FC Barcelona: Millionen-Transfers der Katalanen und die Suche nach dem roten Faden - Barça setzt alles auf Álvarez
Publiziert 13/07/2026 um 18:50 GMT+2 Uhr
Der FC Barcelona investiert kräftig in seinen Kader. Anthony Gordon und Karim Adeyemi stehen bereits auf der Gehaltsliste, João Cancelo soll fest verpflichtet werden und mit Julián Álvarez arbeitet der spanische Meister seit geraumer Zeit an einem Transfer-Coup. Trotz hoher Ausgaben stellt sich mit Blick auf Barça die Frage: Welche Strategie verfolgen die Katalanen eigentlich?
Hansi Flick geht in seine dritte Saison als Trainer des FC Barcelona
Fotocredit: Getty Images
"Barça ist uns gegenüber respektlos. Sie denken, sie können mit uns machen, was sie wollen. Sie denken, dass wir schwach und dumm sind. Aber in Wahrheit zeigen sie der Welt einfach nur eine Vorgehensweise, die sie ganz gut definiert."
Mit diesen ungewöhnlich scharfen Worten rechnete Atlético Madrids Geschäftsführer Miguel Ángel Gil Marín via "EFE" im Juni öffentlich mit dem FC Barcelona ab. Hintergrund war das Werben der Katalanen um Stürmer Julián Álvarez. Die Aussagen zeigten vor allem: Barcelonas Transferoffensive sorgt längst nicht nur auf dem Platz für Aufmerksamkeit.
Denn die Strategie des spanischen Meisters wirft durchaus Fragen auf.
Als besonders überraschend galt der Verzicht auf Marcus Rashford. Der spanische Meister entschied sich gegen die festgeschriebene Kaufoption in Höhe von lediglich rund 30 Millionen Euro, obwohl sich der Engländer während seiner Leihe unter Hansi Flick sportlich eindrucksvoll zurückgemeldet hatte.
Barça geht hohes Risiko ein: 80 Millionen für Gordon
Nachdem Rashford innerhalb von zwei Jahren rund 40 Millionen Euro an Marktwert eingebüßt hatte, erzielte er für Barça in 49 Pflichtspielen starke 14 Tore und bereitete weitere 14 Treffer vor. Der Rechtfuß avancierte zu einem etablierten Offensivspieler und wurde dennoch ziehen gelassen.
Stattdessen investierten die Katalanen rund 80 Millionen Euro in Anthony Gordon. Der englische Nationalspieler überzeugte bei Newcastle United mit 17 Toren und fünf Assists, steuerte bei der laufenden WM vier Vorlagen bei und gilt als dynamischer Flügelspieler. Der Sprung in die absolute Weltklasse ist ihm bislang allerdings noch nicht gelungen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/07/13/image-5e750e15-fc3d-4e01-8602-27777653d682.jpeg)
Der FC Barcelona und die Transfers: Gordon statt Rashford
Fotocredit: Getty Images
Auch der Transfer von Karim Adeyemi reiht sich in dieses Bild ein. Präsident Joan Laporta bestätigte den Wechsel bereits öffentlich.
"Wir freuen uns sehr über Adeyemi. Wir haben ihn schon länger im Blick. Er ist gefährlich und schnell, und Deco hat die Verpflichtung hervorragend abgewickelt", sagte Laporta.
Der Deutsche erhält laut "Sky" einen Fünfjahresvertrag mit rund sechs Millionen Euro Nettogehalt pro Jahr. Borussia Dortmund kassiert etwa 22 Millionen Euro Ablöse, hinzu kommen bis zu neun Millionen Euro an Bonuszahlungen sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung von 35 Prozent. Adeyemi wechselt nach einer Saison mit zehn Toren und sechs Vorlagen - ebenfalls gute Werte, jedoch keinesfalls ein Transfer, der die Katalanen in der Königsklasse umgehend zum Titelkandidaten macht.
Katalanen setzen alles auf die Álvarez-Karte
Parallel laufen die Bemühungen um Julián Álvarez weiter. Laut "Mundo Deportivo" haben Flick und Sportdirektor Deco den Argentinier als Wunschlösung ausgemacht. Medienberichten zufolge soll Barcelona bereits ein Angebot über 100 Millionen Euro abgegeben haben.
Laporta bestätigte die Verhandlungen indirekt: "Wir haben ein Angebot abgegeben, das nicht unbegrenzt gültig ist."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/07/06/image-f2df2aa3-4380-46bd-8dec-37ca0c0f6be1.jpeg)
Julián Álvarez geht seit 2024 für Atlético Madrid auf Torejagd
Fotocredit: Getty Images
Auch Lamine Yamal machte keinen Hehl aus seinem Wunsch, künftig mit Álvarez zusammenzuspielen. "Jeder weiß, dass er ein Spitzenspieler ist. Wir heißen ihn mit offenen Armen willkommen", erklärte der 19-Jährige.
Der mögliche Transfer würde zugleich erklären, weshalb Barcelonas bisherige Einkaufspolitik noch keinen roten Faden erkennen lässt. Während Rashford trotz überzeugender Leistungen nicht verpflichtet wurde, investiert der Klub hohe Summen in Spieler wie Gordon oder Adeyemi, die bislang eher als sehr gute Ergänzungen gelten.
Neuer Sommer, alte Probleme: Barça und die Finanzen
Hinzu kommen weitere Baustellen. Robert Lewandowski hat den Verein nach Vertragsende verlassen, Ferran Torres wird mit Paris Saint-Germain in Verbindung gebracht. Aktuell fehlt dem Flick-Team ein starker Mittelstürmer. Ein Álvarez-Transfer wäre gar essenziell, um über die nötige Weltklasse in der Offensive zu verfügen.
Um all diese Pläne finanzieren zu können, soll Barça laut übereinstimmenden spanischen Medienberichten Bürgschaften in Höhe von rund 210 Millionen Euro beantragt haben, die durch künftige TV-Einnahmen abgesichert werden.
Damit scheint vieles auf einen Sommer hinauszulaufen, in dem Barcelona zwar viel Geld investiert, der eigentliche Königstransfer aber erst noch folgen soll. Sollte Álvarez tatsächlich kommen, würde der Argentinier dem Transfersommer jene Weltklasse verleihen, die den bisherigen Verpflichtungen trotz der hohen Preise bislang noch fehlt.
Das könnte Dich auch interessieren: Medien: Funktionär entschied im Alleingang über Baloguns Begnadigung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/07/12/image-7817d7d7-4f30-43ce-986f-3fa8472a49a1-85-2560-1440.jpeg)
Rodri: "Yamal muss ruhiger werden"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung