Bayern-Trennung von Julian Nagelsmann ein Fehler? Ex-Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn verteidigt Entscheidung
VonLukas Fegers
Publiziert 12/07/2024 um 16:19 GMT+2 Uhr
Die Entlassung von Julian Nagelsmann beim FC Bayern: Auch rund eineinhalb Jahre später zieht sie rund um die Säbener Straße weiter große Kreise. Während Ehrenpräsident Uli Hoeneß unlängst einräumte, dass diese zu früh erfolgt sei, möchte der damals mit federführende Oliver Kahn diese Ansicht hingegen weiter nicht gelten lassen - und verweist dabei auch auf vorherige Trainer beim Rekordmeister.
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Quelle: Perform
"Man könnte genauso gut sagen: War es denn sinnvoll, dass Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge Carlo Ancelotti damals beim FC Bayern entlassen haben, der dann bei Real Madrid was weiß ich wie viele Titel gewonnen hat", sagte Kahn im "Bild"-Interview und verteidigte die Trennung von Nagelsmann im März 2023, die nach nicht einmal zwei Jahren Amtszeit erfolgt war.
Als Begründung führten der damalige FCB-Vorstandsvorsitzende Kahn und Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic damals an, dass das angepeilte Triple in Gefahr sei. Doch unter Nagelsmann Nachfolger Thomas Tuchel lief es - bekanntermaßen - in der Folge kaum besser.
Das chaotische Trainer-Hickhack hat beim "FC Hollywood" bis heute Spuren hinterlassen, für Nagelsmann hingegen ging es in puncto Ansehen bald wieder bergauf. Als Bundestrainer entfachte er das, was vor der Heim-EM aufgrund des schlechten DFB-Abschneidens bei vorherigen Turnieren viele kaum für möglich gehalten hatten: pure Euphorie bei den Fans. Und das, obwohl ein großes Happy End bei der Europameisterschaft ausblieb.
War die Tuchel-Trennung also ein Bayern-Fehler? Nein, behauptet Kahn. "Ich habe oft genug gesagt, dass wir zum damaligen Zeitpunkt unsere Gründe hatten", argumentiert der 55-Jährige. Den Sachverhalt mit dem heutigen Wissen zu beurteilen, halte er für schwierig.
Es gehe darum, bestimmte Entscheidungen immer im zeitlichen Kontext zu betrachten, konkludierte Kahn schließlich: "Damals war Julian Vereinstrainer bei Bayern München, heute ist Julian Nationaltrainer."
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