Alex Iwobi: Jay-Jay Okochas Neffe auf der Überholspur

Jung, talentiert, ehrgeizig - Eurosport.de präsentiert im EuroScout-Blog die Zukunft des Fußballs. In dieser Woche richtet sich der Blick auf Alex Iwobi, der mit einzigartigen Anlagen sowie genialer Technik beeindruckt, sich beim FC Arsenal vom Jugendspieler zum Profi entwickelt hat und nun immer mehr in die Rolle des Leistungsträgers schlüpft.

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Fotocredit: Eurosport

Es war einer der denkwürdigsten Momente der Bundesliga-Geschichte: Jay-Jay Okocha, 1993 noch im Dress von Eintracht Frankfurt, bekam den Ball im gegnerischen Strafraum, ließ den damaligen Torhüter des Karlsruher SC - Oliver Kahn - ins Leere rutschen, um dann noch die gesamte Abwehr der Badener auf dem Bierdeckel zu narren.
Am Ende der Aktion lag Kahn, der wenige Jahre später zum besten Keeper der Welt avancieren sollte, auf dem Boden, hinter ihm die Kugel im Netz. Okocha hat die deutsche Eliteliga geprägt, sie ein Stück weit revolutioniert.
Anfang der 1990er, als sich beinharte Liberos noch darin übertrafen, das Leder möglichst hoch und weit ins Niemandsland zu prügeln, als Außenverteidiger die gegnerische Hälfte nur aus Erzählungen kannten und Mittelstürmer noch "echte" und keine "falschen" Neuner waren, belebte der Nigerianer das Spiel mit seiner technischen Brillanz - und erfand ganz nebenbei einen Trick, bei dem sich viele Spieler die Beine brechen würden.
All das passierte, als Alex Iwobi das Licht der Welt noch lange nicht erblickt hatte...
Spieler: Alex Iwobi
Geburtstag: 3. Mai 1996
Geburtsort: Lagos, Nigeria
Nationalität: Nigeria
Größe: 1,80
Fuß: rechts
Position: Linksaußen
Derzeitiger Klub: FC Arsenal
Rückennummer: 45
Bisherige Klubs: FC Arsenal
Iwobi wurde 1996 in der nigerianischen Hauptstadt Lagos geboren und entdeckte schnell seine Leidenschaft für den Fußball. "Kaum konnte er laufen, hatte er auch schon gelernt, gegen den Ball zu treten", hatte seine Mutter Patience einst über ihn gesagt.

Mit sieben Jahren zu Arsenal

In einem Alter, wo "normale" Kinder in die erste Klasse gehen, wurde Iwobi vom FC Arsenal gescoutet. Als Siebenjähriger wechselte er auf das vereinseigene Internat und durchlief alle Jugendmannschaften des Londoner Spitzenklubs.
Die U17 der „Gunners“-Schmiede erreichte 2014 das Halbfinale des Jugend-FA-Cups. Iwobi traf dabei in sechs Spielen drei Mal und war so mitverantwortlich für das gute Abschneiden seines Teams. In der darauffolgenden Saison machte der englische U-Nationalspieler weiter auf sich aufmerksam, was ihm ermöglichte, die Vorbereitung bei der ersten Mannschaft zu absolvieren.

Durchbruch unter Jonker

Andries Jonker, der zwischen 2009 und 2012 beim FC Bayern München arbeitete (Co-Trainer unter Louis van Gaal, Interimstrainer und Coach der zweiten Mannschaft), leitet seit 2014 die Jugendabteilung Arsenals und ist damit durchaus erfolgreich.
"Wir haben immer mal wieder Spieler, die mit ihrem Talent von sich reden machen. Ich glaube allerdings, dass derjenige, der am meisten überzeugen konnte, Alex Iwobi ist“, erklärte der Niederländer im Anschluss an eine Youth-League-Begegnung, bei der das nigerianische Juwel die A-Jugend des FC Bayern mit zwei Treffern nahezu im Alleingang bezwang.
"Seitdem haben wir ihn nicht mehr bei uns gesehen", hatte Jonker mit Blick auf die Etablierung Iwobis im Kader der Profis später grinsend ergänzt.

Flexibel in der Offensive

Der Rohdiamant wurde vornehmlich auf der offensiven Außenbahn ausgebildet, kann aber zusätzlich auch im Sturmzentrum sowie auf der Spielmacher-Position agieren. Bei seinem Startelf-Debüt für die Hauptstädter im FA Cup gegen Hull City wurde er beispielsweise im zentralen Mittelfeld eingesetzt und wusste zu überzeugen.
Iwobi bringt viel Tempo auf den Rasen und verfügt über eine hervorragende Technik, was ihm in Eins-gegen-Eins-Situationen häufig den entscheidenden Vorteil verschafft. Hat der 19-Jährige den Ball am Fuß, wirkt alles leicht und unbeschwert. Zumindest in diesem Punkt ähnelt er seinem berühmten Onkel.
Spätestens seit er sich in der Champions League gegen den FC Barcelona sehr ordentlich verkaufte, wird der Youngster mit Lob überschüttet. Nwankwo Kanu, der ebenfalls aus Nigeria stammt und zwischen 1999 und 2004 für die Mannschaft von Trainer Arsène Wenger auf Torejagd ging, sagte: "Ich denke, er wird den Durchbruch schaffen. Er stammt aus Nigeria, und wir alle unterstützen und lieben ihn. Er ist der Star, den Nigeria sucht."

Was bringt die Zukunft?

Eine Aussage, die Iwobi dazu bewegt haben könnte, fortan für die Nationalmannschaft Nigerias aufzulaufen, obwohl er die gesamten U-Auswahl-Mannschaften der Engländer durchlief.
Beim 2:0-Erfolg über den FC Everton Mitte März erzielte Iwobi seinen ersten Treffer in der Premier League, nur um zwei Wochen später - nach der Länderspielpause - ein weiteres Tor nachzulegen.
Dass es für den Offensivspezialisten derzeit bestens läuft, belegen auch die Pläne seines Vereins. Arsenal hat Iwobi dem Vernehmen nach einen neuen Vertrag angeboten, der bis 2021 laufen soll. Laut dem englischen "Mirror" dürfte Iwobis Gehalt von 12.000 Euro auf 37.000 Euro pro Woche ansteigen. Hinsichtlich des Geldes wird er seinen berühmten Onkel damit schon überholt haben - sportlich hat er dazu noch genügend Zeit.
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