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Hillsborough-Katastrophe: Polizeiliche Fehleinschätzung war laut Gerichtsentscheid die Ursache
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Publiziert 26/04/2016 um 13:25 GMT+2 Uhr
Eine polizeiliche Fehleinschätzung und nicht das Fehlverhalten der Zuschauer hat die Katastrophe im Hillsborough-Stadion von Sheffield, die am 15. April 1989 96 Todesopfer gefordert hatte, ausgelöst. Dies ist das Ergebnis einer langjährigen juristischen Untersuchung, die nun vorgelegt wurde. Das Gericht teilte mit, die Fußball-Fans seien ohne eigenes Verschulden getötet worden.
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Großbritanniens Premierminister David Cameron begrüßte die Entscheidung des Gerichts. Bei Twitter schrieb er von einem "Meilenstein" und der "längst überfälligen Gerechtigkeit für die 96 Liverpool-Fans, die bei diesem Desaster gestorben sind". Er wollte allen Beteiligten für den "außergewöhnlichen Mut und die Courage bei der langwierigen Suche nach der Wahrheit danken", fügte Cameron an.
Vor dem Gericht spielten sich Szenen wie beim Gewinn eines wichtigen Spiels statt. Fans lagen sich in den Armen, sangen Liverpools Vereinshymne "You'll never walk alone", lachten und weinten zugleich. Der FC Liverpool übertrug die Urteilsverkündung live im Internet.
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27 Jahre und 11 Tage nach der Tragödie von Hillsborough, als am 15. April 1989 96 Fans zu Tode gequetscht worden waren, sprach das Gericht die Fußball-Fans von jeglichem Fehlverhalten frei. Vielmehr habe die Polizei auf allen nur erdenklichen Ebenen versagt, das düsterste Kapitel in der Geschichte des britischen Sports scheint geschlossen. Das Halbfinale im FA Cup zwischen Liverpool und Nottingham Forest sei desaströs organisiert gewesen. Die Einsatzleiter habe die Tragödie "verursacht" oder zumindest "dazu beigetragen", hieß es im Urteilsspruch.
David Crompton, Chef der zuständigen Polizei in South Yorkshire, sagte, man erkenne die Entscheidung eindeutig an. "Ich möchte mich uneingeschränkt bei allen Familien und Betroffenen entschuldigen", sagte er.
41 der 96 Toten hätten gerettet werden können, stellten Experten im September 2012 fest, Premierminister Cameron entschuldigte sich einst "im Namen des ganzen Landes" bei den Hinterbliebenen.
"Diese Entscheidung ist nur für die 96 Todesopfer, sondern für alle. Für uns Familien, Freunde, Fans. Für die gesamte Stadt, für die Gerechtigkeit", sagte Margaret Aspinall, die Vorsitzende der Hillsborough Family Support Group, die bei der Katastrophe ihren damals 18 Jahre alten Sohn James verloren hatte:
Seit 2014 hatte das Gericht das Drama offiziell neu untersucht. Die Wahrheit, für viele das 97. Opfer, sollte endlich ans Licht kommen, das Versagen der Polizei, das Vertuschen der Behörden.
"Alkoholisierte Fans" seien Schuld gewesen, behauptete die Polizei am 15. April 1989. Dass es für das Stadion kein gültiges Sicherheitszertifikat gab, dass Beamte Flüchtende in den überfüllten Block zurückdrängten, dass sie den Einsatz von Sanitätern verhinderte - all das wurde totgeschwiegen.
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