trainer Zinédine Zidane und den FC Barcelona unter dem neuen Coach Hansi Flick.
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La Liga: Lucas Torró im Trikot von CA Osasuna

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Herr Torró, welchen Eindruck haben Sie von Bryan Zaragoza bislang?
Lucas Torró: Bryan ist ein elektrisierender Spieler. Er ist sehr schnell, explosiv und er kann in der Offensive mit seiner Technik den Unterschied machen.
Wie ist er menschlich?
Torró: Er ist ein ruhiger Typ bislang. Er wirkt eher schüchtern.
Aus meiner Erfahrung in Deutschland kann ich sagen: Um erfolgreich zu sein, muss man versuchen, sich schnell anzupassen - an das Training, die Abläufe, den Coach, den Verein, die Stadt und die Sprache. Deutsch ist eine riesige Hürde.
Was erwartet sich Osasuna von ihm?
Torró: Man merkt, dass er nach einer komplizierten Rückrunde beim FC Bayern einfach wieder Lust darauf hat, zu seiner alten Stärke zurückzufinden. Als Fußballer möchte er auf sich aufmerksam machen und beweisen, dass er bald auch richtig bereit für einen Spitzenverein ist. Wir hoffen, dass er uns in der neuen Saison helfen und fußballerisch wachsen kann.
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Bryan Zaragoza spielt seit Sommer 2024 leihweise bei CA Osasuna

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Bei Granada hat Zaragoza in der Hinrunde der vergangenen Spielzeit für Furore gesorgt. In seiner ersten Halbsaison beim FC Bayern hat er hingegen keine Rolle gespielt.
Torró: Im Endeffekt ist es schwierig, wenn man im Januar zu seinem neuen Club kommt. Die Dynamik innerhalb der Mannschaft besteht bereits. Man muss sofort funktionieren. Aber aus meiner Erfahrung in Deutschland kann ich sagen: Um erfolgreich zu sein, muss man versuchen, sich schnell anzupassen -an das Training, die Abläufe, den Coach, den Verein, die Stadt und die Sprache. Deutsch ist eine riesige Hürde.
Von 2018 bis 2020 haben Sie bei Eintracht Frankfurt gespielt. Können Sie noch Deutsch?
Torró: Ich verstehe einiges, aber Deutsch ist wirklich kompliziert. Im Vergleich zu Spanisch ist die Sprache komplett anders. Bei Eintracht Frankfurt hatte ich das Glück, dass der Verein mir alle notwendigen Hilfestellungen - Bücher und Lehrer - zur Verfügung gestellt hat, um Deutsch zu lernen. Es ist sehr wichtig, die Sprache zu verstehen.
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Bryan Zaragoza steht beim FC Bayern unter Vertrag und ist an CA Osasuna verliehen.

