Xabi Alonso startet mit Real Madrid in die neue Saison: Jugend forscht - und ein neuer Plan mit David Alaba
Xabi Alonso soll Real Madrid nach einer titellosen Saison wieder in die Erfolgsspur führen. Der neue Trainer, von dem man sich Ähnliches wie in Leverkusen erhofft, steht neben der neuen Defensive um Supertalent Dean Huijsen im Fokus. Für David Alaba dürfte dort kein Platz mehr sein, dafür soll Alonso mit dem Routinier in neuer, alter Rolle planen. Die Königlichen in der großen Saisonvorschau.
Real-Star Alaba gibt Update: "Ich bin fast bei 100 Prozent"
Quelle: Perform
Viele neue Gesichter, ein neuer Trainer, der jüngste Kader der Liga, eine durch die Klub-WM völlig durcheinandergewürfelte Vorbereitung: Eigentlich schreit alles bei Real Madrid nach Umbruch und Geduld. Aber Real ist eben Real. Und deshalb zählt in der spanischen Hauptstadt auch in der neuen Saison nur eines: Titel, Titel, Titel.
Vor allem, weil die vergangene Saison komplett ohne Silberware durchaus enttäuschend verlief. In der Liga landete man mit vier Punkten Rückstand auf den FC Barcelona "nur" auf Rang zwei, in der Champions League wurden Carlo Ancelottis Königliche im Viertelfinale vom FC Arsenal (1:2/0:3) phasenweise hergespielt.
Klub-Legende Xabi Alonso, der Bayer Leverkusen vor einem Jahr zum historischen Double führte, soll die Blancos als neuer Mann an der Seitenlinie schnellstmöglich wieder zum Titelanwärter Nummer eins formen – und zwar in allen Wettbewerben. Nichts Geringeres ist in Madrid, das in den vergangenen zwölf Jahren sechs Mal den Henkelpott in Höhe stemmen durfte, der Anspruch.
Während der Klub-WM im vergangenen Juni und Juli waren erste Ansätze von Alonsos hochattraktivem Ballbesitzfußball erkennbar. Aber eben auch, dass noch viel Arbeit vor dem 43-Jährigen liegt. Vom amtierenden Champions-League-Sieger PSG wurden die Madrilenen im Halbfinale mit 0:4 aus dem Stadion geschossen.
Alonso gab seinem Starensemble daraufhin lange frei, erst seit dem 4. August geht es auf dem Trainigsgelände in Valdebebas wieder zur Sache. Dass bereits am kommenden Dienstag (ab 21:00 Uhr) das erste Ligaspiel auf dem Plan steht, macht die Aufgabe für den neuen Star-Coach nicht einfacher.
Das ist neu: Xabi Alonso & die Defensive
Ein Unbekannter ist Xabi Alonso, der als Spieler insgesamt 236 Pflichtspiele für Real absolvierte und fünf Titel gewann, in Madrid natürlich nicht. Auch als Fußballlehrer schließt sich für den Spanier ein Kreis. 2018 startete er seine Trainerkarriere im Jugendbereich der Königlichen. Dass er nach seinem viel beachteten Erfolg in Leverkusen irgendwann wieder in Madrid landen würde, galt quasi als unausweichlich.
Jetzt gilt es nur noch seinen in der Bundesliga so gefürchteten und erfolgreichen Spielstil zu etablieren – doch das ist leichter gesagt als getan. Alonso bat bereits bei seinem Amtsantritt um Zeit und Geduld.
Viel Ballbesitz, überfallartiges Umschalten bei Ballverlusten, Vertikalität, taktische Variabilität. Während der Klub-WM testete der neue Trainer beispielsweise eine Dreierkette, die bei seinem Vorgänger Ancelotti keine Rolle gespielt hatte. Alonso verlangt viel von seinen Spielern.
Dass sich sein Starensemble immer mehr an die Ideen des ehemaligen Mittelfeldstrategen gewöhnt, war beispielsweise beim letzten und einzigen öffentlichen Testspiel gegen WSG Tirol erkennbar: Alle vier Tore beim 4:0-Erfolg trugen Alonsos Handschrift.
Neu ist zudem fast die komplette Defensive. Für das spanisch-niederländische Supertalent Dean Huijsen (für 58 Millionen Euro von Bournemouth), Linksverteidiger Álvaro Carreras (für 50 Millionen von Benfica Lissabon) und Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold (für 10 Millionen Euro vom FC Liverpool) wurde viel Geld in die Hand genommen.
Alle drei standen auch gegen Tirol in der Startelf und sollen Reals defensive Anfälligkeit aus der Vorsaison, in der man wettbewerbsübergreifend insgesamt 84 Gegentore hinnehmen musste, in den Griff bekommen.
Dazu kam der argentinische Spielmacher Franco Mastantuono für 63 Millionen Euro von River Plate.
