Paris Saint-Germain ist unter Luis Enrique zur Titel-Maschine mutiert - nicht lang reden, sondern machen!
Update 14/08/2026 um 19:29 GMT+2 Uhr
Mit dem UEFA Supercup gegen Aston Villa (2:1) ist Paris Saint-Germain zwar offiziell in die Saison 2026/27 gestartet - alle Fragezeichen sind aber noch nicht aus dem Weg geräumt. Vor allem zwischen den Pfosten und in der Offensive gibt es Nachholbedarf beim Hauptstadtklub. Die Pariser Maschine lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Ganz nach dem Motto: Nicht lang reden, sondern machen!
PSG vs. Aston Villa: Showdown im UEFA Super Cup
Quelle: Perform
Als zweiter Mannschaft in der Geschichte der UEFA Champions League ist Paris Saint-Germain die Titelverteidigung gelungen. An der Seine stellt sich die Frage: Was treibt die französischen Dauersieger nach zwölf Titeln in drei Jahren überhaupt noch an?
"Ein Hass auf Niederlagen", erklärte Désiré Doué, Siegtorschütze im UEFA Supercup gegen Aston Villa (2:1), auf einer Pressekonferenz: "Denn das tut wirklich weh."
Die Vormachtstellung in Europa wollen Trainer Luis Enrique und Co. aufrechterhalten, die Gier scheint nach wie vor ungestillt.
Trotzdem muss sich PSG mit einigen Fragezeichen auseinandersetzen - und mit einer Baustelle, die bereits vor einem Jahr Kopfschmerzen bereitet hatte.
Paris Saint-Germain: Das ist neu
Der Weg war steinig und schwer, umso süßer der Lohn: Paris Saint-Germain ist die Transformation gelungen. Vom steten Unruheherd der absoluten Superstars wurde der französische Hauptstadtklub in den vergangenen drei Jahren zum Ruhepol des europäischen Spitzenfußballs umgeformt.
"Wir arbeiten ruhig. Wir reden nicht zu viel, wir handeln", beschrieb Vereinspräsident Nasser Al-Khelaifi die neue Pariser Identität in einem Interview mit "Canal+". Die enttäuschenden Testspiele gegen Mallorca (0:3) und Manchester United (1:1) ließen niemanden die Contenance verlieren, die verhältnismäßig ruhige Transferphase - die anderen Klubs wie dem FC Arsenal schon negativ ausgelegt worden ist - ist derweil Ausdruck von einem gesunden Selbstverständnis.
Und selbst wenn sich Problemzonen wie im Fall von Bradley Barcola, der zum FC Liverpool wechseln möchte, auftun, werden interne Dramen nicht mehr nach außen getragen. Nicht lang reden, sondern machen: PSG ist über den Sommer noch mehr zur Maschine mutiert.
Paris Saint-Germain: Die neue Hoffnung
Die Verpflichtung von Maghnes Akliouche war unausweichlich. Bei der AS Monaco drängte der 24-jährige Franzose ins Rampenlicht, in der vergangenen Saison bestätigte er mit sieben Toren und elf Vorlagen in 43 Spielen seinen Ruf als eines der größten Offensivtalente der Ligue 1.
Akliouche gilt als unberechenbarer und extrem dribbelstarker Spieler mit einem Hang zur Risikofreude am Ball. Wenig verwunderlich besserte PSG sein Angebot an Monaco dreimal nach, um sich seine Qualitäten zu sichern. Am Ende einigte man sich auf eine Ablöse von 50 Millionen Euro.
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Maghnes Akliouche steht bei Paris Saint-Germain im Fokus
Fotocredit: Getty Images
Im Kader des zweimaligen Champions-League-Siegers ist Akliouche die Lösung für eine Problemstelle. Zusätzlich zu seinem Talent ist der aufstrebende Youngster nämlich der einzige Spieler, der auf der rechten Außenbahn wirklich zu Hause ist.
Khvicha Kvaratskhelia und Barcola fühlen sich deutlich wohler auf der linken Seite. Das gilt auch für Désiré Doué, der in den vergangenen Jahren aber zum Rechtsaußen umfunktioniert wurde. Laut "L'Équipe" soll Akliouche in direkte Konkurrenz mit Doué treten und für deutlich mehr offensive Variabilität sorgen.
