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Sebastian Giovinco wirbelt mit Toronto die MLS durcheinander - Barcelona zeigt Interesse
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Publiziert 16/10/2015 um 14:12 GMT+2 Uhr
Lange dachte Sebastian Giovinco, dass er wegen seiner Körpergröße diskriminiert wird. Mit nur 164 Zentimetern ist der Italiener einer der kleinsten Fußballer weltweit. Trotzdem könnte der Offensiv-Star von Toronto nun richtig durchstarten. "La formica atomica" hat in Nordamerika wie eine Atombombe eingeschlagen: 21 Tore und 12 Vorlagen in 30 Spielen. Das macht sogar den FC Barcelona hellhörig.
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Als der 28-Jährige im Frühjahr Juventus Turin den Rücken kehrte, glaubte niemand auf dem Apennin, dass irgendwer, irgendwann Giovinco vermissen würde.
Vielmehr trauerten die Juve-Fans und -Verantwortlichen Altmeister Andrea Pirlo, Bayerns Neuzugang Arturo Vidal und Argentinien-Rückkehrer Carlos Tevez hinterher, die allesamt den Champions-League-Finalisten der Saison 2014/15 verlassen hatten.
Giovinco erinnert an Messi
Falsch gedacht. Denn Giovinco spielt seit seinem Wechsel in die Major League Soccer (Eurosport überträgt LIVE und exklusiv im TVsowie im Eurosport Player) groß auf und ist aus den Highlight-Videos der nordamerikanischen Fußball-Liga nicht mehr wegzudenken.
Hier ein famoses Dribbling, da ein Haken, hier ein unglaublicher Freistoß, da ein Traumtor. Giovinco wandelt eindeutig auf den Spuren von Lionel Messi, der mit 1,69 m auch nur fünf Zentimeter größer ist.
Mittlerweile fragen sich viele Experten, Fans und auch Top-Klubs aus Europa: Was macht denn der Kleine da drüben über dem großen Teich? eurosport.de hat die "atomare Ameise" eingefangen und durchleuchtet.
"Rise and fall of Giovinco"
Giovinco wurde 1987 in Turin geboren. Sein Vater stammt aus Sizilien und seine Mutter aus Kalabrien. Bereits mit sechs Jahren schnürte der kleine Italiener seine Kickschuhe für Juventus. 2005/06 erreichte Giovincos Karriere seinen ersten Höhepunkt, als er mit der "Alten Dame" die "Primavera"-Meisterschaft gewann.
Sein Profi-Debüt ließ nicht lange auf sich warten: Im Alter von 20 Jahren wurde er gegen den FC Bologna eingewechselt und legte gleich das Tor von David Trezeguet zum 3:1 in der Serie B auf. Doch der Weg des Juve-Kindes in die erste Mannschaft war steinig. In der folgenden Saison wurde der Süditaliener nach Empoli ausgeliehen.
Bei Juventus außen vor
Die Leistungen des Spielmachers in seiner Debüt-Saison der Serie A blieben in Turin aber nicht unbemerkt: Sechs Tore und vier Vorlagen konnten sich sehen lassen, obgleich Giovinco den Abstieg Empolis in die zweite italienische Liga nicht verhindern konnte. 2008/2009 kam der 21-Jährige dann mit großen Ambitionen zu Juve zurück und enttäuschte keineswegs.
Allerdings setzte der damalige Turin-Trainer Claudio Ranieri vermehrt auf Pavel Nedved anstatt auf Giovinco. Trotzdem verbuchte der 1,64-Meter-Mann starke drei Treffer und acht Vorlagen - und das, obwohl er nur 48 Minuten im Schnitt spielen durfte. Zudem kam der trickreiche Spielmacher vermehrt auf der ungewohnten Position des Linksaußen zum Einsatz, wenngleich er als Zehner beziehungsweise. hängende Spitze am besten zur Geltung kommt.
"La formica atomica" in Parma in aller Munde
Während Giovincos Weg in die Stammelf von Juventus versperrt war, durchlief er alle Junioren-Mannschaften der "Squadra Azzurra" als Dreh- und Angelpunkt. Ein Höhepunkt war der Sieg beim renommierten Turnier von Toulon 2008. Giovinco wurde mit herausragenden Leistungen zum besten Spieler des Turniers gewählt. Doch der größte Traum des glühenden Juve-Fans seit Kindertagen war immer noch unerfüllt - und sollte es auch vorerst bleiben!
