MLS: Müller und Vancouver im Finale gegen Messi - Whitecaps greifen nach erster Meisterschaft

Thomas Müller greift in seiner ersten Saison mit den Vancouver Whitecaps nach dem Titel in der Major League Soccer (MLS). Der Weltmeister von 2014 gewann mit dem kanadischen Team das Halbfinale beim San Diego FC 3:1 (3:0). Im Duell um den ersten MLS-Triumph in der Geschichte des Klubs geht es für die Whitecaps am Samstag (20.30 Uhr) in Florida gegen Superstar Lionel Messi und Inter Miami.

Müller und Vancouver im Finale

Fotocredit: SID

Als das Ticket für das Traumfinale gegen Lionel Messi gebucht war, schaltete Thomas Müller schnell in seinen ganz eigenen Partymodus.
Erst schlenderte die Bayern-Ikone mit einem Turm aus Kappen und Mützen auf dem Kopf über den Rasen, dann gaben sich der Weltmeister von 2014 und sein Teamkollege Ryan Gauld einen "schottischen Kuss" - eine besondere Art der Kopfnuss.
"Ich fühle mich großartig", sagte Müller: "Ich bin so stolz auf mein Team, diese Gruppe hat so viel verdient." Gleich in seiner ersten Saison in Nordamerika greift Müller mit den Vancouver Whitecaps nach der Meisterschaft in der Major League Soccer (MLS).
Durch das 3:1 (3:0) beim San Diego FC sicherten sich die Kanadier nicht nur den Titel in der Western Conference, sondern hielten auch den Traum vom ersten MLS-Triumph überhaupt in der Geschichte des Klubs am Leben.

Kurioses Eigentor von San Diego

Brian White (8.) brachte die Gäste im Finale der Western Conference früh in Führung. Ein kurioses Eigentor durch San-Diego-Torwart Pablo Sisniega (11.) sorgte schnell für das 2:0, bevor White (45.+2) noch vor der Pause seinen zweiten Treffer des Abends nachlegte.
In Halbzeit zwei verkürzte der mexikanische Nationalspieler Hirving Lozano (60.) für das Heimteam, bevor Unglücksrabe Sisniega in der Schlussphase nach einem Foul außerhalb des Strafraums die Rote Karte sah (79.).
"Noch ein Schritt", schrieb Müller, der erst Anfang August nach Vancouver gewechselt war, bei Instagram. Nur noch Messi und Inter Miami können den Titeltraum des Bayers jetzt noch platzen lassen.

Miami siegt souverän

"Teil dieser Reise zu sein, ist unglaublich", schwärmte Müller, der nach seinem Abschied von den Bayern erst im August nach Kanada gewechselt war und dort seitdem im Sturm die Herzen von Fans und Mitspielern erobert hat: "Wir wachsen als Gruppe, und es ist so schön, mit diesen Leuten zu feiern." Er sei "sehr glücklich, ein Teil davon zu sein und seine Erfahrung einzubringen. Ich habe das Gefühl, dass das sehr gut funktioniert."
Doch allzu lange werden die Feierlichkeiten bei Müller und Co. nicht anhalten - schließlich soll die märchenhafte Geschichte mit den Whitecaps jetzt auch ihr passendes Happy End bekommen.
Schon am Samstag (20:30 Uhr) muss Vancouver nach Florida zu Miami und Superstar Messi, die sich in ihrem Halbfinale mit 5:1 (2:1) gegen New York City durchsetzten.

Dreierpack von Allende

Tadeo Allende mit einem Dreierpack (14./23./89.), Mateo Silvetti nach Vorarbeit von Messi (67.) und Telasco Segovia (83.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Trainer Javier Mascherano, der seinen Superstar im Anschluss an die Begegnung in den höchsten Tönen lobte.
"Leo hat uns an das Außergewöhnliche gewöhnt", sagte Messis Landsmann: "Er ist jemand Außergewöhnliches, jemand, den wir nie wieder sehen werden. Heute sind wir vielleicht überrascht, dass er kein Tor geschossen hat, aber er hat uns mit dem dritten Tor, einer Vorlage, die nur er sehen kann, beruhigt. Er hat das Spiel praktisch entschieden." Es war Messis 405. Karriere-Assist. Damit überholte der Argentinier Ferenc Puskás in der ewigen Bestenliste. Dritter ist Pelé mit 369 Vorlagen.
Auch für Miami geht es im Finale um den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Erinnerungen an WM-Finale 2014

Bei Müller gegen Messi werden Erinnerungen wach an den 14. Juli vor elf Jahren, als sich die DFB-Auswahl im legendären Maracana in Rio de Janeiro gegen Messis Argentinien den vierten WM-Stern sicherte. An die Vergangenheit wollte Müller nun aber nicht denken.
Lieber richtete er den Blick nach vorne. "Ich schaue ihm gerne zu", sagte der 36-Jährige über seinen prominenten Gegner: "Miami ist ein sehr starkes Team." Und so sei es "ein großes Finale", welches sich Müller "gewünscht" habe.
Im Endspiel, in dem es auch für Miami um die erste MLS-Krone der Vereinsgeschichte geht, gilt Vancouver als leichter Außenseiter.
(SID)
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