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Lionel Messi findet bei PSG im Sturm mit Neymar und Mbappé noch nicht zur Top-Form
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Publiziert 21/09/2021 um 11:53 GMT+2 Uhr
Die Auswechslung von PSG-Superstar Lionel Messi am Wochenende gegen Olympique Lyon (2:1) schlug in Frankreich hohe Wellen. Der verwehrte Handschlag mit Trainer Mauricio Pochettino war dabei nicht das einzige Thema. Bisher fehlt dem Argentinier, der das fehlende Puzzlestück für den Champions-League-Sieg sein soll, jegliche Bindung zum Pariser Spiel. Das Traum-Sturmtrio funktioniert (noch) nicht.
Lionel Messi
Fotocredit: Getty Images
Paris Saint-Germain legt bisher eine weitestgehend fehlerfreie Saison hin. Nach sechs Spieltagen in der Ligue 1 hat PSG 18 Punkte auf dem Konto.
Dennoch war nach dem 2:1 (0:0)-Erfolg gegen Olympique Lyon nicht die makellose Bilanz das große Thema. Vielmehr sorgte die Auswechslung von Superstar Lionel Messi für Schlagzeilen. Trainer Mauricio Pochettino hatte seinen argentinischen Landsmann in der 76. Minute beim Stand von 1:1 vom Platz genommen.
Sichtbar zum Missfallen von Messi, der dem Coach sogar den Handschlag verwehrte. Pochettino rechtfertigte die "Majestätsbeleidigung" nach dem Spiel: "Die ganze Welt weiß, dass wir großartige Spieler haben. 35 Spieler, nur elf können spielen. Wir sind hier, um Entscheidungen zum Wohle des Teams zu treffen."
Er habe Messi lediglich schonen wollen, betonte der Argentinier. Dennoch stellt sich langsam die Frage, weshalb der Superstar in Paris noch nicht zünden konnte.
Lionel Messi nicht in PSG-Spiel eingebunden
In seinen drei Einsätzen für PSG blieb Messi ohne Torbeteiligung. Nach seinem Wechsel jubelten die Fans in Anbetracht ihres neuen Wundersturms Messi, Neymar und Kylian Mbappé. Doch das "MNM"-Trio funktioniert (noch) nicht.
Der Neuzugang vom FC Barcelona, wo das Team um ihn herum aufgebaut wurde, wirkt nicht integriert, ihm fehlt die Bindung zum Spiel. Nur vereinzelt kann der Argentinier sein Können aufzeigen, wie etwa mit seinem Freistoß-Lattentreffer gegen Lyon (37. Minute).
Bernd Schuster, ehemaliger Trainer von Real Madrid, meinte in der "Bild": "In Paris können auch Neymar und Mbappé Spiele gewinnen. Das muss Messi in den nächsten Jahren lernen und positiv sehen, damit es in Paris nicht schwierig wird." Bei Barça sei Messi der Spieler gewesen, von dem "das gesamte Team abhing. Ihn auszuwechseln, war kein Thema."
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Streit mit Messi nach Auswechslung? Das sagt Trainer Pochettino
Quelle: Perform
PSG-Kollege Di María berichtet von Problemen
In den vergangenen zehn Jahren bei den Katalanen wurde der Superstar nur 18 Mal ausgewechselt. Doch auch in Barcelona wurden diese Entscheidungen der Trainer von Messi oft sichtbar missbilligt.
Die französische Sportzeitung "L'Équipe" fragte sich nach Zwischenfall vom Wochenende daher auch: "Wird die Auswechslung von Messi gegen Lyon Spuren hinterlassen?" Denn der Argentinier soll sich in der neuen Umgebung allgemein noch nicht vollumfänglich wohlfühlen.
Teamkollege Ángel Di María berichtete in der argentinischen Zeitung "Olé": "Es ist nicht einfach für ihn. Wenn Leo zum Essen kommt, sind immer Motorräder oder Autos in der Nähe. Hier sind die Leute eigentlich sehr respektvoll. Mit Leo können wir jetzt aber nirgendwo hingehen." Er und Teamkollege Leandro Paredes wollen Messi daher helfen, eine dauerhafte Bleibe zu finden, so Di María, angeblich in Yvelines, in der Nähe des PSG-Trainingsgeländes.
Bisher Messi wohnt in einem Hotel. Die Weltstadt Paris mit ihren über zwei Millionen Einwohnern ist dem zurückhaltenden Argentinier offenbar zu viel. In Barcelona hatte er zuvor mit seiner Familie im abgeschiedenen Küstenstädtchen Castelldefels gelebt.
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Lionel Messi (r.) mit Teamkollege Neymar
Fotocredit: Getty Images
Ex-Profi: "MNM"-Trio "macht PSG schlechter"
Hinzu kommt, dass der 34-Jährige den FC Barcelona nicht freiwillig verließ. Die finanziell angeschlagenen Katalanen konnten sich ihr Eigengewächs nicht mehr leisten. Messi musste sich also unter Tränen von seinem Jugendklub verabschieden. PSG nahm den ablösefreien Argentinier mit Kusshand, träumt seither vom großen Coup, dem Champions-League-Titel, den Messi endlich nach Paris holen soll.
Doch ob der Superstar wirklich der entscheidende Faktor ist, wird sich zeigen. Ex-Stürmer Michael Owen glaubt sogar, dass die Verpflichtung von Messi PSG keinen Vorteil bringt. Bei "BT Sport" sagte der 41-Jährige: "Wir haben sicherlich alle auf dieses Stürmer-Trio hingefiebert und sie sind phänomenale Einzelspieler. Aber die Drei zusammen machen PSG meiner Meinung nach schlechter."
Zudem seien die Verpflichtungen von Gianluigi Donnarumma und Sergio Ramos für PSG wichtiger als der Wechsel von Messi. Ex-Profi Thierry Henry glaubt hingegen, dass der Argentinier bald sein volles Potenzial zeigen wird. Der Franzose erklärte bei "Amazon Prime": "Es braucht Zeit, sich anzupassen - selbst für den besten Spieler der Welt."
PSG fehlt die Balance
Auch der französische Eurosport-Redakteur Cyril Morin mahnt, Messi genügend Zeit zu geben: "Wir dürfen nicht vergessen, dass er erst seit Kurzem im Team spielt. Auch diese Spieler brauchen Zeit sich einzugewöhnen. Er ist nicht komplett unsichtbar, aber auch noch nicht der Messi, den wir aus Barcelona kennen."
Es fehle einfach der Rhythmus, so Morin, der eines der Hauptprobleme von PSG vielmehr in der fehlenden Balance zwischen Offensive und Defensive sieht. "Gegen Brügge war das Team zweigeteilt: Sieben Spieler haben verteidigt, drei nur angegriffen. Pochettino wird einen aus dem Trio zur Defensivarbeit beordern müssen", analysierte der Eurosport-Redakteur.
Der PSG-Coach selbst erklärte angesprochen auf das noch fehlende Zusammenspiel seiner Stürmer: "Wir brauchen Zeit, damit sie ein Verständnis füreinander entwickeln." Wer am Ende Recht behält, werden die kommenden Monate zeigen. Denn nach 16 Jahren im selben Verein, muss man sicher auch einem Weltfußballer die Zeit lassen, sich einzugewöhnen.
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PSG-Highlights: Messi-Frust bei Last-Minute-Sieg gegen Lyon
Quelle: Perform
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