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Mesut Özil tritt aus Nationalmannschaft zurück
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Publiziert 22/07/2018 um 20:11 GMT+2 Uhr
Mesut Özil hat seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft bekannt gegeben. Das erklärte der Weltmeister von 2014 in den sozialen Medien über Facebook und Twitter. Zuvor bekannte sich der 92-fache Nationalspieler in einer dreiteiligen Erklärung zum gemeinsamen Foto mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan und attackierte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) sowie die Medien.
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Fotocredit: Eurosport
Mesut Özil wird nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Diese Entscheidung verkündete der Arsenal-Profi am Montagabend in den sozialen Medien.
Özil erklärte:
Der 29-Jährige hatte sein DFB-Debüt am 12. August 2009 in Aserbaidschan gegeben, In 92 Spielen erzielte er 23 Tore im Trikot der Nationalelf. Sein letztes Spiel war das 0:2 gegen Südkorea im letzten Gruppenspiel der WM in Russland, durch das die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in einer WM-Vorrunde ausgeschieden war.
Özil war wegen eines Fotos mit Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan im Mai scharf kritisiert worden. Nach dem umstrittenen Treffen nahm er sich lange Zeit, um mit einem eigenen Statement auf diese Kritik zu reagieren.
69 Tage nach dem Erscheinen des Fotos, auf dem sich Özil im Rahmen von Erdogans dreitägigem Besuch in London mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten getroffen hatte, äußerte sich der Nationalspieler erstmals in der Öffentlichkeit.
Tischtuch zwischen DFB und Özil zerschnitten
Im ersten Teil seiner dreiteiligen Erklärung entschuldigte sich Özil für nichts - vielmehr gab er ein klares Bekenntnis ab:
Zu seiner eigenen Zukunft im Trikot der Nationalmannschaft äußerte sich Özil erst im dritten Teil, in dem er sein Karriereende im DFB-Team offiziell verkündete.
Das Tischtuch zwischen beiden Seiten war zerschnitten. Zu tief saß Özils Frust über den DFB, der ihn seiner Meinung nach im Stich gelassen hat.
Özil, der mit Deutschland Weltmeister (2014) sowie WM-Dritter (2010) wurde und 2009 die U21-Europameisterschaft gewann, fühlte sich ungerecht behandelt, weil auch Oliver Bierhoff und Reinhard Grindel nach dem WM-Aus nicht mehr 100 Prozent hinter ihm standen.
Dabei räumte der Deutsche Fußball-Bund seinem 92-fachen Nationalspieler vor der Fußball-Weltmeisterschaft eine Art Extra-Behandlung ein. Während sich Ilkay Gündogan im Trainingslager in Eppan zu dem Treffen mit Erdogan äußerte, schwieg Özil beharrlich weiter.
Özil attackiert DFB-Boss Grindel scharf
Er blieb dem Medientag fern, was für weiteres Unverständnis in den Medien sowie bei den deutschen Fans sorgte. Dabei erklärte selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dass ihn die Foto-Aktion mit Erdogan "ein bisschen ratlos gemacht" hat.
Die nächste Welle der Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Nicht nur, weil Özil sich nicht äußerte, sondern auch, weil der Verband seinen Spieler nicht zu einer öffentlichen Aussage bewegen konnte oder wollte.
Der Rest ist bekannt. Die Medienarbeit des DFB wirkte im Fall von Özil und seinem Treffen mit Erdogan alles andere als professionell. Team-Manager Bierhoff wollte das Thema kurzerhand beendet sehen, aber die Angelegenheit kochte immer mehr hoch.
Nach dem WM-Aus in Russland setzte DFB-Präsident Grindel noch einen drauf und forderte von Özil ein Statement für die Fans. Der wegen seiner schwachen WM-Leistung ohnehin in die Kritik geratene Spieler wurde somit mehr und mehr zum Sündenbock gestempelt, was Özil und seinem Umfeld missfiel.
Aus diesem Grund fand Özil deutliche Worte. In seinem Statement attackierte er Grindel stark:
Grindel habe ihn seit Beginn der Erdogan-Affäre mit der Veröffentlichung der Fotos nicht mehr in der DFB-Auswahl haben wollen, so Özil weiter.
Özil kommt Löw-Entscheidung zuvor
Letztendlich saß der Frust auf beiden Seiten tief. Beim DFB über das missratene Krisen-Management und die Aktion von Özil - und bei Özil selbst über das undankbare Verhalten des Verbandes.
Hinzu kam Özils Ärger über die Aktion eines Sponsors (Mercedes-Benz), der ihn aufgrund des Erdogan-Treffens aus einer Werbekampagne strich, sowie über die Medien, denen Özil sogar Rassismus vorwarf.
Damit ist Özils Zeit im Team der deutschen Nationalmannschaft nach neun Jahren beendet. Aber selbst, wenn Özil sich nicht aus eigenen Stücken entschieden hätte zurückzutreten, hätte sich die Frage gestellt, ob Löw noch auf ihn gesetzt hätte.
Aus sportlicher Sicht war Özil in der Vergangenheit fast immer unter Löw gesetzt. Das hätte sich nach dem bitteren WM-Aus schlagartig ändern können, weil der Bundestrainer seine Mannschaft verjüngen muss.
Mit seinem Rücktritt ist Özil der Entscheidung von Löw jetzt zuvorgekommen.
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