2010 schnappte sich Parma das Riesen-Talent, das auf der Turiner Bank zu versauern drohte. Und dieser Schritt war für Giovincos Karriere genau der richtige. In zwei Jahren in der Region Emilia Romagna war er unumstrittener Stammspieler und machte sich über die Alpen hinaus einen Namen: "La formica atomica" war in aller Munde. Seinen Spitzname hat Giovinco übrigens von Hanna Barbaras Cartoon-Figur.
"Prandelli ist es egal, wie klein ich bin"
Folglich kam die die "Atom-Ameise" unter Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli auch zu seinem Debüt in der Nationalelf, nachdem die Medien Giovincos Namen immer wieder gefordert hatten. Denn keiner konnte verstehen, wieso der kleine Spielmacher trotz 23 Toren und 19 Vorlagen in 70 Pflichtspielen für Parma nicht berücksichtigt wurde.
Immer wieder beklagte sich Giovinco darüber, dass er wegen seiner Körpergröße diskriminiert würde: "Aber Prandelli ist es zum Glück egal, wie klein ich bin. Der schaut nach Barcelona und auf die spanische Mannschaft, das sind auch keine Kraftprotze und trotzdem haben sie alles gewonnen."
Giovincos großes Manko
Doch während Prandelli auf den kreativen und dribbelstarken Offensivspieler baute und 2012 mit Giovinco im Kader die Vize-Europameisterschaft heraussprang, stehen bislang nur 21 Länderspiele für ihn zu Buche. Giovincos Talent ist unbestritten, allerdings konnte er nie bewiesen, über einen längeren Zeitraum konstant gute Leistung bringen zu können - vor allem nicht auf der großen Bühne bei einem Top-Klub.
"Ich war schon vor Jahren bereit für die Squadra Azzurra. Aber es beachtete mich ja keiner", klagte der 28-Jährige immer wieder. Dabei war es nicht etwa so, dass er sich kein Gehör verschaffen konnte. Giovinco war schon immer bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und sich von niemandem einschüchtern lässt. Weder von körperlich überlegenen Gegenspielern, noch von autoritären Klub-Bossen.
"Einer der besten Jungen, die wir in Italien haben"
Auf Juve ist Giovinco noch heute nicht gut zu sprechen: "Ich wurde in Turin nicht mehr gut behandelt, das ist eine ganz persönliche Sache. Ich hoffe, dass sie mir nachweinen werden." Denn nach seinen zwei erfolgreichen Parma-Jahren kam der Spielmacher zwar 2012/13 zu Juventus zurück - aber nie über den Status des vielversprechenden Talents heraus.
Nach zweieinhalb Jahren bei der "Alten Dame" und 16 Toren sowie 14 Vorlagen in 83 Spielen verließ Giovinco mit viel Frust im Magen Turin und schloss sich Toronto an. Sein Traum, Juve als Spielmacher zu prägen, zerplatzte - trotz zweier Meisterschaften. Für GianPiero Gasperini ist und bleibt er aber "einer der besten Jungen, die wir in Italien haben". Doch bei den Großen durfte Giovinco nie wirklich mitspielen.
In Barcelona ist Größe egal
Seine letzten Auftritte in der MLS haben jetzt aber die großen Top-Klubs aus Europa auf den Plan gerufen: Unter anderem soll Barcelona an Giovinco starkes Interesse zeigen. "Ich bin sehr glücklich in Toronto", sagte der Nationalspieler nach seinem Comeback bei der Squadra Azzurra gegen Norwegen. "Ich bin erst im Februar nach Kanada gewechselt. Daher lasst mich erstmal dieses Abenteuer genießen!"
Barca würde aber wie die Faust aufs Auge passen. Denn in Barcelona haben bekanntermaßen einige "Kleine" - wie Xavi, Iniesta oder Lionel Messi - groß aufgespielt. Zudem plagen die Katalanen große Verletzungssorgen und gerade auf den offensiven Positionen würde ein quirliger Giovinco dem FC Barcelona guttun.
Dann könnte Giovinco auch endlich bei den Großen mitspielen ...
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