Real Madrid verliert Tabellenführung an den FC Barcelona und spielt schwachen Fußball: Kritik an Xabi Alonso nimmt zu

Mit der Verpflichtung von Xabi Alonso als Cheftrainer erhoffte sich Real Madrid eine kleine Revolution auf dem Platz: Spektakulärer Fußball gepaart mit modernen taktischen Elementen. Doch nach dem ersten Saisondrittel macht sich Ernüchterung breit bei den Königlichen. Vom "weißen Ballett" ist nicht viel übrig geblieben und Alonsos Herangehensweise wird zunehmend kritisch gesehen.

Manipulation? Alonso kontert Barca-Präsident Laporta

Quelle: Perform

Xabi Alonso schlug die Hände über dem Kopf zusammen und sank sanft auf die Knie. Wieder kein Sieg für Real Madrid, denn auch der finale Abschluss von Kylian Mbappé beim 1:1 in Girona strich haarscharf am Tor vorbei.
Zum dritten Mal in Folge mussten sich die Königlichen in der Liga auswärts gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte mit einem Unentschieden zufriedengeben - gleichbedeutend mit dem Verlust der Spitzenposition an Erzrivale FC Barcelona. Seit dem 2:1-Sieg im Clásico Ende Oktober büßte Real sechs Punkte auf Barça ein.
Doch die maue Punkteausbeute aus den letzten Spielen ist nicht das Hauptproblem von Real. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball spielt: langweilig und ausrechenbar. "Mir schlafen allmählich die Füße ein, wenn ich Real Madrid spielen sehe. Ich habe genug davon", sagte Tomas Roncero, Chefredakteur der Zeitung "AS".
Real habe nach wie vor eine gute Mannschaft, zeige aber schrecklichen Fußball. "Real dominiert nicht, es unterwirft sich. Das ist so vulgär. Das beste Mittelfeld wurde mit Jungs ersetzt, die aus dem Fitnessstudio kommen. Starke Männer, aber sie können nicht kicken", polterte Roncero.

Klub-Präsident Perez weiterhin von Alonso überzeugt

Nach dem Ende der Real-Ära von Toni Kroos 2024 und Luka Modric im letzten Sommer fehlt es dem Offensivspiel der Königlichen an Ideen und genialen Momenten. Kapitän Federico Valverde wirkt überfordert und wird von Alonso zwischen der Rechtsverteidigerposition und dem zentralen Mittelfeld hin- und hergeschoben.
Jude Bellingham werden zwischenmenschliche Probleme mit Alonso nachgesagt und weder Aurélien Tchouaméni noch Eduardo Camavinga ist es bislang nachhaltig gelungen, in Reals Maschinenraum für Ordnung zu sorgen.
Was sich am Ende der erfolgreichen Zeit unter Carlo Ancelotti ankündigte, setzt sich auch unter Nachfolger Alonso fort. Real spielt wie vor einem Jahr: defensiv kompakt, aber schwerfällig nach vorne ohne sichtbare Veränderungen.
"Man erkennt kein modernes Pressing, keine taktische Revolution. Dabei hatte man sich von Alonso genau das versprochen. Aber Leverkusen ist eben nicht Real Madrid", war in der "Marca" zu lesen. Zwar sei der chronisch kritische Klub-Präsident Florentino Perez nach wie vor von Alonso überzeugt, soll aber laut "AS" hinter vorgehaltener Hand die ausbleibende Modernisierung des Fußballs der Königlichen deutlich kritisiert haben.

Mbappé ist Alleinunterhalter

Real hat es in erster Linie Mbappé zu verdanken, dass zumindest die Ergebnisse einigermaßen stimmen. Der Franzose erzielte in 19 Pflichtspielen 23 Tore; zuletzt gelang ihm beim 4:3-Sieg in der Champions League bei Olympiakos Piräus ein Viererpack.
Doch Mbappé, der auch in Girona wieder traf, will sich an einer starken Torquote nicht ergötzen, sondern legt lieber den Finger in die Wunde. "Wir müssen die Dynamik ändern und zeigen, wer wir als Team sind", forderte er am Sonntagabend in einem Post auf Instagram.
Mbappé ist über jeden Zweifel erhaben - im Gegensatz zu seinen Angreiferkollegen. "Mbappé ist Alleinunterhalter in der Offensive. Das ist ein Armutszeugnis für alle anderen, die da vorne herumturnen", urteilte Roncero.
Von Vinicus jr. ist in dieser Saison in erster Linie der Eklat nach seiner Auswechslung im Clasico in Erinnerung, als er wutentbrannt und in Richtung Alonso laut schimpfend direkt in die Kabine gestürmt war.
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Kylian Mbappé schießt Tore am Fließband, ist aber unzufrieden

Fotocredit: Getty Images

Rodrygo stellt unrühmlichen Rekord ein

Vinis Landsmann Rodrygo stellte in Girona derweil einen unrühmlichen Vereinsrekord ein. Der Brasilianer blieb im 30. (!) Pflichtspiel in Folge ohne Tor.
Dieses "Kunststück" gelang in der langen Geschichte von Real Madrid nur einem anderen Stürmer: Mariano Díaz. Während Díaz aber nach 986 Minuten wieder erfolgreich war, wartet Rodrygo bereits seit 1.321 Minuten auf einen Treffer.
Weil er unter Alonso nur noch sporadisch in der Startelf steht, soll Rodrygo einen Vereinswechsel im Winter ins Auge fassen. Laut "AS" habe der 24-Jährige den Verantwortlichen klargemacht, dass er sich für die Ersatzbank "zu jung und zu talentiert" halte.

Alonso ist die Ruhe selbst

Schwacher Fußball, schlechte Resultate und aufmüpfige Stars - es lodert bei Real Madrid. Einen kann das jedoch alles nicht aus der Ruhe bringen: Xabi Alonso. Der Chefcoach bügelt bei öffentlichen Auftritten die Probleme glatt und verweist stets auf das nächste Spiel.
"Wir spielen am Mittwoch in Bilbao. Darauf liegt mein Fokus und nicht auf der Tabelle. Die Meisterschaft geht noch lang, es wird Höhen und Tiefen geben. Wir fahren nach Bilbao, um zu gewinnen", sagte Alonso.
Der ungewöhnliche Liga-Spielplan sieht für Real die vierte Auswärtsreise in Serie vor. Worum es geht, verdeutlichte Kapitän Valverde: "Wir sollten den Spieß umdrehen, sonst wird es allmählich ungemütlich." Wohl war.
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Guardiola über Haaland-Szene: "Ich möchte sie alle anschreien"

Quelle: Perform





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