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Soll bei Real Madrid direkt Verantwortung übernehmen: Dean Huijsen
Fotocredit: Getty Images
Die neue Hoffnung: Jugend forscht
Das gab es lange nicht mehr: Mit 25,15 Jahren stellt Real 2025/26 den jüngsten Kader der spanischen Liga. Nach dem Abgang des 39-jährigen Luka Modric zur AC Mailand ist der Umbruch bei den Königlichen fast komplett vollzogen.
Mit Ferland Mendy (30), Antonio Rüdiger (32), David Alaba (33), Thibaut Courtois (33) und Kapitän Daniel Carvajal (33) stehen nur noch fünf Ü30-Spieler im Kader.
Der neue Abwehrchef Huijsen (20), Carreras (22) und Mastantuono (18) zählen dagegen alle zur Abteilung Jugend forscht, die jedoch - anders als in den vergangenen Jahren - sofort Verantwortung übernehmen soll - und muss.
Mit Endrick (19), Arda Güler (20) und Gonzalo García (21) ziehen weitere Top-Talente den Altersschnitt nach unten. Letzterer spielte sich vor allem in der Abwesenheit von Top-Star Kylian Mbappé während der Klub-WM mit vier Toren in den Fokus und verdiente sich prompt eine Vertragsverlängerung bis 2030.
Besagter Mbappé (26), Federico Valverde (27) oder Jude Bellingham (22) zählen da fast schon zu den alten Hasen.
Das Fragezeichen: David Alaba
Anders als jüngst berichtet, wird Routinier Alaba aller Voraussicht nach doch in der spanischen Hauptstadt bleiben. Sein Berater Pini Zahavi dementierte Berichte über Angebote aus Saudi-Arabien zuletzt vehement: "Alles, was verbreitet wurde, sind Gerüchte", sagte er gegenüber "365Scores".
Stattdessen will sich Alaba nach verletzungsgeplagten anderthalb Jahren, in denen sich der Österreicher erst das Kreuzband und dann den Meniskus riss, durchbeißen. "Ich fühle mich sehr stark und 100 Prozent bereit", sagte Alaba nach dem Test gegen Tirol.
In der Innenverteidigung dürfte das allerdings schwierig werden. Hinter Huijsen, Eder Militao, Rüdiger und Raúl Asencio ist der Ex-Bayern-Star in der Hackordnung nur noch die Nummer fünf.
Stattdessen soll Alonso im Mittelfeld mit Alaba planen. Das zumindest behauptet die rund um die Königlichen meist bestens informierte "Marca".
Eine neue alte Rolle, die der 33-Jährige zwar schon in München und in der österreischischen Nationalmannschaft, nicht aber während seiner vier Jahre in Madrid bekleidet hatte.
Alonso weiß um Alabas Qualitäten: Von 2014 - 2017 schnürten beide gemeinsam die Schuhe für den FC Bayern. Doch auch in der Mittelfeldzentrale ist die Konkurrenz mit Aurélien Tchouaméni, Dani Ceballos, Bellingham, Valverde und Güler groß.
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David Alaba (l.) ist wieder komplett fit und will sich bei Real durchsetzen
Fotocredit: Getty Images
Real Madrid: Hier ist noch Bedarf
Aktuell stehen 25 Spieler im Kader der Königlichen. Mehr als in den vergangenen Jahren. Sollte sich auf der Abgangsseite nichts mehr tun, dürften die Transferbemühungen also abgeschlossen sein.
Sollten Rodrygo, Mendy oder Ceballos, um die sich immer wieder Wechselgerüchte ranken, allerdings den Verein noch verlassen, ist es nicht ausgeschlossen, dass Real noch einmal aktiv wird.
Real Madrid: Das kommt auf Xabi Alonso zu
Die eigene Philosophie etablieren, Mediator des Umbruchs sein, die Egos der jungen Stars massieren – und dabei Titel gewinnen. Die Erwartungen an Alonso sind riesig.
Konnte der Spanier in Leverkusen noch abseits des ganz großen Drucks und der medialen Aufmerksamkeit langsam sein Team aufbauen und seine Philosophie etablieren, muss er bei Real quasi auf Knopfdruck im größten Scheinwerferlicht, das es überhaupt im europäischen Fußball gibt, abliefern. Zumindest als Trainer betritt er hier Neuland.
In einem Kader gespickt mit Weltklasse-Spielern wird er mitunter harte Personalentscheidungen treffen und sein Star-Ensemble gleichzeitig bei Laune halten müssen. Das war ihm in Leverkusen beispielsweise mit Jonas Hofmann oder den beiden Stürmern Victor Boniface und Patrik Schick in seiner zweiten Saison nicht immer geglückt.
Real hat sich dem "Projekt Alonso" voll verschrieben. Das Vertrauen ist groß und sollte auch einen holprigen Start überstehen. Hält in der spanischen Hauptstadt der Misserfolg jedoch an, kann es schnell ungemütlich werden. Das mussten bereits andere Trainer von Alonsos Kaliber schmerzlich erfahren.
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Simón kritisiert LaLiga-Pläne: "Fußball gehört Fans"
Quelle: Perform
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