FC Barcelona - Raphinha und Jesus als Antwort auf das Álvarez-Drama: Hansi Flick mit flexibler Offensive zum CL-Titel?
Von Alex Frieling
Publiziert 02/09/2026 um 14:39 GMT+2 Uhr
Der FC Barcelona hat seine Offensive nach den Abgängen von Robert Lewandowski, Ferran Torres und Marcus Rashford grundlegend umgebaut. Statt Wunschstürmer Julián Álvarez setzt Hansi Flick auf eine brasilianische Lösung mit Raphinha und Gabriel Jesus. Dazu soll Top-Star Rodri das Mittelfeld auf ein neues Niveau heben. Reicht der neue Barça-Kader für den großen Wurf in der Champions League?
Jesus: "Barça-Mannschaft ist verdammt geil"
Quelle: Perform
Der große Wunsch blieb unerfüllt. Über Monate galt Julián Álvarez als Barcelonas favorisierte Lösung für die Zukunft im Sturmzentrum. Doch der Argentinier kam nicht.
Auch Ferran Torres hat den Klub verlassen, Marcus Rashford ist nicht mehr da. Eigentlich genügend Gründe, um nach dem Transfersommer die Frage zu stellen, ob der FC Barcelona ausgerechnet in der Offensive an Qualität verloren hat.
Der Kader der Katalanen vermittelt jedoch ein anderes Bild. Hansi Flick hat den Angriff seiner Mannschaft grundlegend umgebaut.
Statt eines klassischen Nachfolgers für Lewandowski und Ferran setzt der deutsche Trainer auf eine flexiblere Variante. Im Zentrum dieser neuen Barça-Offensive stehen nun zwei Brasilianer: Raphinha und Gabriel Jesus. Dabei ist die Hierarchie zunächst überraschend klar.
Raphinha als neuer Mittelstürmer für Barça
"Es scheint klar zu sein, dass Raphinha in dieser Saison der gesetzte Mittelstürmer sein wird", erklärt Guillermo Marcos von Eurosport Spanien. Barcelonas bevorzugte Angriffsreihe sieht er mit Anthony Gordon auf der linken Seite, Lamine Yamal rechts und Raphinha als Nummer neun.
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Lamine Yamal und Raphinha sind die Leistungsträger der Barça
Fotocredit: Getty Images
Jesus bleibt damit vorerst die Rolle des Herausforderers. "Gabriel Jesus wird auf seine Chance von der Bank warten müssen und könnte nur dann in die Startelf rücken, wenn einer der Angreifer in seiner Leistung nachlässt, vor allem Gordon, wodurch Raphinha wieder auf die linke Seite wechseln könnte", erklärt Marcos. "Raphinha ist die erste Wahl, Gabriel Jesus sollte die Nummer zwei für die Mittelstürmerposition sein."
Dass Flick seinem Brasilianer diese Rolle zutraut, kommt nicht von ungefähr. Raphinha hat in den ersten drei Saisonspielen bereits fünfmal getroffen und seine ohnehin herausragende Bedeutung für Barcelonas Spiel noch einmal erweitert.
"Natürlich habe ich diese Leistung von Raphinha erwartet. Er ist ein unglaublicher Spieler", schwärmte Flick zuletzt.
Dabei interpretiert Raphinha die Position völlig anders als ein klassischer Neuner. Er wartet nicht ausschließlich im Strafraum auf seine Möglichkeiten, sondern weicht auf die Flügel aus, attackiert unterschiedliche Räume, beteiligt sich intensiv am Pressing und öffnet dadurch anderen Spielern Wege ins Zentrum.
Flexibilität als Antwort auf das Álvarez-Drama
Flick sieht zudem Adeyemi in einer wichtigen Rolle. Schon früh lobte er dessen Qualitäten: "Karim hat gezeigt, dass er vor dem Tor sehr effizient sein kann und mit viel Selbstvertrauen spielt."
So entsteht eine Offensive, die weniger von festen Rollen als von unterschiedlichen Profilen lebt. "Barcelona hat es geschafft, die Abgänge von Lewandowski, Ferran Torres und Rashford in der Offensive auszugleichen", urteilt Marcos. Zwar sei Álvarez nicht gekommen, mit Gordon, Adeyemi und Jesus sowie der Entwicklung weiterer junger Spieler sei der Angriff jedoch "sehr vielseitig" geworden.
Gerade deshalb ist auch Gabriel Jesus interessant. Der 29-Jährige muss in Barcelona zunächst nicht die Last tragen, Lewandowski und Ferran eins zu eins zu ersetzen. Er kommt nicht als unumstrittener Superstar für die Sturmspitze, sondern erweitert Flicks Möglichkeiten.
Der Trainer hält entsprechend große Stücke auf seinen Neuzugang. "Für mich ist Gabriel Jesus ein Top-Stürmer. Ich bin sehr glücklich, dass er hier ist. Er kann uns viele Dinge geben", sagte Flick.
Der womöglich wichtigste Transfer für Barcelonas nächsten Schritt spielt ohnehin einige Meter weiter hinten.
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Quelle: Perform
Rodri hebt Barças Mittelfeld auf ein neues Niveau
Mit Rodri bekommt Flick einen Weltklassespieler für das Zentrum. Der Weltmeister verändert die Statik einer Mannschaft, deren größte Stärke bereits in der vergangenen Saison darin bestand, Gegner mit Ballbesitz, Gegenpressing und enormem offensiven Druck einzuschnüren.
National dürfte Barça damit erneut ganz oben angreifen. Doch die eigentliche Messlatte liegt längst außerhalb Spaniens. Flick hat Barcelona wieder in die europäische Spitze geführt. Der nächste Schritt fehlt allerdings noch: der Einzug in ein Champions-League-Finale und letztlich der erste Titel in der Königsklasse seit 2015.
In Spanien herrscht diesbezüglich trotz des prominent verstärkten Kaders noch Zurückhaltung. "Obwohl Barcelona sich in der Champions League in den vergangenen beiden Spielzeiten verbessert hat, ist die vorherrschende Meinung, dass ein Titelgewinn eher unwahrscheinlich ist", erklärt Marcos.
Vor allem die Defensive bereitet weiterhin Sorgen. Ronald Araújo hat den Klub verlassen, einen absoluten Top-Innenverteidiger holte Barça nicht. Flick setzt stattdessen unter anderem auf Andreas Christensen, der jüngst seinen Vertrag verlängert hat, und den aufgerückten Xavi Espart. Zudem kehrte João Cancelo zurück ist.
Ob der Plan der Blaugrana aufgeht, um aus einem wiedererstarkten Barcelona tatsächlich einen Champions-League-Sieger zu machen, bleibt die große Frage. Flick scheint für den Moment jedenfalls überzeugt.
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Quelle: Perform
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