3 Dinge, die beim Klopp-Debüt auffielen: Zentraler Can, stabile Defensive und schneller Abschluss
Das Debüt von Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool war nicht spektakulär, doch ein wenig Handschrift war schon erkennbar - und ein wichtiger Punkt ging auf. Klopp outete sich zudem anschließend als Fan eines besonderen Spielers. Drei Dinge, die uns beim 0:0 gegen Tottenham Hotspur auffielen.
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1. Neues, altes System
Klopp ließ Liverpool zur Viererkette zurückkehren, nachdem sein Vorgänger Brendan Rodgers in den vergangenen Spielen meist 3-5-2 spielen ließ. "Ich will es nicht zu kompliziert machen", hatte er gesagt - so kam es auch. Angesichts weniger Trainingstage bis zum ersten Spiel griff Klopp also auf Altbewährtes zurück: das 4-2-3-1 kennt man aus seiner Dortmunder Zeit ganz gut.
Emre Can ließ Klopp dabei im linken, defensiven Mittelfeld neben Lucas Leiva auflaufen, wertete dessen Rolle im Team also auf. Und der deutsche Nationalspieler machte seine Sache ordentlich, war aufmerksam und zweikampfstark. Der 21-Jährige könnte in den nächsten Wochen zu Klopps verlängertem Arm auf dem Platz werden.
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26/07/2025 um 21:12 Uhr
Die vier Offensiven - James Milner, Coutinho, Adam Lallana und Divock Origi - interpretieren ihre Positionen dagegen relativ frei. Coutinho tauchte oft links oder ganz vorne auf, Origi setzte sich auch ab und zu nach links ab, während Milner auch mal zentral als Anspielstation diente und Lallana sowieso überall zu finden war. Origi hatte auch die beste Möglichkeit nach Vorarbeit von Can, köpfte aber nur an die Latte (9.). Klopp outete sich hinterher als Origi-Fan: "Ich wollte ihn zu Dortmund holen, aber dann hat ihn Liverpool gekauft. Er ist ein sehr guter Spieler, schnell und mit einer guten Technik. Wir werden noch viel Freude an ihm haben."
Ohne die verletzten Christian Benteke, Daniel Sturridge und Jordan Ibe zeigte Liverpools Offensive Willen, aber zu wenig Qualität. So sah es auch Klopp: "Als ich hierher kam, dachte ich mir, ich hätte vier gute Angreifer, aber aktuell steht mir nur einer davon zur Verfügung. Das ist nicht besonders gut, aber ich mag Divock und den jungen Sinclair hätte ich beinahe noch eingewechselt."
Bilanz der vielen Rochaden auf dem Platz: Eine stattliche Laufleistung des gesamten Teams von 116 Kilometern - keine Premier-League-Mannschaft lief diese Saison mehr. Klopp fand das Ergebnis letztlich okay: "Ich bin zufrieden, weil ich keine besonders großen Erwartungen hatte, nachdem wir nur drei Tage alle zusammen hatten."
2. Schneller Abschluss gesucht
Jeder hatte Klopp-Pressing erwartet - Liverpool spielte Klopp-Pressing. "Wir wollen aktiv sein, wir wollen zeigen, dass wir bereit sind, unsere Spielweise ein wenig zu ändern", kündigte der Coach vor Spielbeginn an und sein Team zeigte das auch. "Der Start war brillant, wir haben sie überrascht", freute sich Klopp. Letztlich schlug sich das Pressing aber nur rund 25 Minuten positiv nieder; danach wurden die Anläufe der offensiven Mittelfeldreihe zaghafter und die Abstände etwas weiter. Tottenham behalf sich zudem mit längeren Bällen, um das Pressing zu umgehen.
Was bei Ballbesitz der Reds auffiel: Es sollte - Konjunktiv - so schnell wie möglich nach vorne gehen, was nur leidlich gelang. Klopp zeigte es ab und zu an der Seitenlinie an, was er erwartet: spielen, gehen; spielen, gehen. Passstafetten wie unter Rodgers, der sehr ballbesitzorientiert spielt, will Klopp offenbar erstmal nicht sehen.
Technische Mängel und ein wenig krude Laufwege machten diesen Plan jedoch schnell zunichte, Liverpools Angriffsspiel war nach 30 Minuten im Grunde decodiert. "Wild", wie Klopp in seinem ersten Interview als Liverpool-Coach versprochen hatte, war dieser Spielstil noch nicht - eher fast schon ein bisschen bieder. Man suchte den schnellen Abschluss, fand ihn aber nur selten. Fazit: Vollgasfußball geht anders.
3. Ordentliche Defensive
Klopp sagte: "Das Erste ist immer, eine stabile Defensive zu haben." Das klappte ganz gut, die Reds spielten nach acht Spielen mit mindestens einem Gegentor erstmals wieder zu Null. Mit Mamadou Sakho und Martin Skrtel im Zentrum sowie Alberto Moreno links und Nathaniel Clyne rechts stand die Reds-Abwehr die meiste Zeit gut.
Die kantigen Innenverteidiger offenbarten jedoch das ein oder andere Problem in der Spieleröffnung, leisteten sich ein paar schlimme Fehlpässe zum Gegner. Zwischen der 25. und 45. Minute schwamm Klopps Abwehr ein paar Mal und konnte sich bei Torwart Simon Mignolet bedanken, dass Liverpool da nicht in Rückstand geriet.
Die zweite Halbzeit brachte Liverpool defensiv dagegen relativ souverän über die Bühne. Klopps Fazit: "Fußball ist ein Ergebnissport. Wir brauchen alle Ergebnisse. Die Null auf der einen Seite ist okay, die Null auf der anderen Seite gibt einem ein anderes Gefühl."
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