Jude Bellingham zwischen Genie und Wahnsinn: Kritik bei Real Madrid, drohendes WM-Aus - wohin führt seine Reise?

Spätestens seit seinem Wechsel zu Real Madrid zählt Jude Bellingham zu den schillerndsten Namen seiner Generation. Aufgrund zwischenmenschlicher Reibereien und Auseinandersetzungen gerät der Engländer jedoch regelmäßig ins Kreuzfeuer der Kritiker, mittlerweile entziehen ihm auch die Fans die Unterstützung. Sollte Bellingham seinen Kurs nicht ändern, droht ihm sogar die Ausbootung bei der WM 2026.

SotipptderBoss: Hoffenheim verschärft BVB-Krise

Quelle: Eurosport

Ohne Frage zählt Jude Bellingham zu den größten Talenten seiner Generation.
Während seines dreijährigen Engagements bei Borussia Dortmund (2020-2023) trieb der Mittelfeldspieler seinen Marktwert von elf auf 120 Millionen Euro, im Sommer 2023 folgte schließlich der Schritt zu Real Madrid - wo er in seinem ersten Jahr neben 23 Toren und 13 Vorlagen den Gewinn der Champions League und spanischen Meisterschaft bejubeln durfte.
Doch die Fassade des Posterboys aus Stourbridge mit dem strahlend weißen Lächeln bekommt Risse: In der Kabine soll der 23-Jährige immer wieder anecken, mit seinen Trainern Xabi Alonso (Real Madrid) und Thomas Tuchel (England) gerät er immer häufiger auf Konfrontationskurs.
Nun sind zwischenmenschliche Reibereien keine Besonderheit, Bellingham droht aufgrund seines Verhaltens jedoch sogar die Ausbootung bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Eine Entwicklung seiner Karriere, die seinen Fähigkeiten nicht gerecht werden würde.

Stunk in Madrid: Bellingham verliert Unterstützung

Drei Unentschieden am Stück musste Real Madrid in den vergangenen Wochen in La Liga hinnehmen, die enttäuschenden Ergebnisse gegen Rayo Vallecano (0:0), Elche (2:2) und Girona (1:1) sorgen beim spanischen Rekordmeister für Anspannung.
In den Mittelpunkt rückte dabei vor allem Bellingham: Auf dem Feld verbirgt der exzentrische Engländer selten seine schlechte Laune, auch gegenüber Mitspielern tritt er regelmäßig forsch auf.
picture

Jude Bellingham (links) soll Xabi Alonso (rechts) kritisch gegenüberstehen

Fotocredit: Getty Images

Laut einem Bericht von "The Athletic" soll er darüber hinaus zu jenem Lager in der Kabine gehören, das den taktischen Entscheidungen von Coach Alonso kritisch gegenübersteht. So soll sich Bellingham weigern, sich mehr in der Defensive einzuschalten und die viel zitierte Drecksarbeit zu erledigen.
Ein Umstand, der auf der Tribüne gar nicht gut ankommt. "Seit den Berichten verliert Bellingham bei den Fans an Unterstützung", erklärt Guillermo de Marcos, Fußball-Experte bei Eurosport España. "Sie fürchten, dass er Unruhe in die Kabine bringt."

Schon in Dortmund fiel Bellingham negativ auf

Es sind Einblicke, die keineswegs einmalig in der Laufbahn von Bellingham sind.
Bereits während seiner Zeit in Dortmund fiel der zweimalige EM-Finalist im Umgang mit seinen Mitspielern negativ auf. Die heftigen Beleidigungen gegen Nico Schulz gelten als Paradebeispiel.
Auch sein trotziges Verhalten bei der Auswechslung im Länderspiel gegen Albanien (2:0) vor rund zwei Wochen schlug so hohe Wellen, dass sogar die historisch perfekte WM-Qualifikation von England in den Schatten gedrängt wurde.
"Der egoistische Star zeigt wieder einmal sein wahres Gesicht", titelte die "Daily Mail" damals.
Seit dem Vorfall wird in England laut darüber nachgedacht, ob Bellingham überhaupt zur WM fahren soll. Bekanntlich setzt Tuchel bei den Three Lions neben Qualität auch auf Harmonie. Star-Allüren passen in dieses Konzept nicht hinein.