Paris Saint-Germain: Das Fragezeichen
Was hat sich Paris vor einem Jahr nicht für ein Drama eingebrockt? Torhüter Gianluigi Donnarumma wurde trotz des ersten Champions-League-Titels der Vereinsgeschichte gnadenlos abgesägt, Lucas Chevalier wurde für 40 Millionen Euro vom OSC Lille verpflichtet - nur um ein Jahr später vor demselben Fragezeichen zu stehen.
Ende Januar wurde der 24-Jährige auf die Bank verbannt, Matvey Safonov schlüpfte überraschend in die Rolle der Nummer eins. Um ein ruhiges Umfeld zu schaffen, möchte Enrique französischen Medienberichten zufolge Chevalier loswerden.
Ruhe allein gewinnt aber keine Titel: Safonov zählt nicht zur Elite zwischen den Pfosten, darüber hinaus stünde PSG im Falle einer Verletzung ohne adäquaten Ersatz da. Der 18-jährige Alessandro Longoni, ausgeliehen von der AC Milan, ist zurzeit die einzige Alternative im Kader. Der japanische Keeper Zion Suzuki soll derweil für 35 Millionen Euro von Parma gekauft, aber direkt an Juventus verliehen werden. Verpokert sich Paris im Tor?
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Lucas Chevalier und Matvey Safonov stehen bei Paris Saint-Germain in Konkurrenz
Fotocredit: Getty Images
Paris Saint-Germain: Hier ist noch Bedarf
Mit Namen wie Kvaratskhelia, Doué und Dembélé mag es fast schon wie ein Frevel klingen: In der Offensive hat Paris Saint-Germain aber tatsächlich Nachholbedarf.
Die Verkäufe von Goncalo Ramos (74 Millionen Euro/AC Milan), Randal Kolo Muani (41,20 Millionen Euro/Juventus) und Kang-in Lee (40 Millionen Euro/Atlético Madrid) spülten ordentlich Geld in die Vereinskasse. Gleichzeitig ging aber auch wichtige Kaderbreite verloren.
Mit Akliouche wurde ein Schritt in die richtige Richtung vollzogen, doch selbst mit der bevorstehenden Verpflichtung von Ferran Torres ist der Klub von der Seine noch nicht am Ziel.
Die ausgereifte Belastungssteuerung wurde in der vergangenen Saison zum großen Trumpf, so standen unter anderem die Starspieler Kvaratskhelia (18) oder Dembélé (11) in der Liga relativ selten in der Startelf. Dadurch hatte PSG in den entscheidenden Momenten der Saison - etwa in der K.o.-Phase der Königsklasse - einen physischen Vorteil gegenüber der direkten Konkurrenz.
Möglich wurde dies durch die Vielfalt in der Offensive, die bis zum Ende des Transferfensters noch ausgebaut werden muss.
Paris Saint-Germain: Das kommt auf Luis Enrique zu
Als Enrique im Juli 2023 bei Paris Saint-Germain anheuerte, war seine Aufgabe klar: Der 56-Jährige sollte zum Architekten einer neuen Supermacht werden. Dieses Vorhaben ist dem Spanier mit Bravour gelungen - nun geht er in die zweite Phase über.
Nach zwölf Titeln in drei Jahren muss Enrique zum Bewahrer des viel zitierten "football heritage" werden. Der Begriff wurde im März 2018 von José Mourinho geprägt und bezeichnet das fußballerische Erbe eines Klubs - im positiven wie im negativen Sinne.
Die unruhigen Zeiten des Millionen-Wahnsinns in Paris sind vorbei, der Erfolg auf europäischer Bühne ist mittlerweile fest in der DNA verankert. Dies gilt es nun aufrechtzuerhalten.
Mit einer Mannschaft, die im Vergleich zu den Champions-League-Triumphen in den Saisons 2024/25 und 2025/26 weitestgehend gleichgeblieben ist, scheint dies auf den ersten Blick eine machbare Aufgabe zu sein. An der Herausforderung, den Hunger bei erfolgsverwöhnten Spielern aufrechtzuerhalten, sind aber schon viele Trainer gescheitert.
Wie einst Zinédine Zidane mit Real Madrid jagt nun auch Enrique dem Henkelpott-Triple hinterher und will den Höhenflug der letzten Jahre nicht zu einer Anekdote der Geschichte verkommen lassen - sondern ein nachhaltiges Erbe schaffen.
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Quelle: Perform
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