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Steven Gerrard kritisiert Raheem Sterling für Vertragspoker beim FC Liverpool
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Publiziert 10/07/2015 um 11:13 GMT+2 Uhr
Raheem Sterling hat den Bogen beim FC Liverpool längst überspannt. Der 20-Jährige vermittelt seit Monaten in und außerhalb des Klubs, dass er für sich als Fußballstar zwar eine große Zukunft sieht, diese aber eben nicht bei den "Reds". Und so wirkt die Causa wie ein Toxikum ohne Gegenmittel, welches langsam aber unaufhaltsam die Stimmung im Klub vergiftet und nun auch Steven Gerrard wütend macht.
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Gerade eben erst hatte Sterling seinen Arbeitgeber erneut demonstrativ provoziert, indem er in Eigenregie die für den Klub strategisch wichtige Fernreise nach Asien schwänzte, um sich lieber mal ein bisschen in Manchester umzuschauen.
Ein Affront und Schlag ins Gesicht von Klub und Fans, in den sich nun auch Vereinslegende Steven Gerrard einschaltet. In unmissverständlicher Direktheit greift der Neuzugang von MLS-Topklub LA Galaxy den Jungprofi an.
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"Es gefällt mir überhaupt nicht, wie das alles so abläuft. Und ich bin auch der Meinung, dass es so nicht laufen müsste. Man sollte jetzt seinen Mann stehen und die Sache klären", schimpft der 35-Jährige im Interview mit dem englischen TV-Sender "Sky Sports News".
Sterling solle gegenüber der Vereinsführung in einem ehrlichen Gespräch seine Karten offen legen und endlich mal sagen, was er denn überhaupt wolle, fordert Gerrard.
Gerrard hat für solch ein Verhalten des Jungprofis nicht nur kein Verständnis, es bringt ihn regelrecht auf die Palme, verrät es doch alle Ideale, die der treue Kult-Kapitän der "Reds" von 1989 bis 2015 entgegen zahlreicher lukrativer Abwerbeangebote über 26 Jahre lang auch in schlechtesten Zeiten verkörpert hatte.
Gerrards Wort hat Gewicht. In solch einer delikaten Angelegenheit, wie jener um Raheem Sterling, ohnehin. Schließlich zersetzt sie das Binnenklima "seines" FC Liverpool und bindet Kräfte für eine Baustelle, die seiner Meinung nach längst geschlossen sein müsste.
Die Farben des FC Liverpool zu tragen, das hatte Gerrard fast drei Jahrzehnte vorgelebt, ist Ehre und Verpflichtung in einem.
Pool hatte bereits eine Offerte über 55 Millionen Euro von Manchester City abgelehnt und klar gemacht, dass Coach Brendan Rogers fest mit dem Toptalent plane, da Sterlings Vertrag schließlich noch bis Sommer 2017 Gültigkeit habe.
Der 20-Jährige ist ein halbes Eigengewächs, kam im Alter von 15 Jahren aus der Jugend der Queens Park Rangers zum Nachwuchs der "Reds". Viele Fans sahen in dem Jungstar einen neuen Gerrard, einen, der durch Treue wertvolle Identifikation verkörpert. Doch nachdem Sterling im Januar ein deutlich verbessertes Angebot zur Vertragsverlängerung ausgeschlagen hatte, ist das Verhältnis zerrüttet.
Aktuell soll der flexible Offensivspieler rund 48.000 Euro in der Woche verdienen. Mit der Vertragsverlängerung hätte Pool sein Gehalt auf 6,5 Millionen Euro pro Jahr - also rund 125.000 Euro die Woche – hochgetrieben. Doch das scheint Sterling nicht genug. Angeblich gleicht er seine Erwartungen mit dem potenziellen Einkommen bei den "Citizens" ab und fordert mindesten 240.000 Euro pro Woche.
Die Stimmung unter den Fans ist mittlerweile gefährlich gekippt und wirft die Frage in den Raum, ob Sterlings Taktik letztlich nicht sogar aufgeht, da den traditionsbewussten "Scousers" ein Verbleib des gierigen Talents kaum noch zu vermitteln ist.
Daran ändert auch ein vom Klub nicht autorisiertes Interview vor einigen Wochen nichts, in dem er betonte, kein "money-grabbing 20-year-old" zu sein.
Sterling gehe es weniger ums Geld, als viel mehr um die Chance auf sportliche Erfolge, die in Liverpool schlicht geringer sei.
"Ich will darüber reflektieren, was ich bisher in meiner Karriere erreicht habe und wo ich spielen muss, um ein noch besserer Fußballer zu werden", erklärte er zuletzt und wurde konkret:
Sterling mag das ehrlich meinen. Doch in der Art und Weise, wie er seine Zukunftspläne verfolgt, ist er denkbar schlecht beraten.
Wie schlecht, zeigt eine Aussage seines Spielerberaters, mit der dieser gerade erst neues Öl ins Feuer gegossen hatte. Raheem Sterling, so das Statement, würde in Liverpool nicht mal für 1,2 Millionen Euro Wochengehalt unterschreiben.
Angesichts solcher Provokationen dürfte es ordentlich brodeln in einem Steven Gerrard, der sich seinen Karriereausklang in der MLS mit 35 Jahren redlich verdient hat. Und so war er nach 26 Jahren in Anfield mit stehenden Ovationen, vielen Tränen und besten Wünschen für die Zukunft verabschiedet worden.
Einen "Stevie G" und einen Raheem Sterling, das weiß man längst in Liverpool, sie trennen Welten...
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