Bellingham läuft seinem alten Ich hinterher

Nun sind letztere auch in Madrid bereits vor dieser Saison bekannt gewesen. Aber warum wird Bellingham sein Verhalten erst jetzt derart negativ ausgelegt? Das hat einen simplen Grund: Leistung.
"Es ist sehr wahrscheinlich, dass Bellingham strenger bewertet wird als andere Spieler und mehr von ihm erwartet wird", hob de Marcos hervor. "Das liegt aber an seiner außergewöhnlichen ersten Saison bei Real Madrid."
Darauf folgte ein Formtief, welches vor allem mit anhaltenden Schulterproblemen begründet wurde. Diese sind mittlerweile Geschichte - an Fahrt aufgenommen hat Bellingham aber trotzdem noch nicht. Auch weil dem Ex-Dortmunder unter Alonso deutlich weniger Freiheiten als noch unter Carlo Ancelotti gewährt werden.
picture

Jude Bellingham konnte noch nicht an sein erstes Jahr in Madrid anschließen

Fotocredit: Getty Images

"Bellingham profitierte in seinem ersten Jahr stark davon, dass Real keinen Mittelstürmer hatte. Ein Problem, das sich mit Kylian Mbappé erledigt hat", sagte de Marcos.
So bleibt dem Bundesliga-Spieler der Saison 2022/23 nichts anderes übrig, als im Rampenlicht kürzerzutreten. "Bellingham sollte auf den Rat von Xabi Alonso hören und intensiver arbeiten, Bälle zurückerobern und vermeiden, in Bereiche vorzustoßen, in denen Mbappé und Vinícius agieren."

Großer Druck: Anderer Maßstab für Bellingham?

Glaubt man den Eindrücken aus Spanien und England, kann Bellingham sein vulkanartiges Temperament den Weg zur WM 2026 verbauen.
Es gibt jedoch auch Stimmen, die den scharf kritisierten Starspieler in einem anderen Licht darstellen. Immerhin ist er nicht der erste Fußball-Profi mit einem solchen Auftreten.
"Wir müssen ihn um jeden Preis schützen", forderte Joleon Lescott, Experte bei TNT Sports. "Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwelche Eskapaden eines David Beckham oder Wayne Rooney jemals kommentiert wurden mit: 'Er soll deswegen nicht zur WM fahren.'"
Bei Rooney habe es "definitiv Druck gegeben, gut zu spielen und zu gewinnen", so der ehemalige Co-Trainer der Three Lions. "Aber abseits des Platzes konnte er sich auf eine Art verhalten, die Jude nicht erlaubt ist."
picture

Fährt die englische Nationalmannschaft ohne Jude Bellingham zur WM 2026?

Fotocredit: Getty Images

Ian Wright, seines Zeichens Vereinslegende beim FC Arsenal, führte jüngst einen möglichen Grund für eine so verschiedene Wahrnehmung auf. "Ich glaube nicht, dass England bereit für einen schwarzen Superstar ist", meinte er im Podcast "Stick to Football".
"Wenn du offen deine Meinung sagst, Schwarz bist, auf diesem Niveau spielst und dich nicht darum scherst, dann macht das bestimmten Leuten Angst. Und genau das wird bei Jude passieren", führte Wright aus.
In dieselbe Kerbe schlug Lescott. "Ich glaube, vor allem die Medien und einige Teile der Nation wollen, dass ein bestimmtes Kriterium - eine bestimmte demografische Gruppe - der Star ist", kritisierte er. "Dass es so viel Aufmerksamkeit für einen jungen Mann gibt, der in diesem Alter schon so viel erreicht hat, ist bemerkenswert. Und zu behaupten, er soll nicht mit zum Turnier fliegen, ist lächerlich."
Das könnte Dich auch interessieren: Vardy dreht die Zeit zurück: Der zeitlose Bomber
picture

Flick: "PSG, Real und Chelsea sind Vergangenheit"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung