Liga-Check (3/4): Aufstrebende Jungadler und ein gebändigtes Sorgenkind

Das erste Drittel der Saison ist gespielt, Zeit für ein erstes Fazit. Wir haben die Experten aus dem Eurosport-Netzwerk nach ihrer Meinung zu den Ligen in England, Spanien, Italien und Frankreich befragt. Im dritten Teil der Serie beleuchet Martin Mosnier von Eurosport.fr den Zwischenstand in der Ligue 1 mit dem überraschenden Spitzenreiter aus Nizza sowie schwächelnden Favoriten in Paris & Lyon.

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Mann der Saison: Edinson Cavani

Er ist der beste Torjäger der Saison und zeigt, wie gefährlich er sein kann, wenn das Selbstvertrauen da ist. 15 Tore in 15 Spielen (elf in der Liga, vier in der Champions League) sind seine aktuelle Visitenkarte. Paris Saint-Germain hat nicht immer gut gespielt, aber Cavani hat dafür gesorgt, dass die hochgesteckten Ziele des Serienmeisters noch nicht ganz utopisch erscheinen.

Größte Enttäuschung der Saison: Olympique Lyon

Mit Alexandre Lacazette, Nabil Fekir und Corentin Tolisso hat "OL" ein ebenso spannendes wie hochklassig besetztes Team, dessen Ziel zu Saisonbeginn ganz klar ein Platz unter den ersten Drei war. Jetzt liegt Lyon schon sieben Punkte hinter dem Drittplatzierten zurück. Die Gründe für den schwachen Start sind einfach, aber nicht leicht abzustellen: Die Defensive kann den Ansprüchen der Ligue 1 nur zu selten genügen, hinzu kommen Verletzungsprobleme, die Olympique hinter die eigenen Ansprüche zurückwarfen.

Team der Stunde: AS Monaco

Noch vor dem FC Barcelona mit Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar hat der AS Monaco den besten Angriff in Europas Topliegen. Mit dem 6:0 gegen Nancy unterstrichen die Monegassen ihre Stellung als beste Offensivmannschaft der Saison - im Schnitt versenkten die Kicker aus dem Fürstentum den Ball in den ersten zwölf Spielen dreimal im gegnerischen Tor.
Dank Radamel Falcao, Guido Carillo, Valère Germain und dem neuen Star im Team, Kylian Mbappe, hat sich Monaco in der Liga auf einem sicheren zweiten Platz eingerichtet - nur drei Punkte hinter Tabellenführer und Lokalrivale OGC Nizza.

Größte Überraschung: OGC Nizza

Als PSG zum letzten Mal nicht Meister wurde, kam aus dem Nichts HSC Montpellier und schnappte sich 2012 den Titel. Und auch in diesem Jahr scheint ein Überraschungsteam bereitzustehen, um die Schwächephase der Hauptstädter auszunutzen. Denn es ist nicht etwa das hochgehandelte Olympique Lyon, sondern eben der Underdog vom OGC Nizza, der in dieser Saison als stärkster Gegner für PSG auftritt.
Die "jungen Adler" von Trainer Lucien Favre sind aktuell eine der interessantesten Mannschaften in Europa, besonders, weil viele junge, hoffnungsvolle Talente in den Reihen der Südfranzosen zu finden sind. Malang Sarr, Rémi Walter oder Wylan Cyprien blühen an der Seite etablierter Kräfte wie den Ex-Bayern Dante, Younès Belhanda (im Übrigen 2012 Meister mit Montpellier) oder dem gebändigten Enfant Terrible Mario Balotelli regelrecht auf.

Transfer der Saison: Mario Balotelli

Fünf Einsätze, sechs Tore - nur Zlatan Ibrahimovic hatte einen besseren Start in seiner erste Ligue-1-Saison als Balotelli. Der Italiener, der im Sommer ablösefrei an die Côte d'Azur wechselte, hat in dieser Saison bereits mehr Tore geschossen als in den letzten beiden Spielzeiten für den FC Liverpool und AC Mailand zusammen.
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