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In zwei Saisons konnten Sie nur 25 Pflichtspiele für die Eintracht absolvieren. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?
Torró: Die sind bittersüß. Einerseits war ich bei der Eintracht sehr zufrieden, auf der anderen Seite hatte ich viele Verletzungen. Hinzu kam der überraschende Tod meines Bruders im Oktober 2018. Das hat mich sehr belastet. Kurz nach meinem Wechsel stand ich zwar sofort in der Startelf. Dann musste ich mich aber an den Adduktoren operieren lassen. Ich war monatelang komplett raus. Es war wirklich schwierig, mich wieder in die erste Elf zurückzukämpfen.
Wie lief es in Ihrer zweiten Saison?
Torró: Da habe ich mich am Innenband im Knie verletzt und musste wieder operiert werden. Erneut war ich gezwungen, lange zu pausieren. Ich war wütend. Alles in allem bin ich in dieser Zeit aber gewachsen – fußballerisch und persönlich.
Was war noch positiv aus Ihrer Sicht?
Torró: Die Eintracht hat spektakuläre Fans, ein tolles Stadion, zudem waren meine Kollegen super. Zu David Abraham und Goncalo Paciencia habe ich noch immer Kontakt. Die Stadt Frankfurt hat mir auch sehr gut gefallen. Ich mag die deutsche Disziplin und Arbeitsmoral. Es ist schade, dass es so gelaufen ist … Am Ende bin ich zurück zu Osasuna gewechselt, um wieder in die Spur zurückzukommen und den Fußball mehr zu genießen. Es war die richtige Entscheidung.
Der deutsche Fußball ist viel direkter und zielgerichteter. Das Umschaltspiel zwischen Defensive und Offensive ist enorm wichtig. Hier in Spanien geht es etwas mehr um Spielkontrolle.
Wie Zaragoza kennen Sie beide Spielklassen: die Bundesliga und die spanische La Liga. Was sind aus Ihrer Sicht die Unterschiede?
Torró: Der deutsche Fußball ist viel direkter und zielgerichteter. Das Umschaltspiel zwischen Defensive und Offensive ist enorm wichtig. Hier in Spanien geht es etwas mehr um Spielkontrolle. Es wird nicht so viel Box-to-Box-Fußball gezeigt. In La Liga ist es wichtig, mit dem Ball zu spielen und nicht die Kontrolle zu verlieren.
Und welche Liga taugt Ihnen mehr?
Torró: Die deutsche Bundesliga gefällt mir sehr. Die Vereine spielen attraktiven Fußball und pressen viel. In Spanien geht es nicht so körperlich zu. Die Spieler haben dafür aber enorm viel Ballgefühl. Der deutsche Fußball ist viel direkter und zielgerichteter. Das Umschaltspiel zwischen Defensive und Offensive ist enorm wichtig. Hier in Spanien geht es etwas mehr um Spielkontrolle.
Müsste ja passen für Zaragoza.
Torró: Klar. Am Ende war es seine Entscheidung, nach Spanien zurückzukehren. Er ist noch jung, er muss viel spielen. Nur dann kann er als Fußballer wachsen.
Am Samstag sind Sie mit Osasuna mit einem Remis gegen Aufsteiger Leganés in die La Liga gestartet. In der Vorsaison wurde Osasuna Elfter. Was ist in dieser Spielzeit das Ziel des Klubs?
Torró: Der Klassenerhalt ist ein realistisches Ziel. Wenn wir gut reinkommen und viele Punkte sammeln, können wir unsere Ziele anpassen. Zudem wollen wir im Pokal so weit wie möglich kommen. 2023 waren wir zum Beispiel im Finale.
Das Endspiel hat Osasuna damals knapp mit 1:2 gegen Real Madrid verloren. Apropos: Dort spielt ab dieser Saison Superstar Kylian Mbappé.
Torró: Transfers der besten Spieler der Welt sind wichtig für die Liga. Mbappé ist eine Attraktion für die Zuschauer. Real hat die Champions League ohne ihn gewonnen. Jetzt spielt er mit ihnen. Real hat Vinicius, Bellingham, Rodrygo und nun auch Mbappé. Es ist eine riesige Mannschaft.
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Lucas Torró spielte zwei Jahre lang für Eintracht Frankfurt.

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Sie haben früher auch mal für Real Madrid gespielt. Wie war das?
Torró: Als Kind war ich immer für den FC Barcelona. Mit 18 Jahren bin ich dann zu Real gewechselt. Ich habe vier Jahre lang dort gespielt. Es hat mir super gefallen. Ich bin sehr gewachsen - als Spieler und als Mensch. Wenn man mich heute fragt, würde ich sagen, ich bin mehr für Madrid als für Barcelona. Ein gigantischer Klub.
In der zweiten Mannschaft von Real war Zinédine Zidane Ihr Trainer. Was konnten Sie von ihm lernen?
Torró: Ein Jahr habe ich unter ihm gespielt. Er hat mir viel beigebracht, unter anderem Ballkontrolle und Orientierung auf dem Feld. Unfassbar, dass er anschließend dreimal die Champions League mit Madrid gewinnen konnte.
Der FC Barcelona hat mit Hansi Flick einen neuen Trainer aus Deutschland. Was ist von Barça unter ihm zu erwarten?
Torró: Im Endeffekt denke ich, dass er sich an Barcelona anpassen muss. Sie haben einen eigenen Spielstil. Er dürfte eine ähnliche Vorstellung haben, wie seine Mannschaften agieren. Aber Barça befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Phase.
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Flick über ersten Liga-Sieg: "Schwierige Vorbereitung"

Quelle: Perform


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