FC Liverpool: Spiel kippt mit Fan-Protest - Zeljko Buvac als Vertreter von Jürgen Klopp
Der FC Liverpool verspielt gegen den FC Sunderland in der Premier League ein 2:0 just, als die Fans aus Protest gegen erhöhte Eintrittspreise aus dem Stadion marschieren. Zeljko Buvac war beim 2:2 als Ersatz für den kranken Jürgen Klopp gefordert, dazu gab's das Duell zweier Ex-Spieler des FC Bayern München: Emre Can und Jan Kirchhoff, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was uns auffiel.
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1. Mit Fanprotest kippt das Spiel
77 Minuten lang hatte der FC Liverpool alles im Griff. Dann ließ Torhüter Simon Mignolet einen haltbaren Freistoß zum 1:2 durch Adam Johnson rein (82.). Und zum anderen war da der Fanprotest ab Minute 77, der die Anfield Road in eine merkwürdige Stimmung tauchte und die Spieler eventuell negativ beeinflusste.
Als Protest gegen zur kommenden Saison erhöhte Ticketpreise hatte der Fanklub "The Spion Kop 1906" alle Anhänger dazu aufgerufen, in der 77. Minute ihre Plätze zu verlassen - viele Fans kamen dem nach und orientierten sich beim Stand von 2:0 mit einigen negativen Transparenten gegenüber der Vereinsführung Richtung Ausgang. "Liebt das Team - hasst die Preise", war die Devise. Das 2:2 durch Oldie Jermain Defoe (89.) dürften die Fans allerdings auch gehasst haben.
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Warum Minute 77? Weil Liverpool zur kommenden Saison für einen Platz auf der renovierten Haupttribüne 77 statt bisher 56 Pfund verlangt. Der Klopp-Zuschlag kam nicht gut an - und hat den LFC nun vielleicht zwei wichtige Punkte im Kampf um Platz fünf gekostet.
2. Buvac als Klopp-Ersatz gefordert
Zeljko Buvac gilt ja gemeinhin als "Mastermind" hinter den taktischen Kniffen von Jürgen Klopp. Weil der Trainer aufgrund einer Blinddarm-OP auf erst mal unbestimmte Zeit raus ist, durfte der öffentlichkeitsscheue Buvac auch in der Premier League sein Debüt an der Seitenlinie geben. Bei Borussia Dortmund hatte er Klopp 2013/14 mal wegen einer Sperre zwei Champions-League-Spiele vertreten - und beide gewonnen.
"Zeljko ist der Fleisch gewordene Fußball-Sachverstand", hat Klopp mal über ihn gesagt. Die "Reds" waren also in guten Händen. Sein Team hatte der gebürtige Serbe am Samstag an sich gut eingestellt; der LFC spielte 80 Minuten lang dominant und passsicher wie selten. Aber eben nur 80 Minuten.
Buvac verfolgte das Spiel die meiste Zeit äußerlich gelassen mit den Händen in den Jackentaschen von der Seitenlinie aus. Taktisch griff er nicht allzu viel ein; dafür war er anders gefordert: So musste er in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt erst Innenverteidiger Dejan Lovren durch Kolo Touré (12.) und später Joe Allen durch Jordan Ibe (45.) ersetzen. Zwischen dem 1:2 und dem 2:2 versuchte er dann noch, die Defensive durch die Einwechslung von Lucas Leiva zu stabilisieren - ohne Erfolg. Christian Benteke und den wieder genesenen Daniel Sturridge beließ Buvac übrigens auf der Bank.
3. Duell der Ex-Bayern: Kirchhoff vs. Can
Roberto Firmino hätte für Liverpool der Matchwinner sein können - sein Kopfball zum 1:0 (59.) war einer "echten" Neun würdig, die Vorarbeit über die linke Strafraumseite vor dem 2:0 durch Adam Lallana (70.) war ebenso exzellent. Der ehemalige Hoffenheimer Angreifer war damit in den letzten fünf Liga-Spielen an sieben Toren beteiligt (fünf Tore, zwei Assists) - da kann man Benteke weiter auf der Bank schmoren lassen.
Aus deutscher Sicht interessant war dann noch das Mittelfeldduell zweier Ehemaliger des FC Bayern München: Emre Can gegen Jan Kirchhoff. Beide spielten im zentralen Mittelfeld, wenn auch höchst unterschiedlich. Während Can als Sechser in Liverpools 4-3-3 die meiste Zeit den Spielaufbau der "Reds" organisierte und nahezu an allen Angriffsbemühungen beteiligt war, war Kirchhoff im 4-1-4-1 der Gäste als Mann vor der Abwehr vor allem mit Löcherstopfen beschäftigt.
Während Can über 120-mal am Ball war, aber keine nennenswerte Offensivaktion hatte, kam Kirchhoff auf keine 30 Ballkontakte, erstickte aber einige Angriffe schon vor dem Strafraum. Der große Blonde schaffte es auch einige Male, den Ball umsichtig weiter zu spielen. Kein Vergleich jedenfalls zu den unsicheren Leistungen zu Jahresstart - Kirchhoffs Spiel war zufriedenstellend und wurde von den Gästefans bei Auswechslung in der 66. Minute sogar mit ein wenig Applaus goutiert.
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