Ligue 1: Olympique Marseille gegen Olympique Lyon nach Eklat abgesagt - Bus mit Steinen beworfen, Trainer verletzt

Gewaltausbruch im französischen Fußball: Weil der Mannschaftsbus von Olympique Lyon mit Steinen beworfen und Trainer Fabio Grosso dabei verletzt wurde, ist das Erstligaspiel beim alten Rivalen Olympique Marseille am Sonntag abgesagt worden. "Wir haben auf Lyons Wünsche Rücksicht genommen, die Partie nicht auszutragen", erklärte Schiedsrichter Francois Letexier auf einer Pressekonferenz.

Schiedsrichter erklärt Hintergründe der Absage in Marseille

Quelle: Perform

Der Bus war kurz vor der Ankunft im Stade Velodrome mit Steinen beworfen worden, dabei wurden vier Scheiben eingeschlagen. Grosso wurde über dem linken Auge verletzt.
Nach Angaben seines Klubs habe der Italiener Schwindelanfälle verspürt. Auch ein Bus mit Lyon-Fans sei angegriffen worden, berichtete eine lokale Polizeiquelle der Nachrichtenagentur "AFP".
"Unsere Mannschaft wollte spielen, wir haben gesagt, dass wir bereit wären zu spielen. Das müssen mehr als Glassplitter gewesen sein, es muss einen Einschlag gegeben haben. Die Entscheidung (das Spiel abzusagen) wurde unabhängig von uns getroffen. Aber (Grosso) war nicht wirklich klar im Kopf", sagte Lyon-Investor John Textor gegenüber "Amazon Prime Video Frankreich".
Laut dem TV-Sender "RMC Sport" habe sich die Lyon-Mannschaft dann allerdings hinter ihren Trainer gestellt, der das Spiel nicht von der Seitenlinie aus hätte coachen können. Auch dessen Co-Trainer Raffaele Longo wurde bei dem Angriff dem Vernehmen nach im Gesicht getroffen. Textor gab wenig später ein Update zum Gesundheitszustand Grossos: "Er kann kein Gespräch führen, er hatte Glassplitter im Gesicht. Ich bin sehr wütend."

Marseille mit Genesungswünschen an Grosso

Auch Pablo Longoria, der Präsident von Olympique Marseille, äußerte sich zu dem Vorfall. "Was mit Fabio Grosso, dem Trainer von Olympique Lyon, passiert ist, muss verhindert werden, es ist völlig inakzeptabel. Das ist etwas, was jetzt im Fußball nicht mehr passieren darf. Nur rücksichtslose Menschen - nur rücksichtslose Menschen. Ein solches Fest mit 65.000 Zuschauern zu ruinieren. Ich bin wütend, ich bin wirklich bestürzt über diese Situation".
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Fabio Grosso

Fotocredit: Eurosport

Der Verein publizierte nur wenig später eine Mitteilung, in welcher Grosso erneut eine schnelle Genesung gewünscht wurde. Darüber hinaus hoffte Marseille auf eine baldige Wiederholung der Partie im Stade Velodrome.

Marseille gegen Lyon abgesagt: Sportministerin verkündet sieben Festnahmen

Die französische Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra nannte die Bilder des demolierten Busses und des blutüberströmten Grosso "empörend".
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Der beschädigte Lyon-Bus in den Katakomben des Stade Velodrome.

Fotocredit: Imago

"Diese inakzeptablen Taten verleugnen die Werte des Fußballs und des Sports, und die Täter müssen alle gefunden und streng bestraft werden. Die ersten sieben Verdächtigen (darunter zwei wegen Steine-Werfens; Anm. d. Red.) wurden bereits festgenommen. Diese von Dummheit und Hass geprägten Handlungen, die nichts mit Sport zu tun haben, müssen mit größter Entschlossenheit durch das Kollektiv aller öffentlichen und privaten Akteure, die den Sport wirklich lieben, ausgemerzt werden", führte die 45-Jährige aus.
Die französische Sport-Tageszeitung "L'Équipe" bezeichnete Vorfälle auf "X" als "eine Schande."
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Quelle: SID

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