José Mourinho gegen Arsène Wenger: Die Dauerfehde geht weiter

Horror-Start und Sexismus-Vorwurf hier, Angstgegner und Reisestress da: Es gibt für José Mourinho und Arsène Wenger wahrlich bessere Zeitpunkte für die 15. Auflage ihres ganz persönlichen Hassduells beim Londoner Derby zwischen dem englischen Fußball-Meister FC Chelsea und Pokalsieger FC Arsenal (ab 13:45 im Liveticker).

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Angesichts der jüngsten Entwicklungen rückt die Dauerfehde zwischen den beiden Teammanagern sogar ein wenig in den Hintergrund; an der persönlichen Brisanz des Duells für Mourinho und Wenger ändert sich dadurch gleichwohl nichts. Die Daily Mail schrieb am Freitag von einem "must-win game" für beide Fußballlehrer.
Mourinho unter Druck
Mourinho steht nach dem schlechtesten Saisonstart seit 29 Jahren mit nur vier Punkten aus fünf Spielen und Tabellenplatz 17 mächtig unter Druck. "Man muss sich die Tabelle schon zweimal anschauen, um zu glauben, was man da sieht", sagte der spanische Weltmeister Cesc Fàbregas, "wir müssen einfach gewinnen."
Für Mourinho wäre ein Sieg in diesem "großen Spiel gegen einen großen Rivalen" auch persönlich beste Ablenkung. Der Verband FA ermittelt laut Tageszeitung Independent gegen den 52-Jährigen, weil er Teamärztin Eva Carneiro sexistisch beleidigt haben soll. Pikant: Die Times will erfahren haben, dass Carneiro gegen Arsenal eigentlich erstmals seit dem Disput mit dem Chef am 8. August wieder auf der Bank sitzen sollte.
Wenger forderte von seinen Kanonieren um Mesut Özil und den genesenen Kapitän Per Mertesacker eine "Reaktion" auf die sensationelle 1:2-Pleite zum Start der Champions League bei Außenseiter Dinamo Zagreb - ausgerechnet bei Angstgegner Mourinho. Von 14 Duellen mit dem Portugiesen hat Wenger (65) nur eines gewonnen - das jüngste im Supercup Anfang August (1:0), nach dem er "Mou" den Handschlag verweigerte. In der Liga ist der Franzose noch ohne Dreier gegen den ungeliebten Kollegen.
Wenger: Haben eine "starke Mentalität"
Auf die persönlichen Animositäten wollte er vor dem Spiel nicht eingehen. "Die Leute kommen, um Fußball zu schauen. Alles andere ist doch eher zweitrangig", sagte er. Auf weitere Nachfragen reagierte Wenger leicht genervt. Ob er Mourinho dieses Mal die Hand reichen werde, wollte er nicht verraten. Nur so viel: "Für uns ist es ein großes Spiel. Und von diesen Spielen hängt unsere Platzierung am Saisonende ab."
Seine Spieler, betonte Wenger, hätten "eine starke Mentalität" und wollten nach dem schlimmen Auftritt von Zagreb "die Dinge gerade rücken". Doch die Vorbereitung verlief alles andere als rund. Weil der Flughafen wegen Bauarbeiten gesperrt war, musste Arsenal am Mittwochabend über das slowenische Maribor abreisen. Dem Rückflug ging eine fast zweistündige Busreise voraus, erst um vier Uhr morgens waren die Stars zurück in London.
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